Die letzten Wochen an der Rur

12 10 2012

In den letzten Wochen ist der bunte Herbst – meine liebste Jahreszeit – langsam aber stetig ins obere Rurtal eingezogen. Während die ersten Ausflüge an die Eifel-Rur noch von Sonnenschein und Niedrigwasser geprägt waren, stieg der Pegel nach teils heftigen Regenschauern von 20 auf über 80 Zentimeter an. Glücklicherweise konnte ich bis zu diesem Zeitpunkt noch viele Stunden am Wasser verbringen. Selten war ich dabei alleine unterwegs: Mit Fabian habe ich vor seinem Um- bzw. Rückzug in die fränkische Heimat noch einmal unser Lieblingsstück der Rur befischt und zahlreiche Äschen von einer leichten 16er Nymphe mit pinkfarbenem Köpfchen überzeugen können. Auch mit Tankred war ich bei den letzten wärmenden Sonnenstrahlen des Jahres am Ufer des abwechslungsreichen Eifelflusses unterwegs und habe hauptsächlich den tief stehenden Fahnenträgerinnen nachgestellt. Ich bin gespannt, was der fliegenfischende Blogger bzw. bloggende Fliegenfischer aus Köln in Kürze über unsere gemeinsamen Ausflüge auf seiner informativen Seite „Forelle und Äsche“ berichten wird. Nicht mehr ganz so erfreulich – und damit beziehe ich mich selbstverständlich ausschließlich auf die Wetterbedingungen – erging es anschließend Bernd. Bei fallenden Temperaturen und ersten längeren Schauern konnte der wissbegierige und motivierte Einsteiger nach einem Wurfkurs nun endlich seine ersten Bachforellen und Äschen, sowohl auf Trockenfliegen als auch auf Nymphen, landen. Mittlerweile hat er seine ersten eigenen Muster gebunden und ich habe gehört, dass ein weiterer Bindestock auf dem Weg in Richtung Dreiländereck ist 😉

Auch der Kurs mit Dirk und Sören war von heftigen Regenfällen begleitet. Und obwohl der Wasserstand auf den ersten Blick mit knapp über 30cm ideal schien, waren die Rotgetupften aufgrund der über den Tag rasch zunehmenden Trübung nicht in bester Beißlaune. Selten sind solche Tage an der Rur, aber es gibt sie. Denn meiner Erfahrung nach ist ein leicht getrübtes Wasser auf diesem Flussabschnitt kein Grund aus der Wathose zu schlüpfen. Eher im Gegenteil! Dennoch: hier und da durften wir sowohl Bachforellen als auch – für den von uns befischten Parcours – sehr selten aufzuspürende Äschen kurz in unseren feuchten Händen halten. Nur der sonst typische „Rur-Effekt“ war eben nicht zu spüren: an beinahe jeder aussichtsreichen Stelle lauert ein Fisch, der sich, eine saubere Präsentation vorausgesetzt, aufgrund der schnellen Strömung eher für als gegen das über ihm vorbei treibende Insektenimitat entscheidet. Ich hoffe (und bin mir ziemlich sicher), dass sich die beiden noch vor der anstehenden Schonzeit hiervon überzeugen können. Dann aber mit selbstgebundenen Nymphen, denn auch die beiden Aachener haben in der Zwischenzeit ihre ersten (Dirk) bzw. weitere (Sören) Erfahrungen im Fliegenbinden gesammelt und gesehen, dass man mit wenigen Mitteln bereits eine Vielzahl ansprechender Muster kreieren kann.

Das nächste Guiding an der Rur schien hingegen ziemlich herausfordernd zu werden: Das hatte nichts mit Björn zu tun, der bereits beim gemeinsamen Binden von Nymphen ein aufmerksames Interesse bewiesen hatte. Nein, ein Wasserstand von knapp über 50 cm erwartete mich und den Ex-Eupener, der seine ersten Schritte in der Rur bereits Anfang des Jahres gemacht hatte. Fünfzig Zentimeter hören sich zunächst nicht besonders beeindruckend an, wer aber einmal unter diesen Konditionen den wilden Eifelfluss befischt hat weiß, dass dies eine sehr aufmerksame und aktive Fischerei verlangt, die nichts mehr mit der entspannten und feinen Präsentation einer Trockenfliege zu tun hat. Und wer mich kennt weiß außerdem, dass ich solche Bedingungen liebe 😉 Nachdem das Thermometer endlich über den Nullpunkt geklettert war und sich die Sonne ihren Weg über die steilen Berge ins Tal gebahnt hatte, fingen wir an vielen Stellen gleich mehrere Bachforellen – zu unserer Überraschung teilweise sogar auf die Trockene, eine gut schwimmende Elk-Hair-Caddis. Ein spektakulärer Höhepunkt unter den vielen anderen schönen Momenten am Wasser war aber wohl der Drill einer ü50er: Wir befischten eine schmale, tiefe Rinne mit einer starken Oberflächenströmung. An beiden Strömungskanten bilden sich hier zum steinigen Ufer hin gleichmäßige Kehrströmungen. Gute Standplätze für eine Bachforelle, oder? Ja, auf das linke Ufer trifft diese Einschätzung auch stets zu und so überraschte es mich nicht, dass Björn gleich zwei Bachforellen hier zum Biss verleiten konnten. Am rechten Ufer hingegen hatte ich nie einen Fisch fangen dürfen – das erzählte ich meinem Begleiter auch. Björn bestand trotzdem darauf, dass ich meine Tungstennymphe am langen Arm über die Strömung in die kleine Tasche servierte. Kaum hatte der Bachflohkrebs die dunkle Oberfläche berührt, wurde das kreisende Wasser von einem Schwall durchbrochen. Bereits da war klar, dass es sich um eine große Bachforelle handeln musste. Dass es ein Exemplar jenseits der 50 cm war, war spätestens dann klar, als ich dem Fisch flussabwärts in den Pool am Ende der Rinne folgen musste. Hier war nach zwei Luftsprüngen und dem mehrfachen Versuch einer aggressiven Flucht unter die tief hängenden Äste zweier Bäume aber noch lange nicht Schluss. Denn obwohl ich Vertrauen in mein Gerät hatte und versuchte den Drill schnell zu beenden, musste ich meinem Bachflohkrebs noch etwa 100m weiter flussabwärts durch die Fluten folgen bis mein Kescher endlich (erfolgreich) zum Einsatz kam. Das auf dem Weg bis zur Landung in der Wathose gesammelte Wasser nahm ich dafür gerne in Kauf 😉

Zeit zum Trocknen will ich meiner strapazierten Wathose aber nicht geben, immerhin steht die Schonzeit vor der Tür. Darum geht es am Wochenende auch wieder in Richtung Eifel, die letzten Tage der Saison wollen genossen werden. Ich hoffe, dass Wetter und Pegel für mich und Nino mitspielen. Und wenn nicht? Was solls! Hauptsache raus, raus ans Wasser. Falls es Euch auch zum Rauschen zieht wünsche ich Euch einen gute Zeit. Genießt den Herbst!





Intensivkurs: Hecht in Holland (8./9. Dezember 2012)

9 10 2012

Die kalte Jahreszeit rückt unaufhaltsam mit großen Schritten näher und die Forellen gehen in ihre wohlverdiente Schonzeit. Für viele Fliegenfischer bricht nun eine lange Periode des ungeduldigen Wartens an. Nicht so für uns! Flybei goes Pike!

Im Dezember bieten Marc und ich einen zweitägigen Intensivkurs zum Thema „Hecht“ an. Am 8. und 9. Dezember werden wir in der Nähe von Alkmaar (Provinz Nordholland) unterschiedliche Kanäle und Seen vom Boot aus befischen. Aufgrund der geringen Wassertiefe und des im Winter klaren, sichtigen Wassers, sind die Binnengewässer vor Ort ideal für die Streamerfischerei auf Hecht geeignet.

Das labyrinthartige Poldergebiet ist uns seit vielen Jahren bestens vertraut, so dass wir das großflächige Areal mit den uns zur Verfügung stehenden Booten (Elektro- und Benzinmotor) flexibel und zielsicher befischen können. Freut Euch auf unzählige Standplätze, eine aktive und spannende Fischerei und plötzliche Attacken von Esox lucius dicht vor Euren Füßen!

Nahe des Wassers können wir Euch unterschiedliche freundliche, familiär geführte Pensionen (mit Einzel- und Doppelzimmern; Frühstück inkl.) empfehlen. Nach der ersten Hechtpirsch bieten wir Euch bei Interesse gerne eine Einführung in das Binden von Hechtstreamern an.

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Wenn Ihr Lust habt auf:

  • Zwei Tage geführtes und angeleitetes Fischen,
  • zwei Miet-Boote (Elektro- und Benzinmotor),
  • Leihgeräte bei Bedarf (Fliegenruten der Klassen 7-9, Fliegenrollen, Schnüre),
  • Verbrauchsmaterialien bei Bedarf (Streamer, Vorfächer) und
  • einen Bindekurs „Hechtstreamer“ (inkl. Materialien),

dann meldet Euch einfach bei uns!

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Der Kurs ist lediglich für zwei Personen konzipiert, so dass jeder von Euch den ganzen Tag optimal und individuell betreut werden kann! Benötigt wird lediglich der niederländische Visspass – der auch von uns im Vorfeld für Euch besorgt werden kann.

Bei Fragen zu unserem Intensivkurs könnt Ihr Euch gerne über das Kontaktformular an uns wenden.

Berichte und weitere Impressionen zum Hechtfischen in Holland findet Ihr hier.





Aller Anfang ist schwer? Nicht unbedingt!

5 10 2012

In den letzten Jahren habe ich viele Einsteiger ins Fliegenfischen kennengelernt. Einige von ihnen haben mehrtägige und teils kostspielige Wurfkurse bei erfahrenen, professionellen Instruktoren besucht, andere widerum haben sich das Fliegenwerfen autodidaktisch beigebracht oder aber von einem befreundeten Fliegenfischer zeigen lassen. Alle beherrschten die notwendigen Grundlagen des Wurfablaufs – die einen verständlicherweise besser als die anderen. Aber viele standen am Wasser vor dem gleichen Problem: Was jetzt?

In einem kurzen Beitrag vor über zwei Jahren habe ich das erste Mal davon gesprochen bzw. geschrieben, dass ich in meiner Freizeit gerne als Guide tätig wäre und Einsteigern ins Fliegenfischen meine gesammelten Erfahrungen weiter geben möchte. Seitdem habe ich in vielen Artikeln versucht, die häufigsten Probleme am Wasser zu benennen. Dass diese Beiträge keine umfassenden Antworten auf häufig gestellt Fragen waren und ledigliche Ansätze von Hilfestellungen sein konnten, war bzw. ist mir selbstverständlich bewusst. Aber obwohl es mittlerweile im Internet zahlreiche und teils sehr hochwertige und umfassende Informationen für wissbegierige Neulinge gibt – ob nun als Text oder Video -, bleiben die Fragen stets die selben. Daher habe ich Anfang des Jahres fernab des Bildschirms, mit den Füßen im Wasser, begonnen, konkrete Antworten auf diese Fragen zu geben. Daraus entstanden ist ein praxisorientierter Fischereikurs für Einsteiger und Fortgeschrittene. Ein Intensivkurs als Kombination aus „Guiding“ und „Anleitung“, der sich explizit nicht als Ersatz zu einem klassischen Wurfkurs versteht. Vielmehr soll es darum gehen, sich selbstständig am Wasser zu orientieren sowie letztlich gezielt und erfolgreich Fische fangen zu können – ob nun Forellen, Äschen oder Hechte. Die Schwerpunkte der bisherigen Kurse wurden dabei ganz individuell gesetzt: Während der eine lediglich eines meiner Hausgewässer und aussichtsreiche Standplätze kennenlernen wollte, interessierten den anderen hingegen unterschiedliche Nymphentaktiken und der Umgang mit schwierigen Strömungsverhältnissen. Widerum andere waren überhaupt das erste Mal am Wasser und fühlten sich noch auf allen Ebenen überfordert.

Für die nächsten Monate und das Jahr 2013 werden die Erfahrungen hinter Flybei in unterschiedliche Kurse weiter ausdifferenziert und ein umfassendes Angebot erarbeitet. Einen Eindruck von den Flybei-Intensivkurse bekommt Ihr hier. Bei etwaigen Fragen schreibt Ihr mir am besten einfach eine kurze Mail.








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