Dussel haben (Teil 1 von 2)

2 12 2010

Vor ungefähr 18 Monaten kam mir das erste Mal in den Sinn, dass es evtl. nützlich wäre, im Besitz eines eigenen Fischereischeins*** zu sein. Denn im Sommer 2009 waren Alex und ich (Anna) in unserer sonnigen Freizeit desöfteren an idyllischen und forellenreichen Gewässern anzutreffen. Auch wenn ich sehr, sehr gern fotografiere und dieses Hobby auch weiterhin vertiefen möchte, fand ich es immer öfter schade, dass ich nicht selbst zur Rute greifen durfte.

*** In Deutschland ist es notwendig, eine Prüfung abzulegen, um die gesetzliche Berechtigung zum Angeln oder Fliegenfischen zu erhalten. Diese Fischerprüfungen finden zwar regelmäßig, aber – zu meinem Leidwesen – nicht besonders häufig statt (in der Städteregion Aachen z.B. nur einmal im Jahr).

Nach dem schönen ersten Urlaub im österreichischen Untertauern und meiner ersten selbstgefangenen Bachforelle stand die Entscheidung dann endgültig fest: „Ich melde mich zur Fischerprüfung an.“ (Ich hatte Alex volle Unterstützung in dieser Entscheidung🙂 )

Aber was geschah dann? Nun, nach dem Urlaub holte uns das Arbeitsleben schnell ein und schwupps war es schon Oktober, die Tage schritten voran wie der Sekundenzeiger und das Semester hatte uns fest im Griff. Eines Tages erinnerte ich mich: „Die Prüfungsanmeldung!

Also geschwind im Internet gesucht und <oh schreck!> da stellte ich fest, dass die Anmeldefrist am Tag vor meiner spontanen Recherche abgelaufen war. Also hopp  ins Auto… ssschnellschnell zur zuständigen Behörde. Da musste doch noch was zu machen sein (dachten wir!), denn der tatsächliche Prüfungstermin war ja erst für Ende November/Anfang Dezember angesetzt… Im grauen Bürotrakt angekommen, sauste ich die Treppen hoch und stand schließlich vor einer konsequenten Dame, die schon bei meinen ersten gestammelten Erklärungen und Bitten anfing verneinend mit dem Kopf zu schütteln. Da halfen selbst der sonst so wirkungsvolle Flunsch-Mund und die großen traurigen Augen nicht.

So ein **** Mist!!!

[hier überspringe ich jetzt ein paar Monate, die mit folgender Aussage, die wir noch öfter aussprechen sollten, zusammengefasst werden können: „Mensch, wenn wir doch nur rechtzeitig an die Prüfungsanmeldung gedacht hätten…!„]

Ok, zweiter Versuch. Dieses Jahr sollte alles anders laufen, das hatten wir uns vorgenommen. Voller guter Vorsätze suchte ich schon Anfang Oktober die Behördenwebseiten auf, füllte das Anmeldeformular aus und überwies den Prüfungsbeitrag. Jetzt fragt sich der eine oder die andere vielleicht: „Und wo bleibt das Lernen?“ jaaa…..

Also, Alex hatte mir vom Kurs abgeraten und da dieser zeitlich auch nicht gut mit meinen anderen Tätigkeiten vereinbar war, folgte ich seinem Rat. Stattdessen wollte ich selbstständig mit den online verfügbaren Materialien lernen. In der Woche der Prüfungsanmeldung – mehrere Wochen vor der tatsächlichen Prüfung – klickte ich mich dann auch schonmal vorbeugend durch einige Multiple-Choice-Fragen. Mein Lerneifer nahm jedoch mit der Zeit ab und die Prüfung geriet etwas in Vergessenheit.

Dann flatterte vor wenigen Wochen ein Brief in unseren Briefkasten: Mein Prüfungstermin stand fest!

Einerseits aufgeregt, weil ich noch nicht genug gelernt hatte, andererseits froh, weil es nun losgehen konnte, fing ich an intensiver zu üben. Neben den Fragen aus den 6 Themengebieten der theoretischen Teilprüfung, galt es jetzt kurz vor knapp noch, die 44 Fischarten auf den Fischtafeln und die 10 Ruten zu lernen.

Ich war schon zuversichtlich, dass alles reibungslos klappen würde, als mein Chef eine Woche vor meiner Prüfung einen verpflichtenden Besprechungstermin genau in die Zeit meiner Prüfung legte. „Oh oh! Was jetzt?“

Anruf bei Frau Claßen von der Fischereibehörde. Sie war nett, konnte mir aber nicht weiterhelfen, da ich bei der Prüfungsanmeldung hätte angeben müssen, wann ich könnte und wann nicht… Ja, wenn ich das dann gewusst hätte… Sie gab mir aber den Tipp, dass ich mit jemandem den Termin tauschen könnte: „Fragen Sie doch einfach mal die anderen Teilnehmer im Kurs.“ (!!!) „äh… ich bin leider nicht im Kurs.“ (–) „Oh“ (–) „Könnte ich Ihnen meine Telefonnummer geben, falls sich jemand bei Ihnen meldet?“ … das durfte ich.

Ohne Hoffnung, dass da noch etwas zu machen sei (ich erinnerte mich an das letzte Jahr), dachte ich über die Alternativen nach. Mein nächster Einfall war, ins Fliegenfischerforum zu schreiben (Alex meinte später, dass Anglerboard wäre besser gewesen). Doch ich musste mir nicht lange Sorgen machen, denn am nächsten Morgen erhielt ich einen Anruf vom Amt: „Wir haben einen Alternativtermin für Sie. Hätten Sie am kommenden Mittwochvormittag Zeit?“ Klar!🙂

Die nächsten Abende waren nun wirklich verplant: Ich klickte mich durch 100te von Fragen und legte mir mit dem Lernkartentool CoboCards sogar noch weitere Fragen zur Bestimmung der Fische an (jeweils ein Bild, zu dem man sagen muss, um welchen Fisch es sich handelt – bei Bedarf einfach bei mir melden!). Nur bei den Ruten wusste ich irgendwie nicht, wie ich vorgehen sollte. Alex musste helfen. Wir nahmen uns also drei Ruten pro Abend vor und er erklärte mir, was ich in welcher Reihenfolge zusammenstellen sollte. Das war für mich – ohne die Materialien mal live gesehen zu haben – richtig schwer zu merken und ich begann, mich vor der praktischen Prüfung ein wenig zu fürchten… „Was, wenn ich die Einzelteile nicht erkenne?“ Alex beruhigte mich. „Die erkennst du schon. Geh nach Ausschlussprinzip vor und merk dir die Kennzahlen.“ Leicht für ihn zu sagen… „Und was ist, wenn ich die Rute wirklich zusammenbauen muss?“ „Das musst du nicht. Das war bei mir auch nicht so und das würde ja auch zuviel Zeit verbrauchen, wenn jeder Prüfling alles zusammenbauen müsste…„.

… und dann war er da: Der Tag der Prüfung!
(Fortsetzung folgt…)


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3 responses

2 12 2010
Frank

Kommentar folgt erst nach der Fortsetzung, liebe Anna!

Dein Frank

2 12 2010
2 12 2010
Anna

@Frank: sehr geschickt!🙂

@Hans: immerhin bis fast zum Ende gelesen und einen Link rausgesucht… danke für das Geschenk deiner wertvollen Zeit!🙂

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