Äschen sehen rot!

10 12 2010

Auf meiner Suche nach neuen Inspirationen für Fliegenmuster streune ich nicht nur durch Foren, Videoplattformen und Blogs, sondern auch immer wieder durch gut sortierte Shops für Fliegenfischer bzw. -binder. Umso mehr Fliegen im Angebot umso besser! Im mit über 900 Fliegen üppigen Sortiment von Rolf werde ich fast immer fündig und ertappe mich dabei, wie ich wenig später am Bindestock sitzend versuche, die virtuellen Fundstücke auf Basis der ausführlichen Beschreibungen und Bilder in die Realität zu holen.

Für meinen unmittelbar anstehenden Ausflug zum Äschenfischen habe ich mich auch wieder auf diese „Suchtaktik“ verlassen und bin – wie zu erwarten – nicht enttäuscht worden. Meine Suchkriterien waren vorher schon ziemlich eindeutig definiert: rot, groß, schwer! Für die winterliche Fischerei auf Äschen bei vielleicht widrigen Umständen (erhöhter Wasserstand, leichte Trübung, eingeschränktes Steigverhalten, …) erzielen oftmals gerade Fliegen auf Haken größer als „10“ (sogar rauf bis Hakengröße „2“) beachtliche Erfolge. Da die Fahnenträgerinnen sich in der kalten Jahreszeit nur ungern vom Grund lösen, empfiehlt sich je nach Gewässersituation außerdem eine Beschwerung mit Bleidraht und/oder Tungstenperle(n). Da wo erlaubt, kann auch eine Kombination aus einer schweren und einer leichten Nymphe, die z.B. taumelnd über dem Boden für Aufmerksamkeit sorgt, zum Einsatz kommen.

Auf die richtige Präsentation kommt es an! Während ich in den wärmeren Monaten auch leichte und kleine Nymphen an der langen Leine stromab serviere, greife ich im Winter und im Frühjahr gerne auf die Taktik der „kurzen Leine“ zurück: Die Fliege wird an einem langen Vorfach, ein durchgehendes Stück Monofil, mit einem Rollwurf stromauf geschlenzt. Der ausgestreckte Arm wird gehoben und die Rute parallel zur Wasseroberfläche gehalten. Die Nymphe sinkt schnell zum Grund und wird – einen Tick langsamer als die Fließgeschwindigkeit des Oberflächenwassers – in einer natürlichen Drift geführt. Die lose Schnur wird aufgenommen und mit einem Finger auf dem Blank ist das Rollen des Musters über den Gewässergrund deutlich spürbar. Ab und zu ein Hänger? Dann hast Du die richtige Tiefe! 😉 Ist die Nymphe auf meiner Höhe angekommen, senke ich die Rute leicht und erlaube dem Muster somit in einer freien Drift noch ein paar Meter flussabwärts zu treiben. Am Ende dieses flüssigen Bewegungsablaufs hebe ich die Rute, lasse die Nymphe aufsteigen und setze einen kleinen Anhieb, denn oftmals kommt gerade in dieser Phase der Biss! Diesen erspürt man oder aber man vertraut zusätzlich auf einen Bissanzeiger (z.B. ein Stück Backing mit zwei perfection loops ins Vorfach eingeschlauft). Es ist offensichtlich, dass bei dieser speziellen Fischerei eine leichtere und längere Rute, Marc fischt hierzu z.B. eine #3 in 9,6 ft., einige Vorteile hat.

Achja: Warum gerade die Farbe rot eine scheinbar magische Anziehung auf Äschen ausübt, ist meines Wissens noch nicht hinreichend erklärt worden. Wisst ihr hierzu mehr?

Wie dem auch sei… folgende Muster haben für die kommende Pirsch – hoffentlich bei Schnee – jedenfalls einen Platz in meiner Dose ergattern können. Ob die Äschen tatsächlich „rot gesehen“ und fleißig gebissen haben, werdet ihr natürlich hier in Kürze erfahren! Das fängigste Muster stelle ich dann auch nochmal im Detail vor. Bis dahin müssen diese Fotos genügen:



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One response

10 12 2010
Dieter W.

Nabend Alex,

wiedermal ein schöner und interessanter Bericht. Weiter so!

Mfg,
Dieter

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