Beitrag im WDR: Entlang der Rur in sechs Tagen

27 02 2013

von Alex

Am letzten Wochenende (Sonntag, 24.02.13, 20:15 Uhr) wurde im WDR im Rahmen der Sendung Wunderschön! ein 90-minütiger Beitrag über die Rur ausgestrahlt. Unter dem Titel „Entlang der Rur in sechs Tagen“ konnten die Zuschauer vor dem Fernseher die beiden Protagonisten auf dem Radweg entlang des Flusses, von seiner Quelle im belgischen Teil des Hohen Venns bis zur Mündung in die Maas im niederländischen Roermond, begleiten.

Obwohl ich kein Freund dieser Form der Fortbewegung bin – mein letzter freiwilliger Ausflug auf einem Drahtesel liegt mittlerweile über 4 Jahre zurück – hatte die Sendung auch für mich einiges zu bieten: Zum einen Wissenswertes über die kleinen und größeren Städte entlang der Rur und ihre traditionellen Eigen- und Besonderheiten und zum anderen Interessantes über den Fluss als Lebens- und Erholungsraum. So waren für uns Fliegenfischer insbesondere zwei Themen besonders reizvoll. Zunächst eine kurze Einführung in das Insektenaufkommen des Flusses kurz unterhalb des Rursees und informative Erläuterungen hinsichtlich der Bedeutung unterschiedlicher Insektenarten als Indikatoren für die Wasserqualität (Minute 23). Anschließend wurde weiter stromabwärts in Richtung Düren das Fliegenfischen als eine besonders naturnahe und entspannende Form der Fischerei von Buchautor Werner Berens vorgestellt. Dabei waren nicht nur die bereits recht ansprechenden Rollwürfe der wissbegierigen Moderatorin, sondern auch der an einem Baum befestigte Bindestock als temporärer und spontaner Ersatz zum heimischen Bindetisch hübsch anzusehen (Minute 49). Auf diese Idee bin ich noch gar nicht gekommen! Werde ich mal ausprobieren.

Wer den Beitrag im WDR über unsere Rur vom Venn bis zur Maas verpasst hat, der hat glücklicherweise noch die Möglichkeit, die ganze Sendung in der Mediathek online anzuschauen. Es lohnt sich auf jeden Fall.

Wunderschön! – Entlang der Rur in sechs Tagen. Unterwegs mit Tamina Kallert.

 

Nachtrag:

Und wo wir gerade beim Thema „Fernsehen“ sind. Im Sommer werde ich dann vielleicht im WDR in einem Beitrag über das Fliegenfischen zu sehen sein. Genaueres hierzu erfahrt Ihr in Kürze.





Eine andere Rur

8 10 2010

Ich liebe DIE Rur. Ich liebe ihren wilden und durch unzählige Störsteine geprägten unwegsamen Charakter wenige Kilometer unterhalb ihrer Quelle im Hohen Venn. Ich liebe auch ihren natürlichen Mäanderverlauf, nachdem sie sich für einige Zeit im Rurstausee entspannt und ihren Weg zurück ins eigene Flussbett gefunden hat.

Vor ein paar Tagen habe ich einen weiteren Abschnitt der Rur kennen gerlernt: Über das Fliegenfischer Forum hat mich Christoph zu einem Besuch seiner Rur, der Rur bei Düren, eingeladen.

Bild 1: Der Verlauf der Rur

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Der ca. 16 km lange Abschnitt der Rur unterhalb von Kreuzau-Üdingen wird vom Kreisfischereiverein e.V. Düren (KFV) gepachtet und bewirtschaftet.  Der Verein beherbergt zwar nicht ausschließlich Fliegenfischer, etwa 70% des Fließgewässers sind jedoch der Fischerei mit der künstlichen Fliege vorbehalten. Der Rest darf auch mit Blinker und Co. sowie schmackhaften Würmern unsicher gemacht werden. Um seine Rute an besagtem Gewässer schwingen zu dürfen, bedarf es entweder einer gültigen Jahreskarte (nur in Verbindung mit einer Vereinsmitgliedschaft) oder man hat das Glück, einer der drei jährlich zugelassenen Gäste eines Mitglieds zu sein. Wie in meinem Fall…

Christoph hatte sich für meinen Besuch im Kreis Düren zwei Abschnitte der Rur ausgesucht:

Nachdem ich meinen Gastschein beim örtlichen Angelhändler erstanden hatte, befischten wir zunächst eine ca. 1km lange Passage am oberen Ende der Strecke, angefangen unterhalb einer großen Brücke, über eine erste Staustufe hinweg bis hin zu einem weiteren Wehr nach einem langen und tiefen, ruhigen Zug. Dieser konnte von uns nur bewatet werden, weil der Abfluss aus dem Stausee Obermaubach in der Nacht zuvor von 12 auf 6 Kubikmeter gesenkt worden war (aktuelle Abflussrate). Anschließend fuhren wir einige Kilometer stromabwärts und fischten unterhalb von drei, kurz aufeinander folgenden Wehren.

Während die Rur im ersten Abschnitt einen vornehmlich naturbelassenen Eindruck auf mich gemacht hat, wurde sie im zweiten Abschnitt teilweise durch ein künstliches, metallenes Flussufer begradigt. Ihr könnt Euch vorstellen welchen der beiden Abschnitte ich reizvoller fand 😉

Bild 2: Unser Einstieg

Wir fischten stromabwärts, Christoph voraus und ich 50-100 m hinter ihm her. Da ich anfangs keine steigenden Fische ausmachen konnte, entschied ich mich dafür, einen schwarzen Wolley Bugger (den ich übrigens leicht abgewandelt nach dieser Anleitung binde) an der langen Leine an die Ufer zu servieren. Mit einigen Mendings ließ ich den widerhakenlosen Streamer kurz abtreiben, um ihn aus der Tiefe in einem Bogen in Richtung Flussmitte treiben zu lassen und ihm durch aktives Strippen Leben einzuhauchen. Bereits nach ein paar Würfen unter die dichten und weit überhängenden Bäume konnte ich die ersten vehemente (Fehl-)Bisse und eine erste farbenfrohe Regenbogenforelle in meinem Schonnetz verzeichnen.

Bild 3: Eine Refo auf den Woolley Bugger

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Anschließend wechselte ich immer wieder für wenige Würfe auf die Trockenfliege, konnte auf dem ruhig und gleichmäßig fließenden Stück die sporadisch steigenden Forellen aber nicht überreden, sich für meine Muster (Klinkhammer und kleine Eintagsfliegen) statt für das Original zu entscheiden. Erst unmittelbar unterhalb einer Staustufe konnte ich im schnellen und unruhigen Wasser eine Bachforelle von einer kleinen grünen Elk-Hair-Caddis überzeugen. Dies zeigte mir wieder: Bei der Präsentation der Trockenfliege an sich eher langsam und „monoton“ bewegenden, breiten Gewässern mit weiten Würfen und langen Drifts, gerade stromabwärts, kann ich sicher noch einiges dazu lernen!! Sobald das Wasser jedoch etwas schneller wurde, war ich wieder in meinem gewohnten Element und konnte einige schöne Regenbogenforellen und eine Bachforelle nach satten Bissen und wilden Drills aus der harten Strömung locken.

Bild 4: Schnelleres Wasser – hier fühle ich mich zu Haus

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Bild 5: Schön gezeichnete Refo

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Nach unserer kurzen Mittagspause offenbarte sich mir die Rur nach einer Zick-Zack-Fahrt über Schleichpfade weiter stromabwärts weniger natürlich, aber auch reizvoll. Der hier etwa 20 bis 25 m breite Fluss ergoss sich auf einem ca. 800m langen Abschnitt über drei Staustufen und bildete unmittelbar hinter den Wehren tiefe, ausgespülte Becken. Aus den ersten beiden Löchern konnte ich mit meinem Streamer keine Forelle zaubern, auch wenn sich bei meinem ersten Wurf am ersten Wehr eine sehr stattliche Regenbogenforelle kurz auf die Verfolgung meines Woolley Buggers – wie ich vom höher gelegenen Ufer aus beobachten konnte – gemacht hatte. Zu Schade! Der Fisch hatte sicher über 50 cm.

Dafür hatte ich an der dritten Staustufe mehr Glück: Nach einer ersten Attacke auf meine Fliege aus flauschigem Marabou und weicher Hennenhechel, konnte ich zwei Regenbogenforellen sicher landen. Die Bisse erfolgten wenige Meter unterhalb des Wehres, kamen aus dem Nichts und waren so brutal, dass es mir fast die Rute aus der Hand gerissen hätte. Auch der Drill war spektakulär: Sprünge, wilde Fluchten und eine Gerte, deren Spitze sich immer wieder blitzschnell in Richtung Wasseroberfläche neigte. Hätte man die Fische nicht wenig später in den Händen gehalten, hätte man sie sicher einige Zentimeter größer eingeschätzt. Auch wenn ich natürlich wilde Bachforellen mit ihrer schönen Zeichnung aus schwarzen und roten Tupfen jeder Regenbogenforelle, sei sie noch so groß, vorziehe, ist es immer wieder beeindruckend, wie viel Energie und Kraft diese bie uns nicht heimischen Forellen doch haben.

Bild 6: Eine wehrhafte Wehr-Forelle

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Den Schlusspunkt dieses Tages setzten eine letzte Regenbogenforelle, die ich unter einem Baumstamm am rechten Ufer vermutete und ein „Fast-Loch“ in Christophs Wathose. Ein hinterhältiger, spitzer Ast hatte ihm unter Wasser die oberste Schicht seiner Neoprenhose aufgerissen. Zum Glück noch trockenen Fußes stiegen wir nach einem langen und tiefen Staustück aus und verabschiedeten uns von der Rur, die sich mir an diesem Tag von einer ganz neuen Seite gezeigt hatte: Breiter, ruhiger und teilweise weniger natürlich als jene Abschnitte, die ich bisher befischt habe. Auch wenn der Befischungsdruck aufgrund der vielen Vereinsmitglieder sicherlich nicht gering ist und hier und da Forellen entnommen werden, erwartet den Besucher dennoch eine spannende und zugleich erholsame Fischerei. Die Rur ist um Düren herum ganz anders als in der Eifel Richtung Quelle, aber immer noch ein wunderschöner und abwechslungsreicher Fluss…

Es gibt eben nicht DIE Rur!

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Impressionen von der Rur bei Düren


 

 








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