Mein Einstieg ins Fliegenfischen

6 02 2014

von Alex

Könnt ihr Euch noch an Euren Einstieg ins Fliegenfischen erinnern? Gründe bei mir waren zunächst der tiefe Groll auf ‚Put-and-Take-Seen‘ und Teile ihrer Besucher in meiner Region und dann die schnell einkehrende Langweile am Spinnfischen als naturnähere Alternative hierzu. Auslöser für meine aktive Recherche nach Informationen zum Fliegenfischen war hingegen ein konkretes Schlüsselerlebnis während eines Urlaubs mit meinen Eltern in Südtirol:

Wir waren in den Bergen unterwegs und kamen nach einer Wanderung in ein kleines Dorf bzw. eine Ansammlung von wenigen Holzhütten, gelegen an einem grünen Steilhang. Die dunklen, aber einladenden Hütten aus schwerem Eichenholz schwitzten im Sonnenschein oberhalb eines reißenden Gebirgsbaches und um sie und unsere Brotzeit zu erreichen, mussten wir eine alte, knarrende Holzbrücke passieren. Auf der Brücke stehend schauten wir natürlich hinab (gibt es überhaupt Leute die einfach über Brücken laufen?!) und sahen flussabwärts einen Fliegenfischer, tief unten zwischen den großen Felsen und inmitten des tosenden Lärms des rauschenden Wassers. Ich setzte mich mit meiner Mutter auf einen großen Stein und wir sahen ihm für eine ganz Weile gebannt und schweigend zu, wie er seine Trockenfliege (das wusste ich damals noch nicht) an den Rändern präsentierte. Rückblickend glaube ich, dass es in diesem Moment passiert ist! Nicht nur, dass hier meine Faszination für das Fliegenfischen aufkeimte, nein, auch der Grundstein für meine Leidenschaft für schnelles Wasser könnte vielleicht hier bereits gelegt worden sein. Mit dem Fliegenfischer habe ich damals kein Wort gewechselt. Leider! Heute würde ich ihn 1000 Dinge fragen und mich natürlich bei ihm für seine Inspiration bedanken!

Nach der Rückkehr aus diesem Urlaub stürzte ich an den Rechner und stieß – wie vermutlich viele in den letzten Jahren – als erste Anlaufstelle im Netz aufs Fliegenfischer-Forum. Hier bekam ich viele Antworten auf meine ersten ‚es-gibt-keine-dummen-Fragen-Fragen‚, gleichzeitig ergaben sich aufgrund der Fülle an Informationen aber auch viele neue Fragezeichen in meinem oft qualmenden Kopf. Daher kaufte ich mir außerdem meine ersten Fachbücher, um mir meinen anstehenden praktischen Einstieg ins Fliegenfischen mit ein wenig angelesenem, theoretischem Wissen zu erleichtern. Nur zu gerne hätte ich damals zusätzlich Videos wie das folgende gesehen, das in schönen Bildern und mit einfachen Worten erklärt, worum es beim Fliegenfischen eigentlich grundsätzlich geht und welche Möglichkeiten es überhaupt gibt:

Ich kann mir genau vorstellen, wie ich nach solch anregender multimedialer Einführung unruhig auf der Couch gesessen hätte und am nächsten Morgen als Erster im kleinen Angelladen des Vorortes gestanden und die wenigen Fliegenruten (nach DIESEM Video vermutlich zu allererst die von Vision)  inspiziert hätte.

Wie ging es stattdessen für mich weiter? Gemeinsam mit einem Freund kaufte ich mir meine erste Fliegenrute, eine reduzierte (im Nachhinein betrachtet zu kurze) Guideline LPXe. Natürlich ohne sie zuvor zu testen, obwohl alle im Forum hiervon (aus gutem Grund, das weiß ich heute) mit Nachdruck immer wieder abrieten. Aber wie auch testen, werfen konnten wir ja gar nicht?!

Voller Elan probierten wir es dann dennoch, gemeinsam auf der Wiese hinterm Haus meiner Großmutter, zwischen Gartenhaus und Wäscheleine. All das, ohne zu wissen, wo wir in unserer Gegend überhaupt fischen konnten. Auch eine kurze, angeleitete Einführung ins Fliegenwerfen durch einen Mitarbeiter des Angelladens – der vorallem mit flotten Sprüchen zu unterhalten wusste – half uns hier nicht weiter. Zwar kannten wir jetzt die grundlegenden Abläufe eines Überkopf- und Rollwurfes, aber weder wussten wir wie man damit zum ersten Fisch kam, noch wo die ersten Flossenträger überhaupt für uns zu finden waren. Also wieder ab ins Internet und wenige Tage später fanden wir uns an einem kleinen Wiesenbach in der belgischen Eifel wieder. Zumindest das essentielle ‚wo‘ war zunächst aus unseren Köpfen!

Ich weiß nicht wie, aber ich konnte tatsächlich dort schon bei unserem ersten Ausflug meine erste Forelle fangen. Eine kleine Bachforelle von vielleicht 20 bis 25cm die Erbarmen mit mir hatte und meine gekaufte Goldkopfnymphe, sie war schwarz, für akzeptabel empfand. Nur zu gern würde ich mich heute beim Drillen, versteckt hinter einem Baum natürlich, beobachten. Souverän geht anders 😉 Aber immerhin: Der erste Erfolg war da und so blieb auch die Motivation in den nächsten Wochen bei uns erhalten. Es waren tatsächlich nur noch Wochen, denn wir hatten bereits September und die Forellensaison war fast vorbei. Dass man mit der Fliege auch andere Zielfische überlisten kann, wussten wir nicht. Wir besuchten daher den winzigen Wiesenbach in kürzester Zeit noch ein paar Mal und im langen Winter und kalten Früh-Frühling fanden wir uns hinterm Haus meiner Großmutter wieder, um fleißig für das kommende Jahr zu üben. Ich glaube, dass ich in diesen Wochen genauso aufgeregt war wie heute noch, bald wieder am Wasser stehen zu dürfen!

Jetzt ist es bald auch wieder geschafft. Noch 5 Wochen, dann dürfen alle – ob Einsteiger oder ‚alter Hase‘ – ihre Fliegen wässern.Und falls hier jemand lesen sollte, der Mitte März aktiv ins Fliegenfischen einsteigt: Bleib dran, geh so oft wie möglich ans Wasser und such Dir Leute, von denen Du lernen kannst! Ich bin heute sehr froh solche Leute, insbesondere Marc, gefunden zu haben und bin ihnen unendlich dankbar für alles, was sie mir beigebracht haben.

Tight Lines!





Termin: Aachener-Fliegenfischer-Stammtisch

15 01 2014

von Alex

Noch genau zwei Monate!

„Was dann?“ mag der ein oder andere jetzt fragen. Na DANN ist das Warten für viele unter uns vorbei und die Forellensaison 2014 wird endlich eingeläutet – zumindest bei uns in NRW und an einigen Flüssen in der belgischen Wallonie. Die Vorbereitungen laufen bei vielen daher schon auf Hochtouren. Sie reichen von Besuchen unterschiedlicher Messeveranstaltungen und dem Kauf neuen Gerätes bis hin zu ausgedehnten abendlichen Stunden am Bindestock. Und da ich persönlich nicht unbedingt gerne alleine Binde und mich stattdessen lieber mit anderen austausche, habe ich im letzten Jahr versucht, ein (unregelmäßig stattfindendes) Treffen für Fliegenfischern aus Aachen und der Euregio zu organisieren.

Nach einer längeren Pause in der zweiten Hälfte der vergangenen Saison kommt es nun endlich zur nächsten Auflage: am 17.02.2014 laden wir alle Interessierten wieder herzlich ein, unsere Runde im Aachener Kapellchen zu vergrößern! Es wird gebunden, es wird gequatscht und die Vorfreude auf die neue Saison mit Gleichgesinnten geteilt. Es wird natürlich auch wieder gut gegessen und getrunken, denn das Kapellchen ist eine Bar/Pizzeria – im Herzen Burtscheids und mit optimaler Anbindung an die nahe Autobahn für Leute aus dem Aachener Umland oder aus Mönchengladbach, Köln und DDorf etc.

Wie gewohnt werden wir vor Ort wieder einen eigenen Raum (für max. 15 Personen) haben. Zwecks Planung bitte ich Euch daher, mir Euer Kommen unverbindlich im Vorhinein anzukündigen. Alternativ könnt Ihr Euch auch auf Facebook für die Veranstaltung eintragen: https://www.facebook.com/events/1409269882653013/

Bis dahin!

 

NACHTRAG (07.02.14):

Mittlerweile haben wir 13 Zusagen. Das freut mich sehr! Die beiden Plätze kriegen wir auch noch voll, oder?





Spaziergang an der Rur

6 03 2013

von Alex

Die letzten Tage war ich wiederholt an der Rur mitten im Wald spazieren und durfte mich über dieses wunderschöne Exemplar einer wilden Bachforelle vor meinem Makro-Teleobjektiv freuen. Leider hatte ich den Pol-Filter meiner Kamera im Wagen vergessen, sonst hätte sich die Schönheit vielleicht noch deutlicher abgezeichnet. Es ist immer wieder verblüffend zu sehen, wie perfekt sich die Fische optisch an die jeweiligen Bedingungen im Flussbett und an ihre Standplätze anpassen. Bis zum Stieg habe ich die Rotgetupfte nicht gesehen…Jedenfalls macht mir diese Begegnung das Warten auf das Ende der Schonzeit nicht gerade einfacher 😉

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Warnung: Kanurennen an der Rur

1 03 2013

von Alex

Ich bin empört! In freudiger Erwartung des 16.03.2013 – dem offiziellen Start in die Forellensaison in NRW – musste ich nun mit Schrecken feststellen, dass ausgerechnet an jenem Wochenende das jährliche Kanurennen in Monschau ausgetragen wird. Das bedeutet, dass man an der gesamten Oberen-Rur (unterhalb der Perlbachtalsperre) mit etwa 50-60 cm mehr Wasser rechnen muss. Die Schleusen der Perlbachtalsperre werden am Samstag und Sonntag extra für die Kanuten geöffnet, so dass vom Perlbach bis ins Rosenthal ein Mindestwasserstand für ein Wildwasserrennen gewährleistet werden kann. Dieser deutlich erhöhte Wasserstand macht sich dann natürlich bis zum Eintritt des Flusses in den Rursee bei Einruhr etliche Kilometer stromabwärts bemerkbar. Das wars dann wohl mit einem entspannten Saisonstart bei einem Pegel um die 30 cm…





Es geht wieder los!

16 03 2012

Ich will gar keine grossen Worte verlieren: In 6 Stunden hat das monatelange Warten endlich ein Ende. Die Saison 2012 startet – zumindest für mich.

Falls es Euch auch ans Wasser drängt, wünsche ich Euch genau DAS was ihr Euch die letzten Wochen und Tage erhofft habt! Ganz egal, ob es das erste tiefe Durchatmen in kalter Morgenluft ist, die erste wohlgeformte Schlaufe über Euch, oder aber die erste Bachforelle in Euren nassen Händen. Ich wünsche Euch eine gute Zeit!

Und falls Ihr nach Eurer ersten Pirsch nicht zu geschafft seid, könnt Ihr in 24 Stunden hier lesen, wie der Saisonstart für mich gelaufen ist.

Auf eine schöne Saison 2012! Ich freu mich, einige von Euch am Wasser wieder zu treffen oder neu kennen zu lernen!

Tight Lines
Alex

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Ich packe meinen Koffer und nehme mit…

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