Flyhappening in Putte – ein kurzer Rückblick

6 12 2010

Zurück aus Putte. Unbeschadet! Wenn man einmal von unseren Geldbörsen absieht…

„Unbeschadet“ betone ich deshalb, weil wir auf unserer knapp zweistündigen Rückfahrt am frühen Sonntagnachmittag mit 30 cm Neuschnee auf den belgischen Autobahnen zu kämpfen hatten. Auf meinen zum Minivan umfunktionierten Kombi war jedoch wie immer Verlass und er brachte seine 7 Insassen sicher und warm, manch einem zu warm, zurück in die Heimat – also das deutschsprachige Ostbelgien hier und das grenznahe Aachen dort.

Im Gepäck: zahlreiche Beutelchen mit Bindematerialien. Denn gerade für diejenigen unter uns, die Ihre Fliegen am liebsten selber herstellen und aus dieser Tätigkeit gar ein eigenes Hobby neben dem Fischen machen, hatte die Messe in Putte, entschuldigung: das „Fly Happening“, einiges zu bieten. Insgesamt drei Hallen warteten an diesem Wochenende auf die mit Winterreifen ausgestatteten Fliegenfischer aus Belgien, Holland, Luxemburg, Frankreich, Deutschland und …

Insgesamt drei Hallen wurden im Gemeindezentrum beschlagnahmt und zum Leben erweckt:

  • In einer ersten Halle – zum Glück beheizt – waren zahlreiche Verkaufstände untergebracht. Das Angebot war gut, aber noch überschaubar. Zwar deutlich umfangreicher als auf einer normalen „Hausmesse“, aber eben nicht so umfangreich wie beispielsweise auf den Messen in Charleroi (am letzten Wochenende im Januar) oder etwa in Paris. Was mir persönlich beispielsweise gefehlt hat waren Rutenbauer, auch von Gespließten, oder Anbieter antiker Schätzchen etc. Auch die Franzosen von JMC waren nicht vor Ort, ein üblicherweise beeindruckendes Sortiment. Im Bereich der Bindematerialien fehlte mir ein mit CDC-Federn prall gefüllter Stand. Auch besondere Bindematerialien wie z.B. Aalhaut habe ich nur bei sehr wenigen Anbietern gefunden. Meine virtuelle Wunschliste konnte ich dennoch fast ganz abhaken.
  • In einer zweiten Halle waren Catering, Fliegenbinder und Reiseanbieter untergebracht. Die Prieise für Speisen und Getränke bewegten sich im angenehmen Bereich und mit einem schmackhaften Hamburger bewaffnet machte das Zuschauen beim Erstellen kleinster Trockenfliegen, buschiger Hechtstreamer oder realistischer Steinfliegen doppelt Spaß. Überrascht und erfreut war ich darüber, dass mich zwei Fliegenbinder (ich glaube aus den Niederlanden) auf meinen Blog, meine Berichte und Fotos angesprochen haben. Apropos „Bericht“: der holländische Eigentümer des Sees an dem ich vor kurzem mit Daniel gefischt habe (Bericht: Den Schonzeitkoller bekämpfen 1 von 2) war ebenfalls vor Ort werbend aktiv. Bei ihm konnte man als Messeaktion Erlaubsnisscheine zum halben Preis erstehen. Ich brauche nicht zu erwähnen, dass wir in Anbetracht des noch langen Winters natürlich zugeschlagen haben. Bericht folgt also.
  • In einer dritten Halle – leider unbeheizt – wurden regelmäßig Wurfdemonstrationen durchgeführt. Gerade für diejenigen, die sich „schnuppernd“ auf der Messe bewegten ein tolles Angebot, konnte man an einem kleinen Becken doch selber einmal probieren, wie es sich anfühlt, eine Schlaufe in die Luft zu zeichnen. Tipps und Tricks konnten sich aber natürlich auch die älteren Hasen im Geschäft abschauen. Man lernt ja nie aus!

Unterm Strich hat mir die Veranstaltung gut gefallen, auch wenn Sie von der Größe und der Reichhaltigkeit des Angebots mit der im Januar stattfindenen Messe in Charleroi nicht ganz mithalten kann. Positiv hieran war jedoch gleichzeitig, dass das Fly Happening in Putte nicht überlaufen war. Man konnte sich alles in Ruhe anschauen ohne ständig Angst haben zu müssen, einen Stand zu blockieren. Ob die Aussteller dies auch so gesehen haben wage ich jedoch zu bezweifeln😉

Von den angebotenen Produkten haben mich insbesondere die Artikel von IMAGO begeistert. Eine kleine Firma aus Skandinavien mit einer begrüßenswerten Philosophie zum Fliegenfischen im Allgemein wie zum Thema „Tackle“ im Speziellen. Das rabenschwarze Bellyboot mit den funktionellen Gimmicks sowie die aus dem Tauchsport stammenden Flossen hätten mal ein wenig früher auf den Markt kommen sollen…Auch die (Hüft-)Wathosen und Watjacken der schwedischen Firma machten einen hochdurchdachten Eindruck. Ich habe mir die Watjacke mehrere Minuten angeschaut und immer wieder kleine Details – die nur durch eine lange Erfahrung am Wasser ins Design einfließen können – gefunden. Leider, leider war die in Kürze erscheinende Rutenserie noch nicht mit von der Partie. Die hätte ich gerne einmal geworfen!

Um zum Abschluss auch noch etwas negatives anzumerken: Schade war hingegen  – und dies hat mit der Messe eigentlich nichts zu tun – , dass ich zwei „virtuelle Bekannte“ aus dem Fliegenfischer Forum nur kurz gesehen und gesprochen habe. Denn so viel Platz zwischen und an den Ständen gab es dann doch nicht, als dass man sich alle Nase lang in die Arme gelaufen wäre.

Nachtrag

Gerade habe ich meine Mitbringsel aus Putte ausgepackt und einsortiert. Warum Euch bei der Gelegenheit nicht noch kurz zeigen, was den Weg aus Belgien auf meinen Schreibtisch gefunden hat.

Wie ihr seht, zum einen vornehmlich Materialien um den Rücken von beispielsweise Bachflohkrebsen zu gestalten, zum anderen ein paar Haken. Ich werde in nächster Zeit mal ein wenig mit den japanischen „Matzo“ experimentieren. Sie machen auf den ersten Blick einen sehr guten Eindruck und sind preislich ziemlich attraktiv. Im Fliegenfischer Forum wurden sie vor kurzem übrigens als „sehr empfehlenswert“ befunden😉

Bild 1: Meine Einkaufstüte

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Es erwarten Euch die kommenden Tage und Wochen also eine Reihe von Beiträgen zum Fliegenbinden. Diese werden unter dem Titel „Tagebuch einer Fliegendose“ laufen. Ich werde Euch regelmäßig über den systematischen Aufbau meiner Nymphen-, Trockenfliegen- und Streamerbox auf dem Laufenden halten, begleitet von einigen Anleitungen und Fotos. Ich werde zu jedem Muster Serien aus 6 Exemplaren binden. Das ganze wahrscheinlich in 2 oder 3 Ausführungen – unterschiedliche Größen und Gewichte. Einiges zu tun… Marc hat die letzten Tage schonmal vorgelegt und liegt ca. 50 Nymphen in Führung. Den kriege ich aber noch!

Dies ist btw das bisherige, überschaubare Ergebnis nach den ersten zwei Abenden am Bindestock (lediglich Schnappschüsse mit der kleinen Digicam).

Bilder 2 & 3: Tagebuch einer Fliegendose

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Im Moment befindet sich das intime Grüppchen noch in einer zweiseitigen Dose, wird aber hoffentlich bald in eine vierseitige (mit jeweils 8 Reihen) umziehen😉


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6 responses

7 12 2010
Hans

Hallo,

Gibts die Nymphen dann auch in schön🙂

Gruß
Hans

7 12 2010
Alex

Hallo Hans,

nein, leider nur in fängig😉 Für schön ist keine Zeit.

Grüße
Alex

8 12 2010
Jörg

Hi Alex,
mir gefallen Deine Nymphen gut, bin schon auf Deine Bindeanleitungen gespannt. Gute Idee mit der Fliegendose.

Gruß
Jörg

PS: sag mal, hast Du Arbeitsverbot, man kommt mit dem lesen Deiner Post gar nicht mehr nach.😉

8 12 2010
Alex

Hallo Jörg,

die Zeit die man sonst am Wasser verbringt muss man ja irgendwie anders nutzen😉

Grüße
Alex

22 12 2010
Daniel K.

Hallo Alex,

was en das für geiles Dubbing so so granatenmäßig gut absteht?!

2 Bild Nymphen in der mitte linke seite!

Wäre geil wenn was rauslasst!

Gruß Daniel

31 12 2010
Alex

Hallo Daniel,

entschuldige, dass ich dir erst jetzt antworte. War etwas stressig über die Feiertage😉

Zu Deiner Frage: Das Dubbing ist Hasenohrdubbing von „De Charette“ (http://www.mouches-de-charette.com/)

Hat sehr sehr lange Grannen.

Viele Grüße
Alex

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