Webcam statt Pegelstand?

6 01 2013

von Alex

Wer gerne an der Rur fischt kennt auch die besten Anlaufstellen im Netz, um den aktuellen Pegelstand des abwechslungsreichen Eifelflusses zu überprüfen (für die Stadt Monschau zum Beispiel hier). Ein Blick auf diese digitalen Wasserstandsmeldungen alleine genügt aber manchmal nicht, um die Fischbarkeit des Gewässers genauer einzuschätzen zu können. Nicht, dass ich mich von angetrübtem Wasser abschrecken ließe – nein, ich habe schon viele erfolgreiche Tage bei widrigen Bedingungen erlebt – aber schaden können nähere Informationen über die genauen Verhältnisse vor Ort sicher nicht. Und da ich leider keine Großtante dort unten im Tal wohnen habe, die mir mit einem schnellen Blick aus dem Fenster ein „GO“ geben könnte, war ich umso mehr erfreut, als ich von Björn über die Webcam des Café Oebel im Stadtzentrum erfahren habe. Die Webcam ist auf den Markt sowie die Rur gerichtet, schießt alle 5 Minuten ein aktuelles Bild und lädt dieses ins Internet – also eine Art „Beinahe-Live-Stream“ über das Treiben vor dem Café und auf dem Wasser. Soweit so gut. Klickt man nun aber auf das aktuelle Bild und kopiert die erscheinende Adressezeile (z.B.: http://www.monschau.de/detailbild.php?image=/webcam_image.php?image=webcam_monschau_6_1520_big.jpg) in ein neues Fenster des Webbrowsers, ergeben sich tolle Möglichkeiten!

Die letzten fünf Ziffern stehen nämlich für den Tag (0 = Sonntag; 1 = Montag; 6 = Samstag usw.) sowie die Uhrzeit (1520 = 15:20 Uhr). Man kann durch eine Veränderung dieser Zahlenkombination also den Wasserstand der vergangenen Woche im Fünf-Minuten-Takt nachvollziehen!

Ein Beispiel:

Die Endung „3_1015_big.jpg“ würde ein Bild vom Mittwoch um 10:15 Uhr liefern.

Ein guter Anhaltspunkt für den Pegelstand ist ganz nun ganz unten links in der Ecke „versteckt“. Bei Niedrigwasser erscheint dort ganz klar ein Betonklotz mit einem Gulli-Deckel im Wasser. Ab etwa 40cm verschwindet er unter die Wasseroberfläche, ab etwa 50cm, bei trübem Mittelwasser oder aber bei Hochwasser ist er nicht mehr zu sehen. Ein weit besserer Indikator für die Fischbarkeit als ein alleiniger Blick auf den Pegelstand! Meiner Erfahrung nach ist ein Fischen bis maximal 50cm machbar (aber herausfordernd), bei mehr Wasser wird es aber sehr, sehr anstrengend und an einigen Abschnitten aufgrund der Bodenstruktur und der Strömungsverhältnisse gefährlich.

Wenn ihr also das nächste Mal fischen geht, schaut doch einfach mal auf den Betonklotz und den Gulli-Deckel! Das Café Oebel (früher Hirsch) freut sich über Eure Klicks 😉





Hochwasser an der Rur

9 01 2011

Tauwetter – des einen Leid, des anderen Freud.

Nur zu gerne würde ich dieser Tage an der Rur bei Abenden mein Glück auf Äschen versuchen. Aber: Nichts da! Hochwasser ist angesagt. Schneemengen gepaart mit milden Temperaturen ersticken selbst den Anflug einer Idee eines Tags IM Wasser bereits im Keim.

Leidige Fliegenfischer hier, freudige Kanuten da. Sei es ihnen gegönnt (solange sie uns in den fischbaren Perioden nicht zu sehr auf die Pelle rücken). Was uns bleibt ist ein Spaziergang AM Wasser. Und den haben Anna und ich gestern gemacht. Der Pegel der Rur in Monschau war schlagartig in nur zwei Tagen von unter 30 cm auf über 110 cm angestiegen. Dieses Wasserschauspiel wollte ich mir nicht entgehen lassen. Also rein in die wasserdichten Schuhe, Kamera umgehängt und ab in die Eifel.

Während einige mutige Wassersportler ihre Eskimorollen in der braunen Brühe machten, machten wir ein paar Schnappschüsse:

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Die ansonsten durch unzählige Störsteine geprägte, abwechslungsreiche Struktur des Flusses war nur noch stellenweise zu erahnen. Gumpen? Rinne? Ersoffen im tosenden Strom des Flusses! Unterhalb von Monschau war es – wie die Aachener Zeitung und die Aachener Nachrichten berichten – wohl schon so schlimm, dass die Rur im eigenen Bett kein Platz mehr fand und über die Ufer treten musste. Wollen wir hoffen, dass sich die Lage in den kommenden Tagen ein wenig entspannt und nicht noch zusätzlicher Niederschlag die Pegel weiter steigen lässt.

Nachtrag 1 (10.01.2011):

Anna hat ein paar kleine Videos mit dem iPhone aufgenommen:

Nachtrag 2 (11.01.2011):

Auf der Webseite von Thomas Wamberg (www.wetterservice-dueren.de) findet sich mittlerweile ein bild- und videoreicher Artikel über die Hochwassersituation unserer Region am letzten Wochenende. Auch unser kleines Video taucht dort auf.

Nachtrag 3 (13.01.2011):

Nachdem sich der Pegel der Rur bei Monschau zwischenzeitlich etwas entspannt hatte und auf 65cm gesunken war, ist er nun aufgrund der starken Regenfälle und der letzten Schneeschmelze auf über 160cm gestiegen. In Kornelimünster ein ähnliches Bild: Die Inde droht den historischen Stadtkern zu fluten. Die Aachener Zeitung hat ein paar aktuelle Fotos zusammengestellt.

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