Die erste Woche

22 03 2014

von Alex

Die erste Woche der Saison 2014 ist schon vorbei. Der passende Zeitpunkt, eine kurze Bilanz zu ziehen, bevor es morgen weitergeht. Ich war bisher 5 Mal am Wasser unterwegs, allerdings zuletzt immer nur für ein paar wenige Stündchen am Vor- oder Nachmittag.

Die Fischerei war dabei so abwechslungsreich, wie das launische Frühlingswetter. Mal konnte ich mit der Trockenfliege gezielt steigende Fische anwerfen, zuletzt regnete es teils heftig und die Temperaturen fielen auf 4 Grad – Kapputze tief ins nasse Gesicht, statt luftiges Shirt und Sonnenbad am Flussufer. Auch die verwendeten Muster und Geräte variierten mit den sich andauernd verändernden Bedingungen. Vorteil dieses ‚Aprilwetters‘ im März war aber immerhin, dass ich meine über den Winter getätigten Neuanschaffungen schon allesamt austesten konnte. Und was soll ich sagen? Unterm Strich bin ich hochzufrieden! Die Guideline ‚LeCie‘ #3 in 10ft. hatte ich ja bereits beim Äschenfischen als sehr feines und sensibles Stöckchen kennengelernt. Jetzt will ich mich kaum mehr von ihr trennen. Denn nicht nur zum Nymphen (selbst mit zwei schweren Mustern) ist sie hervorragend geeignet, nein, auch mit der Trockenfliege weiß sie zu begeistern. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich die 58er vom letzten Wochenende mit einer spitzenbetonten 5er Rute höchstwahrscheinlich zu Beginn des Drills, bei der ersten Flucht oder dem ersten Sprung des Fisches, verloren hätte. Ich bin begeistert, wie sie einerseits die Kraft großer Fische abfedert und gleichzeitig andererseits genug Reserven besitzt, um ihnen ausreichend Paroli zu bieten. Ich bin sehr gespannt, ob sich die Rute auch im Wildwasser bei ähnlich großen Bachforellen behaupten kann.

Auch meine ’neue‘ gebrauchte ‚LeCie‘ 10 Fuß #6 ist in den letzten Tagen eingeweiht worden. Insbesondere dann griff ich zu ihr, wenn das Wasser sehr trüb war und ich auf Streamer umschwenken musste. Ein gewaltiger Unterschied zur Kompromisslösung einer 5er oder gar 4er Rute! Der Transport von Mustern auf Hakengröße 2 mit 5,5mm Tungstenperle und zusätzlicher Bleiwicklung gestaltet sich beinahe so leicht, wie die Präsentation einer kleinen Nymphe. Dennoch liegt sie federleicht in der Hand und das, obwohl ich meine ‚Haze‘ 6/8 draufgepackt habe. Einen Großteil dieses Good-Vibes-Feeling trägt aber mit Sicherheit auch die Guideline ‚4-Cast‚ bei, eine perfekte Wahl, wenn es um Würfe zwischen 8 und 16m Meter geht. Sie ist ein bisschen weniger aggressiv als die von mir so geschätzte ‚Presentation‘, fühlt sich aber Dank ihrer etwas längeren Keule dafür nicht nur im Nahbereich sehr wohl. Leerwürfe brauche ich dennoch so gut wie keine – und das ist doch die Hauptsache, denn nur die Fliege im Wasser kann auch fangen 😉 Ich spiele derzeit mit dem Gedanken, ob ich sie mir auch noch als Sinktip für den Fluss zulegen soll. Erfahrungsberichte hierzu habe ich bisher nicht gefunden, vielleicht kann ja jemand von Euch helfen?!

Ich könnte jetzt an dieser Stelle noch ein bisschen mehr Tackle-Talk betreiben, etwa über meine neuen Watklamotten aus dem Hause Vision. Denn ich habe mich über den Winter komplett neu eingekleidet, so dass ich nun eine zweite Garnitur besitze, auf die ich für Kurse oder aber für Spontanbesuche von Freunden zurückgreifen kann. Für welche Produkte des finnischen Herstellers ich mich genau entschieden habe, bringe ich aber lieber in Kürze mal in einem gesonderten Beitrag unter. Stattdessen gibt es abschließen hier und jetzt noch ein paar Bilder vom heutigen Nachmittag:

Ich war etwa 5 Stündchen hinter der Grenze und habe wieder die komplette Bandbreite erlebt, sowohl hinsichtlich des Wetters, als auch hinsichtlich der Fischerei. Begonnen habe ich bei angenehmen Temperaturen um die Mittagszeit mit der Trockenfliege. Wieder schlüpften hier und da größere Exemplare der ‚Baetis Rhodani‘ und ich konnte schnell einige Rotgetupfte bis 40cm überlisten. Als der Wind jedoch auffrischte, stellten die Fische prompt das Steigen konsequent ein und ich wechselte notgedrungen auf die Nymphe. Nur, um wenig später nach einem kräftigen Hagelschauer, Platzregen, einem Sturz des Thermometers auf nur 4 Grad und einer hastigen Flucht in eine nahegelegene Fritterie (zu deutsch: Pommesbude), nochmal abschließend den Streamer swingen zu lassen.

Dabei hatte ich dann den ersten Kontakt mit einer 70+ Forelle in diesem Jahr! Das ging schneller als erhofft, zumal ich in der braunsten Soße fischte. Der Fisch hatte offenbar gute Augen, denn er schoss aus seiner Uferdeckung auf den Zonker und zeigte mir nahe der Oberfläche seine silbrige Flanke. Massiv! Ich bin mir sicher, dass zwei Hände nicht gereicht hätten, um den gewaltigen Körper zu umgreifen. Leider (!!!) konnte ich es nicht ausprobieren, denn obwohl ich den Haken noch per erschrockenem Strip-Strike halbwegs setzen konnte – ehrlich gesagt hatte ich im Auslauf des Pools nicht mehr mit einem solchen Biss gerechnet und war mit den Gedanken schon beim nächsten Hotspot – stieg die beeindruckende Gestalt nach wenigen Sekunden im Drill aus. Ärgerlich! Aber immerhin weiß ich nun, wo ich beim nächsten Mal suchen muss.

Einen versöhnlichen Abschluss gab es dann aber doch noch, denn nicht nur die Sonne kam noch einmal hervor, sondern nur 20 Meter weiter flussabwärts stieg noch ein zweiter sehr schöner Fisch ein. Nach kurzem Drill fand sich die 55er Bafo sicher in meinem neuen Schonnetz (Modell ‚Trout Bum Holston‚ von Brodin), welches ich mir vor ein paar Wochen extra noch für die Pirsch auf Großforellen zugelegt hatte, wider und nur wenige Sekunden darauf, entließ ich sie behutsam zurück in ihre Freiheit. So soll das sein!

Die meisten von Euch wissen, dass ich ein Verfechter von Catch & Release bin und mich ungern auf Diskussionen hierzu einlasse. Insbesondere, wenn es um die Fischerei in Belgien oder Holland geht, wo diese Praktik gesetzlich legitimiert ist. Ganz unabhängig davon, sollte für uns alle stets der schonende Umgang mit dem Fisch im Vordergrund stehen. Einen sehr empfehlenswerten Artikel hierzu laß ich kürzlich auf Gink and Gasoline. Weitere wichtige Punkte dazu etwa auch hier bei Orvis.

Mal schauen wie das Wochenende morgen weitergeht. Wenn die Pegel der Rur über Nacht steigen sollten, werde ich es in der Eifel versuchen. Falls nicht, wird mir sicher etwas anderes einfallen. Dem Wetter bestimmt auch…

Sollte es Euch auch noch ans Wasser ziehen, wünsche ich Euch viel Vergnügen und Tight Lines! Vergesst die Watjacken nicht!

Alex

Werbeanzeigen




Saisoneröffnung 2014

19 03 2014

von Alex

Wir haben heute den 19.03. und die Saisoneröffnung 2014 ist damit bereits seit ein paar Tagen ‚Geschichte‘. Höchste Zeit also, eine kleine Geschichte über sie zu schreiben, eine Geschichte mit einigen ‚Ups‘ and ‚Downs‘ und einer Fischerei, die ich so nicht erwartet hätte. Aber der Reihe nach, solche Geschichten wollen ja von A bis Z erzählt werden:

Bereits am Freitagabend machte ich mich auf den kurzen Weg Richtung Ostbelgien, denn in diesem Jahr öffneten die Flüsse ihre Pforten ausnahmsweise vor der Rur, schon am 15.03. bzw. laut Reglement am „3. Samstag des Monats“. An den Flüssen NRWs hingegen endete die Schonzeit (wie immer) erst am 16.03. Es lag also ein Wochenende mit vielen Möglichkeiten vor mir.

Mein Plan sah vor, am Vorabend der ‚Ouverture‘ noch einmal den Wasserstand vor Ort zu überprüfen, mich mit meinem belgischen Freund Kristof zu treffen und bei einer ersten belgischen Fritte – der noch einige weitere folgen sollten – eine Reihenfolge der von uns befischten Spots für den Samstag festzulegen. Außerdem wollten wir uns über Taktiken und Techniken für das niedrige und klare Wasser des Flusses – der um diese Jahreszeit meist 20cm mehr führte und leicht angetrübt war – austauschen. Für den Sonntag ließ ich mir dann die Option offen, einen zweiten Tag in der Wallonie zu verbringen, oder aber in Richtung Eifel aufzubrechen und den Fluss zu wechseln.

Wir entschieden uns dafür, unsere Route am frühen, sehr frühen Morgen – nach einer eisigen und ungemütlichen Nacht im Auto – im unteren Teil der bewatbaren Strecke zu starten.

‚Bewatbar‚ meint, dass das Waten dort erlaubt ist. Bis zum 1. Samstag im Juni (bis zur sog. ‚Großen Eröffnung‘) darf an den meisten Flüssen größtenteils nämlich nur vom Ufer gefischt werden. Möchte man weiter flussabwärts fischen, so muss man sich am Ufer bewegen und muss auf Beschwerung jeglicher Art verzichten – dies sollte für uns noch relevant werden.

Wir konzentrierten uns ausschließlich auf solche Spots, von denen wir mit Gewissheit wussten, dass hier in der Vergangenheit oftmals große Bachforellen auf Beute gelauert hatten und versuchten zunächst, diese mit Zonker-Streamern aus dem dichten Wurzelwerk und aus dem Schutz der tiefen Gumpen zu locken. Ohne Erfolg! Das Wasser war hier vermutlich doch zu niedrig und zu klar, um mit dieser plumpen Taktik erfolgreich zu sein. Daher sattelte ich schnell um, wechselte von der 6er auf die 3er Rute und begann, mich nymphend stromaufwärts in Richtung der nächsten aussichtsreichen Stellen zu bewegen. Auf dem Weg dorthin fing ich meine ersten Bachforellen um die 30cm, wobei einige durch Attacken des Kormorans gezeichnet waren.

Saisonstart03

Bild 1: Dem Kormoran entkommen

Den nächsten Hotspot vor dem inneren Auge – eine kurze Folge aus zwei Pools und einer langen, tiefen Rinne – bog ich um die letzte Flussbiegung und voilà: der erste Fliegenfischer kam uns entgegen. Zut! Mais, c’est la vie… Ein Befischen der von ihm passierten Stellen schien wenig aussichtsreich, war der Flussgrund doch vornehmlich lehmig und der Abschnitt daher nicht nur bereits beackert, sondern auch durch aufgewühltes Sediment mit Sicherheit eingetrübt. Also Kehrtwende, zurück zum Auto und weiter im Plan.

Dass wir diesen allerdings wohl schnell verwerfen müssten, merkten wir spätestens auf unserer kurzen Fahrt flussaufwärts: An jedem Sektor sahen wir zahlreiche geparkte Autos am Straßenrand und ganze Scharen von Fliegenfischern im/am Wasser. In den letzten Jahren sah dies noch gänzlich anders aus, allerdings hatten wir zumeist auch Temperaturen um den Gefrierpunkt und auf den ersten Blick weitaus schlechtere Wasserbedingungen gehabt. Der plötzliche Wetterumschwung Ende der Woche, hin zu kühlerer Luft und leichtem Sprühregen, konnte nach den beinahe sommerlichen Tagen offenbar kaum jemanden davon abhalten, loszuziehen. Ärgerlich, aber natürlich durchaus verständlich…

Bei unserem zweiten Hotspot angekommen sahen wir zu unserer Ernüchterung dann in unmittelbarer Nähe vier Personen in ihre Wathosen schlüpfen und sich darauf vorbereiten, in ihre Saisoneröffnung zu starten. Ein schneller Blick ins Wasser setzte dann noch einen drauf: fünf Spinnfischer, die ihre Blinker, Wobbler und Co durch die fischreiche Rinne jagten. Spätenstens hier wussten wir, dass der Tag vor uns sehr ‚tough‘ werden würde und wir an den zugänglichen Abschnitten des Flusses wohl kaum mehr Stellen finden würden, die noch nicht befischt worden waren. Keine schönen Aussichten! Schnell schmiedeten wir also Plan B, der längere Märsche zu Fuß durchs teils dichte Unterholz umfasste, aber zumindest auch die motivierende Aussicht, nicht Nr. 3, 4 oder 5 in der Reihe zu sein. Diese Entscheidung sollte sich auszahlen! Denn in der Folge verbrachten wir zwar weniger Zeit im Wasser als ursprünglich geplant, konnten dafür aber auch die ersten Bachforellen bis 40cm landen, darunter eine stattliche Rotgetupfte für Kristof von 49cm.

Am Frühabend erlebten wir dann sogar noch einen Schlupf kleiner, oliv-farbener Eintagsfliegen und ich durfte mich über die ersten Fische auf die Trockene freuen. So etwas hatte es in den letzten Jahren am 1. Tag auch noch nicht gegeben! Erfolgreich war hier insbesondere eine simple Hasenohr, lediglich bestehend aus etwas grobem Dubbing und einer feinen Goldrippung, gebunden auf einen 19er Schonhaken. Keine Hechel, kein Flügel, kein Schwänzchen. Unscheinbar und schlecht schwimmend, für selektive Bachforellen aber eine sehr gute Wahl. Mit dieser Fliege am dünnen Tippet war der Höhepunkt des Schlupfes, dass ich aus erhöhter Position eine Bachforelle von ca. 50cm beim regelmässigen Steigen beobachten durfte. Anschließend bestand die Herausforderung darin, den Fisch zwischen zwei Krautfahnen und in einer langsameren Passage an der anderen Flusseite mit einer dragfreien Drift zu überzeugen. Es kam jedoch nicht nur auf eine saubere Präsentation über etwa 13 Meter an, sondern auch darauf, den richtigen ‚Rythmus‘ des Fisches, das richtige Intervall seines Steigverhaltens zu finden. Nach etwa 10 Versuchen gelang es mir dann endlich seinen Ansprüchen zu genügen und ich durfte erleben, wie die knapp unter der Oberfläche stehende Bachforelle ihren Kopf leicht zur Seite schwenkte, sich ein paar Zentimeter empor bewegte und meine winzige Hasenohr einschlürfte. Der sanfte Anschlag passte, der dünne Haken schien zu sitzen, löste sich dann allerdings schnell nach einem Sprung des Fisches und seiner anschließenden Flucht ins Grün.

Nach diesem Erlebnis brachte bei Einbruch der Dunkelheit und bei Fritte Nr. 2 der erste Tag der Saisoneröffnung mindestens drei Erkenntnisse:

1. Kein ‚großer‘ gelandeter Fisch für mich.

2. Unfassbar viele Angler, ein damit verbundener hoher Befischungsdruck (nach 32 Personen hörten wir auf zu zählen) und die Gewissheit, dass ein Großteil der Strecke vom ‚who is who‘ der belgischen Fliegenfischerszene besucht worden war.

3. Hier und da bereits regelmäßig steigende Forellen und teils große Exemplare der ‚baetis rhodani‘.

Insbesondere die dritte Erkenntnis ließ mich nach einer zweiten unruhigen Nacht und einer sich zwischenzeitlich ankündigenden Migräne (gegen die Kristofs ‚Wunderpille‘ allerdings schnelle Hilfe brachte) in Belgien verweilen. Obwohl es verlockend schien, den Sonntag bei weniger Trubel entspannt an der Rur zu verbringen, gab es die attraktive Aussicht, eine Großforelle auf Sicht mit der Trockenfliege zu fangen. Vorausgesetzt natürlich, wir konnten erneut einen Schlupf abpassen und einen Abschnitt finden, der nicht schon x-fach befischt worden war.

Wir konzentrierten uns daher am Sonntag auf Teile des Flusses, die für die Fischerei mit Nymphe und Streamer unattraktiv erschienen und von denen wir uns deshalb erhofften, dass hier am Vortag weniger los gewesen war. Und tatsächlich, am späten Vormittag war es so weit: Wieder saßen die ersten Rhodanis auf der Wasseroberfläche und die ersten Ringe zeichneten sich deutlich in der gleichmäßigen und ruhigen Strömung ab. Wir warfen allerdings nicht jeden steigenden Fisch an, sondern hielten Ausschau nach kleinen Ringen und somit sanft und vorsichtig steigenden Fischen – oftmals größere Exemplare. Schnell waren die ersten Bachforellen gefangen, diesmal auf Eintagsfliegenmuster in Größe 16, gebunden mit Quill-Körpern (entweder so oder so), einem Schwänzchen aus Coq de Leon und CDC-Flügeln. Etwas weiter stromab das gleiche Spiel, auch hier viele Fische auf engstem Raum und somit die Herausforderung, selektiv die ‚besseren‘ Flossenträger am Stieg zu erkennen. Schnell zogen mich die Ringe einer Forelle am gegenüberliegenden Ufer in den Bann. Dort befand sich ein Busch mit weit aufs Wasser ragenden Zweigen, im Wasser außerdem jede Menge angeschwemmtes Totholz – ein idealer Standplatz. Ich entschied mich für eine kleine Klinkhammer (#20), gebunden ebenfalls mit einem schlanken, oliv-farbenen Körper und einer spärlichen CDC-Hechel. Bereits die erste saubere Drift, stromabwärts serviert, schien die Rotgetupfte zu interessieren und als sie sich mit der Fliege stromabwärts treiben ließ, erkannte ich ihre Ausmaße: ein Prachtfisch! Schon als sie zum Take ansetzte, rief ich Kristof. Es folgte ein langer Drill mit zwei beeindruckenden Sprüngen zu Beginn und einigen Fluchten stromauf und stromab. Meine 3er Rute federte die Fluchten, trotz des feinen Tippets, jedoch souverän ab und nach wenigen Minuten, konnte Kristof den Fisch sicher landen.

Saisonstart05

Bild 2: 58cm auf die Trockenfliege

Er maß 58 cm, war schlank gebaut, hatte einen kleinen Kopf, eine leich-rötliche Grundfärbung und die für den Fluss typische, blaue Wangenzeichnung. Ein Traumfisch und mein persönlicher Rekord auf die Trockenfliege in Ostbelgien. Und das am 2. Tag der neuen Saison! Ich setzte ihn schonend zurück und schnell verschwand er im klaren Wasser in Richtung seines Totholzes.

Nach diesem Erlebnis saßen wir eine Weile still am Ufer und konnten es nicht fassen. Nur ab und an gaben wir mit einem breiten Grinsen ein leises „58 on a dry…“ von uns. Da der Schlupf aber noch immer im Gange war, rafften wir uns motiviert wieder auf und pirschten uns am Ufer weiter flussabwärts entlang. Ein paar hundert Meter unterhalb erreichten wir die nächste ruhige Passage und auch hier konnten wir aus sicherer Entfernung unterschiedliche Ringe ausmachen. Wieder waren zwei dabei, die von größeren Fischen zu stammen schienen. Der erste Fisch verwehrte sich unserer Fliege mehrfach, der andere hingegen konnte nicht widerstehen und nahm direkt. Was dann folgte war eine Wiederholung des ersten Tanzes, mit dem Unterschied, dass dieser Bachforelle im direkten Vergleich ein paar Zentimeter fehlten: 54 cm!

Nicht nur wir lachten jetzt, sondern auch die Sonne kam zuvor, nachdem sie sich den ganzen (Vor-)Mittag hinter dichten Wolken versteckt gehalten hatte. Jetzt gab es nicht nur eine Trockenfischerei, sondern auch noch eine Trockenfischerei im T-Shirt. Was für ein Tag! Mit dem Wetterumschwung ebbte jedoch gleichzeitig der Schlupf stark ab und wenig später schien das Wasser wie ‚tot‘. Kaum zu glauben, dass wenige Minuten zuvor hier große Bachforellen regelmässig gestiegen waren. Bis zum Abend fischten wir daher anschließend wieder vorwiegend schnellere Passagen und fingen mit der Nymphe noch einige Rotgetupfte bis 35cm, größere Exemplare konnte wir nicht mehr ausfindig machen. Aber das wäre des Guten dann auch zuviel gewesen 😉

Den Abend ließen wir bei belgischer Fritte Nr. 3 und einem kühlen Jupiler in der Sonne ausklingen und trafen noch einige weitere Bekannte, die sich ebenfalls dazu entschieden hatten, den Tag mit einer lokalen Spezialität zu beenden. Jeder erzählte von seinen Erlebnissen der beiden Tage und alle waren sich einig, dass dies eine ganz besondere Saisoneröffnung gewesen war. Mit vielen ‚Downs‘ (viele Angler), aber auch vielen ‚Ups‘ – allen voran der Möglichkeit, bereits Mitte März steigende Fische mit der Trockenfliege zu verführen. Fliegenfischerherz, was willst Du mehr?!

Ich hoffe, dass Ihr auch ein paar schöne Stunden am Wasser verbracht habt und bin gespannt darauf, Eure Geschichten zu hören!

Tight Lines.

Alex

Saisonstart01

Saisonstart02

Saisonstart04





Es geht los!

14 03 2014

von Alex

Wir haben lange darauf gewartet: Die Saisoneröffnung! Dieses Wochenende starten die meisten von Euch ins Fliegenfischerjahr 2014. Die letzten Tage haben wir alle viel Zeit damit verbracht, unsere Sachen vorzubereiten, die letzten Lücken in unseren Fliegendosen zu füllen und uns in allen Facetten auszumalen, wie die ersten Stunden am Wasser wohl sein werden. Die Aussichten, dies gilt wohl für die meisten Gewässer unserer Region, sind aufgrund der sehr milden Temperaturen der letzten Zeit sehr gut. Die Forellen sind – wie ich vielerorts beobachtet habe – sehr aktiv und nehmen bereits die ersten, kleinen Eintagsfliegen von der Oberfläche. Regelmäßige Ringe sprechen für die ersten ausgeprägten Schlüpfe. Während wir im letzten Jahr bei erhöhtem Pegel und Schnee das erste Mal ins Rauschen des Flusses eingetaucht sind, erwartet uns diesmal (zumindest bei uns) ein recht niedriger Wasserstand – zu meinem Bedauern, liebe ich doch insbesondere die Fischerei im schnellen Wildwasser. Aber ich werde sicherlich auch bei diesen Bedingungen ein breites Grinsen auf dem Gesicht haben. Denn das wichtigste ist doch, dass wir unsere Freunde am Ufer wieder treffen, unsere über den Winter veränderten Gewässer neu entdecken können und wieder da sind, wo wir hingehören: in unseren Wathosen.

Für mich geht es in diesem Moment los. Meine Taschen stehen gepackt vor mir, das Auto ist aufgetankt. In 5 Minuten geht es in Richtung Belgien, um morgen in aller Früh die Nymphen zu wässern. Wohin es mich am Sonntag verschlägt ist noch unklar, vielleicht an die Rur, vielleicht bleibe ich aber auch in der Wallonie. Ich werde mich überraschen lassen und wünsche Euch, dass auch Ihr auf die ein oder andere Überraschung trefft – hoffentlich ist sie rotgetupft!

Einen ausführlichen Bericht zu meiner Saisoneröffnung, Bilder meiner aktuellen Fliegendosen und (hoffentlich) einige Fotos der ersten Bachforellen findet Ihr am Sonntagabend auf unserer Facebookseite oder am Montag hier auf FLY.BEI.

Tight Lines!

Euer Alex

.

Saisonstart





Kurswoche: Fliegenfischen im Gebirgsfluss

17 02 2014

von Alex

In diesem Sommer – genauer gesagt vom vom 24. bis 31. August – geht es endlich wieder zum Fliegenfischen nach Österreich. Wie in den letzten Jahren auch, werde ich Familie Kohlmayr in ihrem gastfreundlichen Hotel südlich von Salzburg besuchen. Diesmal werde ich die Taurach in und um Unterrauern allerdings nicht alleine befischen, sondern vielleicht mit einigen von Euch!

In Zusammenarbeit mit dem Gasthof zur Post habe ich eine Fliegenfischerwoche unter dem Motto ‚Fliegenfischen am Gebirgsfluss‚ konzipiert. Den Auftakt macht ein informativer Bindeabend am Sonntag, den 24. August. In gemütlicher Runde wird es um Grundlegendes zur Trocken- und Nymphenfischerei im Wildwasser gehen. Außerdem werden wir gemeinsam einige erfolgreiche Muster für die kommenden Tage am Fluss binden.

Am Montag und Dienstag (25. + 26. August) findet dann ein Intensivkurs statt, in dem es nicht nur um die geeigneten Würfe und Präsentationen der Trockenfliege am Gebirgsfluss gehen wird, sondern auch Techniken und Taktiken der Nymphenfischerei in der Praxis erprobt werden. Wir werden an beiden Tagen jeweils 9 Stunden am Wasser sein und unterschiedliche Flussabschnitte und Gewässerstrukturen der abwechslungsreichen  Taurach kennenlernen. Dieser Intensivkurs ist lediglich für 4 Personen (sowohl Anfänger als auch Fortgeschrittene) gedacht, so dass jeder von Euch am Wasser individuell und intensiv begleitet werden kann.

In den darauffolgenden Tagen gibt es zudem die Möglichkeit, die Taurach im Rahmen eines exklusiven Guidings (ganzer od. halber Tag) zu erkunden und dabei bestimmte Schwerpunkte, die wir im Vorhinein gemeinsam besprechen und festlegen, zu behandeln.

Ich würde mich sehr freuen, Euch im Rahmen dieses Intensivkurses, oder aber beim Guiding unter vier Augen, meine Erfahrungen mit der Fliege am schnellen Gewässer weiterzugeben. Falls Ihr Euch ein Bild von der Taurach machen möchtet, empfehle ich Euch einen Blick in meine ‚Berichte‚ der letzten Jahre.

Nähere Informationen und die Konditionen der Fliegenfischerwoche ‚Fliegenfischen am Gebirgsfluss‚ erhaltet ihr auf der Webseite des Ferienhotels Gasthof zur Post. Dort findet Ihr grundsätzlich natürlich auch alle speziellen Angebote für Fliegenfischer, die Euren Urlaub in Untertauern betreffen. Da die Plätze stark begrenzt sind, könnt ihr Euch zum Kleingruppenkurs nur bis zum 1. August direkt bei Familie Kohlmayr anmelden. Die Guidings können entweder jetzt schon über die Webseite vom Gasthof zur Post, oder – solange noch Termine frei sind – kurzfristig vor Ort im Hotel gebucht werden.

Bei Fragen könnt Ihr Euch natürlich jederzeit an mich wenden: kontakt@flybei.de

Wir sehen uns in Österreich, wir sehen uns am Wasser! Tight Lines!

Euer Alex

Fliegenfischerwoche

Fliegenfischen im Gebirgsfluss

.

Info-Text zur Fliegenfischerwoche ‚Fliegenfischen am Gebirgsfluss‚:

.

Die junge Taurach lässt das Herz eines jeden Fliegenfischers höher schlagen: der wilde Charakter des Gebirgsflusses mit seinen vielen tiefen Pools, Störsteinen und Kehrströmungen bietet auf einer Länge von über 18 km farbenfrohen Bach‐ und Regenbogenforellen sowie kampfstarken Saiblingen unzählige Standplätze.

Das schnelle und unruhige Wasser ermöglicht sowohl mit der Trockenfliege als auch mit der Nymphe eine aktive, abwechslungsreiche und kurzweilige Fischerei und aufgrund des klaren Wassers sind mit einem geübten Auge viele der hellen Fische auf dem weißen Kieselgrund auszumachen.

Dennoch ist die saubere Präsentation der Fliege im Gebirgsfluss nicht immer einfach, denn die strömungsarmen Taschen – in denen die Salmoniden oftmals geduldig auf Nahrung warten – sind klein, die aussichtsreichen Pools tief und die vielversprechenden Rinnen möglicherweise von langen Ästen überragt. Schnell können sich am Wasser dann die ersten wichtigen Fragen stellen:

  • Wie kann ich meine Trockenfliege in der Kehrströmung halten?
  • Wie komme ich mit meiner Nymphe auf Tiefe und wie erkenne ich den Biss?
  • Mit welchem Wurf meistere ich den dichten Uferbewuchs?

Auf diese und viele weitere Fragen geben der Intensivkurs ‚Fliegenfischen am Gebirgsfluss‚ von Alexander Keus und seine exklusiven Guidings an unserem Gewässer konkrete, praxisnahe Antworten.

Alexander Keus kennt beinahe jeden Stein der Taurach und begleitet Sie durch den abwechslungsreichen Gebirgsfluss. Er führt Sie zu den fischreichen Stellen im Gewässer und zeigt Ihnen, wie Sie die unterschiedlichen Anforderungen des Flusses sicher und souverän meistern und Ihre Fliege gezielt zum Fisch bringen.

Seinen Service passt er dabei flexibel an Ihre Kenntnisse (egal ob Anfänger oder Fortgeschrittener) und Ihre Wünsche an: Möchten Sie ein exklusives Einzelguiding an einem ganz bestimmten Tag Ihres Urlaubs oder lieber am Intensivkurs (2 Tage, jeweils 9 Stunden, max. 4 Personen) teilnehmen? Geht es Ihnen um das effektive Befischen tiefer Pools im unteren Flussabschnitt oder sind Sie interessiert an einer Flusswanderung durch die tiefe Taurachschlucht? Wie wäre es, im Rahmen eines abendlichen Bindekurses die effektiven Muster für die Taurach kennen zu lernen und für den gemeinsamen Ausflug selber zu binden? Sprechen Sie uns einfach an und buchen Sie vor Ihrem Urlaub Ihr ganz individuelles Fliegenfischer‐Paket!

 

Im Detail…

  • Der Termin: Der Auftakt zum 2-tägigen Intensivkurs „Fliegenfischen im Gebirgsfluss“ ist am bereits am Abend des 24. August. Beim Fischerstammtisch gibt es eine Einführung in das Binden erfolgreicher Fliegenmuster für die Taurach und grundlegende Informationen zum Fliegenfischen im Wildwasser.
  • Der Intensivkurs: Während des 2-tägigen Intensivkurses (Montag & Dienstag, jeweils 9 Stunden) liegt das Hauptaugenmerk auf den Wurf- und Präsentationstechniken am schnellen Gebirgsfluss. Lernen Sie in einer Kleingruppe die erfolgreichsten Techniken der Nymphen- und Trockenfliegenfischerei kennen.
  • Das Guiding: Für die restliche Woche steht Alexander Keus unseren Hotelgästen mit einem exklusiven, auf Ihre individuellen Wünsche angepasstem Guiding-Angebot zur Verfügung. Lassen Sie sich zu den fischreichen Stellen unserer Strecke begleiten und lernen Sie die effektivsten Präsentations-Techniken unter vier Augen kennen.
  • Die Kosten:

Intensivkurs: € 140,00 pro Teilnehmer (2 Tage, je 9 Stunden – max. 4 Personen)

Guiding: € 95,00 pro Tag oder alternativ €   50,00 pro 1/2-Tag


Anmeldefrist für dieses spezielle Angebot ist der 1. August 2014
Die Guidings können – solange Termine frei sind – auch noch kurzfristig vor Ort gebucht werden. Eine Besprechung der Inhalte und Schwerpunkte für den gemeinsamen Tag am Wasser findet jeweils am Vorabend statt oder bereits vor Urlaubsantritt per Mail (kontakt@flybei.de).

Für alle Fragen zu diesen Angeboten steht Ihnen Alexander Keus per Mail gerne zur Verfügung: kontakt@flybei.de

.

.

Nachtrag:

Falls Ihr auch ein paar bewegte Bilder vom Wasser sehen wollt, kann ich Euch die Videos von Max (Troutstalking) nur wärmstens empfehlen. Er war im letzten Jahr an der Taurach und hat von seinem Urlaub drei schöne Kurzvideos erstellt.

.

.

.





Fish Finder

7 02 2014

von Alex

Wir alle haben derzeit Hummeln im Hintern, man kann es nicht anders sagen. Zumindest geht es mir und den anderen Fliegenfischern in meinem Bekannten- und Freundeskreis so. „Nur“ noch knapp 5 Wochen bis zum Start in die Forellensaison 2014! Was hilft, diese steigende Nervosität und dieses Gefühl der Rastlosigkeit in den Griff zu bekommen, sind entweder die letzten Hechttrips vor Ende Februar, ein paar extra Bindeeinheiten, die xte Bestellung beim Händler des Vertrauens, das Surfen im Netz auf der Suche nach neuen Videos, oder: ein Spaziergang am Wasser!

Bei gutem Wetter entscheide ich mich nach Neujahr regelmäßig für letzte Möglichkeit und versuchte dabei nicht nur frische Luft zu schnuppern, sondern natürlich hier und da schon eine schöne Forelle für den Saisonstart zu finden. Bei einem dieser Streifzüge durch den Wald ist mir dies vor ein paar Tagen gemeinsam mit Nino gelungen. Wir konnten ein paar bereits recht aktive Rotgetupfte ausfindig machen und aus sicherer Entfernung mit dem Makro-Tele ablichten. Da die Lichtverhältnisse aufgrund der tief stehenden Nachmittagssonne allerdings nicht optimal waren und wir bergab/bergauf kein Stativ mitschleppen wollten, sind leider nicht alle Fotos gestochen scharf. Aber vielleicht kommen vor dem 16. März ja noch ein paar sonnige Tage und ich kann ein paar weitere digitale Lichtbilder nachreichen – vorausgesetzt, wir können überhaupt Fische finden. Denn ganz so leicht ist es nicht, die durch ihre dunkle Rückenfärbung perfekt angepassten Bachforellen auf ihren Standplätzen auszumachen. Glück hat, wer neben passendem Wasserstand und ausreichenden Lichtverhältnisse auch einen kleinen Schlupf erlebt. Dann kann man mit ein wenig Glück vielleicht sogar einen Stieg beobachten und die Sucherei wird erheblich erleichtert 😉





Der Herbst ist da

2 10 2013

von Alex

Der Herbst ist da! Das merkt man aber nicht nur an den fallenden Temperaturen, dem ersten nächtlichen Bodenfrost in der tiefen Eifel oder dem gelben Laub auf dem Wasser. Nein, auch daran, dass immer mehr Äschen in unseren heimischen Gewässern zu finden sind. Auch wenn sich mir ein Steigen der bildhübschen Fahnenträgerinnen in den letzten sonnigen Herbsttagen noch nicht so oft geboten hat, durfte ich mich dennoch über zahlreiche Vertreterinnen der Gattung ‚Thymallus thymallus‘ freuen. Die tief geführte Nymphe bzw. wo erlaubt, ein Setup aus einem schweren Dropper und einem leichteren Modell auf Hakengrößen #14 oder #16 am Point, bescherten mir einige prächtige Fänge in Belgien und an Rur.

Guideline Fario

Einen Anteil daran hat sicher auch meine hierfür erworbene neue Rute: Seit ich mit der Guideline Fario in Klasse 4 mit 10 ft. fische, bekomme ich das Verhalten der Nymphen am Flussgrund noch besser mit. Sowohl das Rollen der Nymphen über die Steine als auch jeder noch so sanfte Take werden über das gestreckte Vorfach und die sensible Spitze des Blanks übertragen. Das geringe Gewicht der Rute mit ca. 80g in Kombination mit einer recht leichten Rolle (ich habe mich für eine Guideline Haze V2 entschieden) erlauben es mir noch einfacher, mit gestrecktem und erhobenem Arm stundenlang zu fischen – wobei natürlich insbesondere die zusätzlichen 30cm gegenüber meiner 9ft. Rute dabei die Fischerei entspannter machen.

Aber nicht nur die Äschen, sondern auch die Bachforellen waren in letzer Zeit sehr aktiv. Dies hing allerdings immer stark vom Pegel der unterschiedlichen Flüsse ab. An der Rur hatte ich auf unterschiedlichen Abschnitten das Glück, einige Tage mit 30cm oder mehr verbringen zu dürfen. Obwohl das ansonsten leicht rötliche Wasser aufgrund der nächtlichen Temperaturen um den Gefrierpunkt im Hohen Venn glasklar war, konnte ich einige farbenprächtige Rotgetupfte auf Trockenfliege und Nymphe fangen. Es war sehr interessant zu sehen, wie die sich häufig verändernden Wasser- und Wetterbedingungen einen direkten Einfluss auf die Fischerei hatten. Nicht nur was die verwendeten Methoden anging, sondern insbesondere auch die Fliegenmuster und eingesetzten Vorfächer wirkten sich stark auf das Ergebnis am Wasser aus. Von den besetzten Standplätzen ganz zu Schweigen. Man könnte an dieser Stelle regelrecht von „launischen“ Bachforellen sprechen.

Bachforelle - Rur

Der Hohepunkt war in diesem Zusammenhang mit Sicherheit eine wilde Bachforelle von 61 cm, die ich an einem sonnigen Nachmittag bei schwierigeren Bedingungen im Beisein von Kristof aus Antwerpen fangen durfte. Danke nochmals fürs Keschern und das tolle Foto! Der Fisch war ein Prachtexemplar eines Milchners, der hoffentlich in Kürze während der Schonzeit aktiv dazu beitragen wird, dass der Bestand von Bachforellen im Fluss gesund bleibt! Wenn ich an meine ersten Erfahrungen in Belgien oder an der Rur zurück denke, kann ich es fast nicht glauben, dass dies bereits mein dritter Wildfisch in diesem Jahr über 60cm war. Aber auch Kristof konnte in Belgien zwei abgewachsene Bachforellen über der 60er-Marke landen. Insgesamt meiner Meinung nach Indikatoren für das reichhaltige Nahrungsangebot und Potential meiner Hausgewässer.

Ein Prachtexemplar

Besonders gefreut hat mich darüber hinaus auch der Besuch von Max (www.troutstalking.de), mit dem ich drei Tage gefischt, gebunden, die Flüsse in der Grenzregion erkundet und meine 100 Ausflüge in diesem Jahr geknackt habe. Aufgrund der nahen Schonzeit trafen wir viele andere Fliegenfischer am Wasser an und entschieden uns daher meist dazu, einige neue und teils abgelegene Stellen zu befischen. Eine gute Entscheidung! Man sollte viel öfter die ausgedehnten Trampelpfade und bekannten Hotspots links liegen lassen und nach „Neuem“ suchen. Die gemeinsame Fischerei hat mir unterm Strich aber auch noch einmal eindrücklich gezeigt, dass es für Besucher an unseren Gewässern nicht immer ganz leicht ist, direkt erfolgreich zu sein. Es ist immer wieder interessant zu sehen, wie sich effektive Techniken doch von Fluss zu Fluss unterscheiden.

Etwas sentimental wurde ich dann kurze Zeit später bei meinem letzten Besuch des Flusses – auf diesem Teilstück. Hier endet die Fischerei immer bereits am 30. September. Es ist schon komisch am Abend aus dem Wasser zu steigen und am Ufer zu sitzen mit der Gewissheit, erst wieder in 6 Monaten am selben Ort die Rute schwingen zu dürfen. Hiervon abgesehen war der letzte Abend aber sehr gewinnbringend für mich: Denn als ich mich gerade flussaufwärts zu einer vielversprechenden Stelle bewegte, kreuzten sich meine Wege mit denen eines guten, sehr guten Fliegenfischers (und Fliegenbinders) aus Ostbelgien. Wir kannten uns bereits von einigen kurzen Treffen und Gesprächen, hatten es aber bisher nicht koordiniert bekommen, gemeinsam Fischen zu gehen. Glücklicherweise hatte er mein Auto an der Straße gesehen und kam mit einem „I knew it was you“ die steile Böschung hinunter. So ergab es sich noch, dass wir innerhalb der Saison zusammen fischten. Und allein in dieser kurzen Zeit habe ich mir einiges abschauen können. Es ist immer wieder verblüffend zu sehen, welche kleinen Verbesserungen – auf unterschiedlichsten Ebenen – noch machbar sind und wie sich die Anpassung einzelner Variablen auf das große Ganze unseres Hobbys auswirken. Das ist es auch, was ich letzten Endes am Fliegenfischen so liebe: der Reichtum an Facetten und unendliche Möglichkeiten, sich weiterzubilden!

Impressionen vom Herbst:





„Enough is enough“

14 09 2013

von Alex

Es ist Samstag, Wochenende. Regen prasselt gegen die Scheibe über dem Bett. Drinnen ist es gemütlich und warm, draußen nicht. Der Bindestock zu weit vom Bett entfernt. Aber der Laptop ist in Reichweite. Zeit für ein paar Videos! Zwei davon möchte ich Euch ans Herz legen. Das eine ist recht neu und fragt „When ist enough enough?“. Es dokumentiert die durch Wasserkraftwerke verursachten Veränderungen des berühmten McCloud Rivers an der amerikanischen Westküste. Das andere ist schon etwas älter, bisher aber an mir vorbei gegangen. Thematisiert wird die besondere Beziehung und Freundschaft zweier Fliegenfischer. Erwärmend bei dem herbstlichen Wetter und den konstant fallenden Temperaturen.

Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende, ob im warmen Zuhause oder draußen am Wasser!

.

.

.








%d Bloggern gefällt das: