4 Wochen Fliegenfischen 2010 – Ein Rückblick

8 04 2010

Die neue Fliegenfischersaison ist nun bereits über vier Wochen alt. Zeit, um in den nächsten Beiträgen erste Rückblicke auf die bisherigen Stunden und Tage am Wasser zu werfen. Denn davon gab es bereits genug: Mit Marc war ich zum Saisonanfang an der Kyll in Hillesheim. Einige Tage später zum Startschuss ins belgische Fliegenfischerjahr mit Daniel in der Grenzregion. Mit Rolf und einigen seiner Kunden zum Anfischen an der Kyll in Gerolstein. Mit Andi an der Rur in Monschau und einige Tage später auch mit Joseph und Hubert am schönen Eifelfluss. Dazwischen immer wieder für ein paar Stündchen in der Wallonie. Nicht zu vergessen ist der Ausflug mit dem Club Mouche Passion an den Lac de Bamboix. Aufzuholen gibt es also genug.

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Teil 1: Viel Wasser, wenig Fisch – Die Kyll mit Marc

Ungeduldig fieberte ich in der Nacht von Montag auf Dienstag Mitte des vergangenen Monats dem Startschuss ins Fliegenfischerjahr 2010 entgegen. In wenigen Stunden sollte das lange Warten während der kalten und dunklen Jahreszeit ein Ende haben: Endlich wieder der vertraute Kork in den über den Winter viel zu zart gewordenen Händen. Endlich wieder das Gefühl von fließendem Wasser um die Beine und von rauen Steinen unter den Füßen. Endlich wieder das sanfte Rauschen des Flusses in den Ohren und enge Schlaufen die Luft durchschneidend vor Augen. Kurz: Endlich wieder Fischen!

Mit Marc machte ich mich in den frühen Morgenstunden auf den Weg in Richtung Monschau. Erwartungsfroh lehnten wir uns über die Brüstung der alten Metallbrücke im Herzen des noch seelig schlummernden Eifelstädtchens. Anstatt jedoch ein warmes Glücksgefühl in uns auszulösen, holte uns der Blick in die Tiefe wie ein Schlag ins Gesicht auf den nackten Boden der Tatsachen zurück: Der sonst schon schnell fließende Gebirgsfluss schoss als brauner Milch-Kaffee getarnt entlang der steinernen Ufermauern und brauste uns lauthals entgegen: „Hey Jungs, das Fischen könnt ihr hier heute vergessen!“ Ein wenig niedergeschlagen mussten wir unserem Gastgeber nach einem zweiten prüfenden Blick Recht geben und entschieden uns dafür, unsere Reise fortzusetzen. Unser neues Ziel: die Kyll.

In Hillesheim angekommen stellte Marc überrascht fest, dass er nicht nur seinen Angelschein, sondern auch seine Watjacke und -weste zu Hause vergessen hatte. Ich denke, dass ich an dieser Stelle nicht extra darauf hinweisen muss, dass damit selbstverständlich auch sein gesamtes Zubehör den schon für beendet erklärten Winterschlaf in den Tiefen unzähliger Taschen fortsetzen durfte. Glücklicherweise hatte der freundliche Eisenwarenhändler unsere Gesichter nicht vergessen und händigte uns Tagesscheine für die Kyll aus. Ohne ein paar (durchaus verdiente) spöttische Bemerkungen kam mein belgischer Freund aber natürlich nicht davon. Immerhin durfte ich ihn mit einem Nagelschneider den ich zufällig im Auto hatte, meiner Ersatzjacke und einigen meiner selbstgebundenen Fliegen ausstatten. Um meinem peinlich berührten Begleiter im Nachhinein keinen Anlass für weitschweifige Ausreden zu geben, waren natürlich auch schwere und auffällige Muster dabei. Warum schwer und auffällig? Naja ganz einfach. Auch die Kyll führte Hochwasser und war weit davon entfernt als „klar“ bezeichnet zu werden. Dennoch machten wir uns motiviert daran die tiefen Pools und Rinnen im oberen Teilstück der Kyll mit unseren Tungstennymphen abzuklappern. Bis zum Mittag konnten jedoch weder Marc noch ich auch nur einen Zupfer verbuchen. Auch der von uns am Nachmittag befischte untere Teil der ca. 2,5km langen Strecke hielt keine Überraschungen für uns bereit. So mussten wir nach zahlreichen fischreichen Besuchen der Kyll im Jahr 2009 das Gewässer bei unserem ersten Besuch 2010 als Schneider verlassen. Viel wichtiger als Fische an diesem Tag war aber die Gewissheit, endlich wieder Fischen zu dürfen!

In Teil 2 gehts mehrmals an die Rur in Monschau: Weit weniger Wasser, weit mehr Fisch.


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29 04 2010
Ein Rückblick – Teil 2: Die Rur mit Andi, Joseph, Hubert und Marc « Flybei – A Flyfishing Blog

[…] Hubert und Marc 28 04 2010 Nachdem Marc und mich die Kyll mit einem Gratiskurs “Schneidern für Fortgeschrittene” zum Saisonstart begrüßt hatte, gab ich der Rur in Monschau ein paar Tage später eine […]

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