DIY Lanyard

9 03 2012

Gestern Abend waren Marc, Fabian und Nino bei mir, um für den Saisonstart in der nächsten Woche noch ein paar letzte Fliegen zu binden – ok, die letzten werden es bestimmt nicht gewesen sein… Jedenfalls: Während meine Gäste bereits ihre ersten Muster in Angriff nahmen (Marc entschied sich für kleine Flash Streamer und grüne Elk Hair Caddis, Fabian tüddelte einige schwere Moutardes auf den Kamasan B100 und Nino stellte ein paar ausgefallene Geheimwaffen für eine seiner unzähligen Fliegenboxen her), spielte ich erstmal mit Perlen…

Schon vor einiger Zeit habe ich auf dem informativen Blog von Max die Anregung zu einem do-it-yourself Lanyard gesehen und wusste sofort, so etwas brauche ich für die sommerliche Fischerei mit der Hüftwathose auch! Ich habe ohnehin nie viel Krims-Krams bei mir, lediglich die Taschen meiner Simms G4 werden mit dem Nötigsten gefüllt. Und wenn ich im Sommer auf diesen Stauraum verzichten muss, brauche ich eine praktische Alternative. Ein zweiter Grund für die Heimarbeit liegt ohnehin auf der Hand: Warum 30 Euro oder mehr im Geschäft bezahlen, wenn ich die nötigen Materialien für kleineres Geld fast vor der Haustür finde?

Alles was es für einen Lanyard braucht, sind eine Schnur (in meinem Fall ein dünner, runder Schnürsenkel), ein paar Holzperlen (meine haben einen Durchmesser von ca. 10mm) und ein paar große Karabiner aus dem örtlichen Angelgeschäft. Schon nach kurzer Zeit haltet Ihr dann Euren eigenen, individuellen Lanyard in den Händen. Bei meiner Version habe ich mich für 7 Wirbel entschieden: Unten in der Mitte wird der Nipper Hängen, rechts und links davon ein Amadou und eine Löseschere. Ans obere Ende des Lanyards kommen auf der einen Seite Vorfachspulen und auf der anderen Seite wird das Schnurfett befestigt. In der Mitte habe ich mit zwei Karabindern ein „C&F 50/MSF Fly Patch“ fixiert. Ich liebe dieses kleine Schmuckstück aus Fernost! Die kleine Dose bietet ausreichend Platz für Nymphen und Trockenfliegen, um sich einen Tag am Wasser auszutoben. Ein weiterer Vorteil liegt in den großen Lüftungsschlitzen, die ein schnelles Trocknen gebrauchter Muster fördern. Neben den 10 Reihen im Inneren, findet sich auf der Vorderseite zusätzlicher Schaumstoff, der weiteren Exemplare Halt gewährt.

Leider ist die Dose – soweit meine Internetrecherche stimmt – in Deutschland nicht mehr erhältlich. Auch auf der offiziellen Webseite von C&F Japan taucht sie in dieser Version nicht mehr auf. Glücklicherweise findet sie sich jedoch für umgrechnet 25 Euro hier und da noch in den angestaubten Regalen europäischer Händler (bei Interesse kann ich Euch gerne ein paar Anlaufstellen nennen). Was jetzt noch fehlt um meinen Lanyard zu perfektionieren ist eine Art „Nackengurt“, der das Gewicht der Utensilien noch besser verteilt. Sobald ich eine passende Lösung gefunden habe, schicke ich an dieser Stelle ein Update hinterher.

Achja: Gebunden habe ich nach der Bastelstunde natürlich auch noch! Enstanden ist – nach ein paar unzufriedenstellenden Probeexemplaren – eine Serie „Pellet Nymphs“ gebunden auf widerhakenlose Jigs der Marke Hanak in #12 und #14. Materialien waren Tungstenköpfe in schwarz in 3mm, Bleidraht als Wicklung in 3mm, braune Fasanenfedern als Schwänzchen, künstlicher Quill als Körper und roter Tinsel als Hotspot. Abschließend wurde die beim Fischen zum Flussgrund zeigende Oberseite der Nymphe am Tinsel mit einem wasserfesten, schwarzen Stift gefärbt und mehrmals mit klarem Sekundenkleber lackiert. Ich bin gespannt, ob sich hiermit ein paar tief stehende Bachforellen überlisten lassen werden!

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