Fotorückblick: Rur im Juni

11 07 2012

Im Juni habe ich wieder einige Tage an der Rur verbracht. Zusammen mit Marc, Fabian, Lennet und Andi habe ich unterschiedliche, teils für uns neue Abschnitte des Eifelflusses befischt. Die ganz großen Bachforellen sind in den letzten Tagen zwar ausgeblieben bzw. haben es nicht in mein Schonnetz geschafft – alleine mit Marc habe ich zwei stattliche Exemplare an einem Nachmittag verloren – aber beklagen möchte ich mich dennoch nicht 😉 Freuen durften wir uns auch über einige Äschen, die wir mit der Nymphe (einem pinken Tungstenkopf scheinen sie einfach nicht widerstehen zu können) überlisten konnten. Es ist schön zu sehen, dass die Fahnenträgerinnen mittlerweile wieder stärker in der Rur vertreten sind!

Auch in Belgien lief es für mich und die anderen nicht schlecht – ganz vorne liegt bei uns wohl derzeit Marian mit einer 56 cm Bachforelle. Fotos von den letzten Ausflügen ans meist trübe Wasser (teilweise für wenige Stunden nach Feierabend) versuche ich nachzuliefern. Ich hatte, aus bekannten Gründen, leider die letzten Male keine Kamera dabei…

Bis dahin: hier ein paar Schnappschüsse von der Rur.





Es tut sich was am Wasser

9 04 2012

In der letzten Woche habe ich versucht, möglichst nahtlos an meinen Saisonstart-Marathon anzuknüpfen und konnte glücklicherweise wieder einige Zeit am Wasser verbringen. Dabei war ich – wie eigentlich bei den meisten Ausflügen bisher – nicht alleine unterwegs: Mit Marc habe ich einen kleinen Bach in der Eifel befischt, mit Lennet und Nino war ich nun zum wiederholten Male in der Wallonie (auch dort kommen die Fische so langsam endlich in Laune) und am heutigen Feiertag habe ich an der Seite von Ulf für ein paar regnerische Stunden keine Ostereier, sondern Großforellen in der Rur gesucht. Und das durchaus mit Erfolg! Ich durfte mich nach den schönen Flossenträgern der ersten 14 Tagen auch in Woche drei der Forellensaison 2012 wieder über zwei sehr stattliche Bewohner meines Lieblingsflusses freuen.

Eine weitere Rotgetupfte dieser Größenordnung, die ich aufgrund des leider immer noch sehr niedrigen Wasserstandes mit der Nymphe auf Sicht anwerfen konnte, kannte ihr Revier allerdings weit besser als ich und verabschiedete sich nach einer wilden Jagd stromab ins rettende Totholz unter Wasser. Ich hatte sie schon beim Saisonauftakt mit Marc an gleicher Stelle beobachtet und gehe davon aus, dass ich bestimmt noch eine Chance bekomme. Aller guten Dinge sind bekanntlich drei 😉

So wie ich, musste auch Ulf heute nach einem kurzen Drill das schmerzliche Erlebnis eines schlaffen Vorfachs verdauen. Auch er beobachtete zuvor, wie sich die nymphende Bachforelle langsam vom Grund löste und das Hasenohr am Ende des Tipptes in ihrem weißen Maul verschwinden ließ. Anders als ihre kleineren Artgenossen, die durch Zirkusreife Sprungeinlagen begeisterten, orientierte sich auch diese Rotgetupfte gleichmässig in Richtung Flussgrund, bevor sie sich – vermutlich mit einem zwinkernden Auge – verabschiedete.

Zeit zum Trocknen der Watschuhe wird es aber keine geben, denn die nächsten Ausflüge sind bereits in Planung. Ein Höhepunkt wird, neben meinem ersten Besuch bei Daniel im nahen Ruhrgebiet, mit Sicherheit der mehrtägige Trip an die Ostsee sein. Genaueres dazu aber in Kürze hier 😉

Impressionen





Achtung: Kanurennen in Monschau

31 03 2012

Falls jemand von Euch – so wie ich – am morgigen Sonntag an der Rur in Monschau fischen wollte, solltet Ihr Euch kurzfristig nach einer Alternative umsehen. Denn am 1. April (und das ist kein Aprilscherz,) findet in der kleinen Eifelstadt das jährliche Kanurennen statt. Hierfür werden die Schleusen der Perlbachtalsperre geöffnet, um den derzeitigen Pegel von gerade einmal 18cm deutlich anzuheben. Im Gegensatz zu den letzten Jahren genügen die Wasserreserven aber offenbar nicht aus, um die interessante Stadtstrecke befahrbar zu machen. Daher stürzen sich die Kanuten im minutentakt erst im Rosental, also im unteren Teil der Fischereistrecke, in die Fluten. Das Ziel wartet auf sie etwa 2,5km unterhalb im Grünental, nahe der Brücke nach Widdau.





Saisoneröffnung – die erste Woche

25 03 2012

Die Forellensaison 2012 ist mittlerweile eine Woche und zwei Tage „alt“ bzw. jung. Zeit, eine kurze Bilanz zu ziehen und den Blick zurück auf die ersten ereignisreichen Stunden am Wasser zu werfen. Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll, denn es ist schon so viel passiert. Und dabei liegt noch das ganze Jahr vor mir…Also: einfach der Reihe nach!

Am 16. zog es Marc und mich an die Rur, um pünktlich um 6.30 Uhr bei Sonnenaufgang den Startschuss in unsere 4. gemeinsame Saison zu feiern. Unsere Nymphendosen waren bis unter den Deckel gefüllt und auch die ersten Trockenfliegen waren in den letzten Wochen der dunklen Jahreszeit schon eifrig gebunden worden. Der Pegel des glasklaren Eifelflusses lag bei 38cm und für den Nachmittag waren vom Wetterfrosch angenehme Temperaturen versprochen worden. Alles perfekt, oder?  Beinahe! Wären da nicht die -2° die uns im tiefen und gerade erst vom Frühnebel freigegebenen Rosental erwarteten. Keine dicke Jacke dabei und schon gar nicht an flauschige Handschuhe gedacht… warum auch, wenn man bei 7° von zu Hause aufbricht. Zu dumm außerdem, dass der örtliche Angelverein sich offenbar nicht bewusst war, üblicherweise die Pforten zum gepachteten Gewässer schon am 16.03. zu öffnen… Nach einem kurzen Telefonat trudelten dann aber – wenn auch mit ein wenig Verspätung – die  ersehnten Erlaubnisscheine bei der hilfsbereiten Bäckereifachverkäuferin ein und unsere Flugschnüre konnten endlich ganz offiziell gebadet werden. Neben uns konnten sich auch 7 Holländer nicht länger gedulden und hatten schon vor dem Wochenende ihren weiten Weg nach Monschau gefunden.

Foto 1 Auf die Plätze. Fertig. Los!

Erste Highlights des frostigen Vormittags waren neben der ersten Bachforelle des Jahres auf einen Bachflohkrebs zum einen eine kampfstarke Regenbognerin, die sich im Drill akrobatisch in die Lüfte schraubte und zum anderen Marcs hölzerne Begleiterin, die er sich von einem Freund aus dem Club Mouche Passion geborgt hatte; mein belgischer Freund hatte sich vorgenommen, die nächsten sieben Monate sein Glück „ausschließlich“ mit der Bambusrute zu versuchen. Da seine eigene Gespließte – die wir uns im vorletzten Jahr baugleich von Edgar Lange hatten aufbauen lassen – für die Rur jedoch deutlich zu kurz ist, kam das großzügige Angebot von George gerade Recht: ein ca. 8ft. langer Stecken (ich hoffe ihr hört meine Abneigung schon ein wenig raus), der sich meiner Meinung nach deutlich behäbiger bewegte, als meine fidele 81jährige Großmutter und außerdem schwerer war, als meine Einkaufstüte nach der jährlichen Fliegenfischermesse in Charlesroi. Die obendrauf weiche Spitze der Gerte ließ sich beim Werfen in etwa so präzise stoppen, wie ein hungriges Kleinkind in einem Süßigkeitenladen. Das i-Tüpfelchen setzte eine halbautomatische Rolle, die ich vor einiger Zeit für Marc in den USA ersteigert hatte, die vermutlich schon zwei Weltkriege erleben musste und für deren Handhabung man eine Gebrauchsanleitung benötigte. Spaß beiseite. Aber ein wenig Spott musste diese klassische Kombination dann doch ertragen, zumal die Fischerei damit – soweit ich das von meiner Flussseite beurteilen konnte – nicht gerade ein Zuckerschlecken zu sein schien. Meine stichelnden Worte in Richtung des schwabbeligen Kalbsschwanzes wurden von selbigem natürlich gerächt: An einer uns wohl bekannten Stelle hatten wir vier Bachforellen auf engstem Raum zwischen 30 und 40 Zentimeter ausgemacht. Wenig später zappelte, nach einem ersten Fehlbiss, eine farbenfrohe Rotgetupfte von Marc in meinem Kescher. Jetzt war ich an der Reihe…. Mein erster Wurf mit dem Objekt meines Mobbings:

  • Ein Leerwurf („Ohhh da braucht man ja tatsächlich eine extra Portion Zielwasser! “).
  • Eine dragfreie Drift („Wenigstens die Länge ist in Ordnung!“).
  • Eine Attacke aus dem Flachwasser („Da, die fast schwarze Bachforelle!“).
  • Ein sanfter Anhieb („Da fällt einem ja fast der Arm ab!“).
  • Und letztlich, ein offener Knoten am Ende des Tippets. Fliege ab. („Das kann doch nicht wahr sein!“)

Egal. Dumm gelaufen. Weitermachen. Zweiter Wurf, eine zweite 35er Bachforelle, das gleiche Ergebnis und eine zweite Trockenfliege, die ich nicht wieder sehen würde. Meine Theorie zu dieser skurilen Situation: Entweder wollte Marc mir eins für meine große Klappe auswischen – was ich aber nicht glaube – oder aber, und da bin ich mir ziemlich sicher, die belgische Bambusrute hat sich eiskalt bei mir gerächt. Ja, so wird’s gewesen sein!

Anschließend wechselten wir uns weiter mit dem Fischen stromauf ab, hauptsächlich nun allerdings mit meiner Rute, denn irgendwann merkte auch Marc das Gewicht in seiner ohnehin angeschlagenen Handballschulter. Tief geführte Moutardes lockten noch einige am Flussgrund stehende Bachforellen an die frische Luft und am frühen Abend durften wir uns völlig erschöpft, aber sehr glücklich über eine Saisoneröffnung nach Maß freuen.

Foto 2 Ein Fisch auf den Kalbsschwanz


Zeit sich auszuruhen blieb aber kaum, denn auch die nächsten Tage verbrachte ich an der Rur, einmal mit Fabian (Premiere für ihn in der Eifel) und noch ein zweites Mal mit Marc. Der Wasserstand war ein wenig gefallen, die Temperaturen ebenfalls, dafür regnete es zwischenzeitlich. Den Flussbewohnern schien es aber zu gefallen, denn bei meinem zweiten Besuch ging die erste Bachforelle ü40 ins Schonnetz. Ein weitere in dieser Größenordnung – auf eine Elk Hair Caddis – konnte ich hingegen leider nicht zu einem kurzen Fotoshooting überreden.

Foto 3 Die schönste Bafo des ersten Wochenendes

Unter der Woche zog es mich dann nach der Arbeit nach Belgien. Einmal pirschte ich alleine, einmal mit Lennet und einmal mit ihm und Jean – einem erfahrenen Fliegenfischer aus unserem Verein – durchs Unterholz des abwechslungsreichen Grenzflusses zwischen Eupen und Verviers. Die Highlights hier: eine 50er Bachforelle auf die Trockenfliege, die ich aufgrund eines aufgebogenen Hakens nicht landen konnte, ein ebenso großer, zwar gelandeter, aber dann doch zu fotoscheuer Fisch von Lennet und eine ü30 Äsche auf die leichte 16er Nymphe. Meine erste mäßige Fahnenträgerin an diesem Fluss. Ein gutes Zeichen, nachdem in die letzten zwei Jahre nur handlange Äschen ausmachen konnte.

Foto 4 Eine belgische Äsche

DAS Highlight der ersten Woche setzte aber dann mein letztes Gastspiel an der Rur: Neben den sommerlichen Temperaturen erwärmte zunächst eine 40er Bachforelle bei Niedrigwasser (nur noch knapp 20 Zentimeter laut Pegelstand) mein sonniges Gemüt. Damit aber noch laaaaange nicht genug. Denn der finale Paukenschlag der ersten Woche am Wasser im Jahr 2012 kam nur wenige Stunden später. Eine atemberaubend schöne, wilde Bachforelle, wie ich sie in diesem Fluss nicht jeden Tag, nicht jede Woche, nicht jeden Monat zu Gesicht bekomme! Das Kuriose dabei: während des Drills begleitete sie eine zweite Rotgetupfte, nur unwesentlich kleiner, und der kampfstarke Fisch am Ende meines Vorfachs versprühte aufgeregt seine Milch.

Foto 5 Eine wilde Bafo aus der Rur

Kann das mit der Milch zu dieser Zeit überhaupt (noch) sein? Habt Ihr schon einmal ähnliche Beobachtungen gemacht?

Saisoneröffnung – eine Woche am Wasser





Saisoneröffnung – Kleiner Vorgeschmack

16 03 2012

Müdigkeit. Rückenschmerzen. Wadenkrämpfe. Brennende Finger. Trockene Haut. UND: Glücksgefühle. Glücksgefühle. Glücksgefühle.

So oder so ähnlich werden sich einige von Euch in diesem Moment vielleicht auch fühlen. Denn der erste Tag am Forellengewässer im Jahr 2012 will voll und ganz ausgekostet werden. Zumindest bei Marc und mir. Und für uns bedeutet das: „Mitten in der Nacht“ aufstehen, bei +7° losfahren und bei -2° ankommen und anschließend 12 Stunden (erst frierend dann schwitzend) über moosige Schiefersteine stolpern. Bei uns bedeutet das aber auch, viel zu lachen, viel zu frotzeln und uns trotzdem gleichzeitig viel für den anderen zu freuen. Wenn dabei dann noch Johannisbeer Streuselbrötchen genascht und die Erlebnisse mit einem belgischen Mädchenbier begossen werden, kann man „von einem Auftakt nach Maß“ (so sagt man doch, oder?) sprechen.

Wenn Ihr wissen möchtet wie unser erster Tag an der Rur genau ausgesehen hat und interessiert daran seid, wie ich 13 Nymphen verlieren konnte, an einer Köcherfliege beinahe erstickt wäre und warum, zumindest meiner Meinung nach, ein alter Kalbsschwanz für den Verlust von zwei großen Bachforellen mit der Trockenfliege verantwortlich ist, dann solltet Ihr in Kürze wieder auf Flybei vorbeischauen. Heute gibt es nur einen kleinen Vorgeschmack auf unseren Start in die Saison an der Eifel-Rur 😉

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Ward Ihr auch schon am Wasser? Wie ist Eure Saisoneröffnung gelaufen?








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