Anmelden & Gewinnen

11 03 2015

von Alex

Am kommenden Sonntag (15. März) geht FLYBEI mit neuem Design online. Wenn ihr euch bis dahin zu unserem neuen Newsletter auf www.flybei.de anmeldet, erhaltet ihr automatisch die Chance auf einen der folgenden Preise:

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1. Preis: Mycket Bra Chest Pack + Flexfit Camo Cap
2. Preis: Vibe 125 Line (head weight 19g) + Flexfit Burley Cap
3. Preis: Vibe 125 Line (head weight 19g)

Die drei Gewinner werde ich am 17. März bekannt gegeben und zusätzlich per Mail informieren. Falls ihr euch bereits angemeldet habt: Kein Problem! Ihr braucht euch nicht noch einmal anmelden, um an unserer Aktion teilzunehmen.

Viel Glück!

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WICHTIG: NEUE WEBSEITE

5 03 2015

von Alex

FLYBEI bekommt ein Face Lift! Ab der kommenden Woche findet ihr unter den Adressen www.flybei.de und www.fliegenfischen-euregio.de unsere neue Webseite. Ein neues Design, neue Funktionalitäten und viele viele Neuigkeiten für 2015 warten dann dort auf euch.

Auf der derzeitigen Übergangsseite könnt ihr euch jetzt bereits zu unserem neuen NEWSLETTER anmelden. Der alte Newsletter wird nicht weiter gepflegt werden und eure Abos können leider nicht automatisch mit umziehen. Falls ihr also auch weiterhin unseren Newsletter erhalten wollt und vor allen anderen über unsere Beiträge, Aktivitäten und Angebote informiert werden möchtet, müsst ihr euch schnell und einfach nochmal hier anmelden. Unter allen Anmeldungen bis zum offiziellen Start der neuen Webseite werden 3 Preise verlost. Genaueres dazu erfahrt ihr in Kürze nochmal hier oder wie immer auf unserer Facebook-Seite.

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Und noch eine zweite kurze Ankündigung für alle Fliegenfischer aus der Euregio und der Umgebung: Kurz vor dem Saisonstart findet die erste Ausgabe unseres Bindestammtisches in Aachen statt. Wir treffen uns am 12. März wie immer um 19.00 Uhr im Aachener Kapellchen (Malmedyer Straße 17, 52066 Aachen). Wir haben den großen Raum reserviert und wieder Platz für 15-20 Leute. Bitte gebt mir kurz Bescheid ob ihr kommt (kontakt@flybei.de) oder sagt unserer Veranstaltung bei Facebook zu. Thematisch habe ich keine konkreten Vorschläge. Mich würden natürlich eure Fliegendosen für den Saisonstart interessen. Natürlich bringe ich auch meine Dosen mit, habe allerdings bis dahin noch einiges zu tun 🙂

Also nochmal in kur: Newsletter anmelden, www.flybei.de unter den Favoriten speichern und zum Bindestammtisch kommen.

Wer es nicht zum Stammtisch schafft, aber sich für die neue Saison noch mit ein paar Dingen eindecken muss oder ein paar letzte Tipps braucht, der kann mich am Samstag (7. März) auch in Herzbrock treffen. Dort bin ich auf der Jubiläumsmesse bei Thomas Dürkop von Full-Service-Flyfishing zu Gast und stelle die neuen Produkte von Vision Fly Fishing für 2015 vor. Würde mich freuen dort das ein oder andere Gesicht zu sehen!

Tight Lines!

Alex





FLYBEI @ ‚Fly Happening‘ (Putte)

21 11 2014

von Alex

Hinter mir stehen ein paar große Kisten mit Bindematerialien. Neben mir liegen meine druckfrischen Flyer für die Saison 2015. Vor mir steht mein Laptop mit vielen Fotos und Diashows, die mich auf den Weg nach Putte (Belgien) begleiten werden. Dort findet an diesem Wochenende (22. & 23. November) wieder einmal das ‚Fly Happening‚ statt – die größte Messe für Fliegenfischer in Belgien, neben dem jährlich stattfindenden Event in Charleroi.

 

FH2014

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Ich werde am morgigen Samstag und auch den ganzen Sonntag am Stand von VDS Fly Fishing Tackle anzutreffen sein und Euch gerne über die umfangreichen Produktpaletten von VISION und Fly Scene beraten. Ihr könnt schon jetzt einen Blick auf die Neuerungen für 2015 werfen und Euch natürlich mit den nötigen Bindematerialien für die kommenden Abende am Bindestock eindecken.

Darüber hinaus informiere ich aber auch an einem eigenen Stand über unsere Workshops für die kommenden Monate und das nächste Jahr. Es steht viel auf unserem Kalender und wir haben einige tolle Konzepte entwickelt, die wir Euch gerne vorstellen möchten. Zwischendurch werde ich auch immer wieder ein paar Hechtstreamer und Fliegen binden und habe für alle Nymphenfischer und Hechtangler unter Euch ein paar ‚Specials‘ im Gepäck. Lasst Euch überraschen!

Die Messe ist sowohl am Samstag als auch am Sonntag jeweils von 10.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 5 Euro. (Adresse: GemeenschapsCentrum ‚Klein Boom‘ in Putte)

Ich würde mich freuen, einige von Euch in Putte begrüßen zu dürfen!

Tight Lines!

Euer Alex

 





Auf engstem Raum

6 07 2014

von Alex

Nach Kursen auf Barbe und Forelle in den letzten Tagen, zog es mich gestern Abend selber auch noch einmal ganz kurz ans Wasser. Ich hatte vor zwei Wochen an einem schmalen Bach einen kleinen, sehr versteckten Pool entdeckt, den ich unbedingt noch einmal ausprobieren wollte. Bei meinem ersten Besuch gab es dort bereits einen 40+ Fisch und im Drill meinte ich, eine noch größere Bachforelle gesehen zu haben. Ich war mir aufgrund des schnellen Wassers allerdings nicht ganz sicher gewesen. Dies wollte ich unbedingt überprüfen.

Der Mini-Gumpen war etwa so breit wie tief und im vorderen Teil hatten sich viele, viele Äste angesammelt. Im hinteren Teil war die Uferseite komplett unterspült, und dichte, rote Wurzeln boten einen zweiten sicheren Standplatz. Insgesamt eine heikle Stelle, sollte man hier auf einen kräftigen Fisch treffen, denn auch die Strömung im Zulauf war äußerst stark.

Ich näherte mich dem Pool stromauf und ließ meine 16er Nymphe mit erhobenem Arm und einem fast gestreckten Vorfach kontrolliert in den Auslauf trudeln. Ich hatte mich entschieden, hier nur mit einer Nymphe zu fischen, denn einen möglichen Hänger des zweiten Musters im Drill wollte ich unbedingt vermeiden. Außerdem fischte ich mit einer 5x Vorfachspitze, für dieses kleine Gewässer und den niedrigen Pegel ansonsten etwas zu dick. Aber falls ich Kontakt bekommen sollte, musste sofort Gegendruck ausgeübt werden, um eine Flucht in die Äste oder die Wurzeln zu verhindern.

Schon bei der ersten Drift sah ich im klaren Wasser, dass sich eine stattliche Bachforelle, die ich zuvor nicht entdeckt hatte, obwohl ich mich auf maximal 3 Meter genähert hatte, vom Grund löste und meine Nymphe im Mittelwasser nahm. Ich zog sie schnell aus dem Pool und drillte sie kurz unterhalb aus. 42cm! Aber weder der Fisch den ich bereits kannte, noch der größere Fisch, der mir seitdem nicht aus dem Kopf gegangen war. Also ein zweiter Versuch.

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Ich wartete einen Moment und machte meine nächste Drift. Diesmal in die Mitte des Pools. Ich ließ die Nymphe mit der Strömung in Richtung Ufer und Wurzeln abtreiben, senkte sie leicht ab und bewegte sie in der Geschwindigkeit der Strömung in Richtung Auslauf. Eine zweite größere Bachforelle verließ das Wurzelwerk und folgte ihr, verpasste aber. Ich wartete nochmals ein paar Minuten, ließ die Forelle ihren Standplatz wieder einnehmen und wiederholte die Drift. Diesmal nahm sie! Auch hier das gleiche Spiel, ich versuchte den Fisch vom Zug stromauf abzuhalten und konnte sie wenig später im Auslauf auf engstem Raum unter den überhängenden Ästen landen. 43cm! Der mir bekannte Fisch von vor zwei Wochen.

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Abermals ein paar Minuten später war dann der Hotspot des Pools dran. Der Einlauf mit den vielen Ästen und der Kehrströmung, die sich oberhalb des Baumes mit den Wurzeln am Ufer gebildet hatte. Am erhobenen Arm platzierte ich die Nymphe über die schnelle Strömung hinweg in den ruhigen Bereich und unmittelbar war meine Rute das dritte Mal krumm. Ich merkte schnell, dass diese Forelle wesentlich größer war, denn sowohl der erste Schwall an der Oberfläche, als auch der Zug in Richtung Grund zeugten von immenser Kraft. Meiner 3er Rute wurde richtig gefordert. Mit der Cult im Halbkreis versuchte ich dem Fisch Paroli zu bieten und daran zu hindern, sich gegen die Strömung zu bewegen. Aber vergebens, er zog vom Auslauf, wohin ich ihn kurz dirigieren konnte, in Richtung Einlauf. Er wusste offenbar genau, dass er dort im dichten Unterwassergestrüpp angespülter Äste die besten Chancen hatte. Und die nutze er! Denn wenig später spürte ich, dass mein Vorfach einen Ast touchiert haben musste, die Bewegungen der Forelle waren nicht mehr zu spüren. Ein Hänger?! … Was jetzt?! Ich entschied mich für die positive Variante, hielt meine 10ft. Rute auf Spannung und kletterte in den Pool, die Rute weit hinter mir ausgestreckt. Wie befürchtet, hatte sich mein Vorfach um einen der vielen Äste gewickelt. Zum Glück war er recht dünn, so dass ich ihn schnell überbrechen konnte. Und da waren auch die Bewegungen des Fisches wieder, mein Schonhaken hatte gehalten. Glück gehabt! Direkt griff ich zum Kescher auf meinem Rücken und hielt ihn tief ins Wasser. Der Fisch hatte keine Möglichkeit mehr auszuweichen und fand sich in meinem Schonnetz wieder. Erleichterung! Der bisher herausfordernste Drill dieser Art mit vielen unangenehmen Entscheidungen in kürzester Zeit. Der Fisch war es allemal wert! Eine sehr alte Bachforelle, dunkel gefärbt, etwas aus dem Futter und mit einem großen, markanten Kopf. 54cm!

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Nach insgesamt vielleicht 20 Minuten und mit ein paar Schnappschüssen im Gepäck, machte ich mich durchs tiefe Unterholz auf den Weg zurück, um an anderer Stelle den Abend gemütlich mit der Trockenfliege ausklingen zu lassen.

Ich hoffe, dass Ihr ebenfalls ein schönes Wochenende mit hoffentlich ähnlich glücklich endenden Herausforderungen am Wasser hattet!

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Die erste Woche

22 03 2014

von Alex

Die erste Woche der Saison 2014 ist schon vorbei. Der passende Zeitpunkt, eine kurze Bilanz zu ziehen, bevor es morgen weitergeht. Ich war bisher 5 Mal am Wasser unterwegs, allerdings zuletzt immer nur für ein paar wenige Stündchen am Vor- oder Nachmittag.

Die Fischerei war dabei so abwechslungsreich, wie das launische Frühlingswetter. Mal konnte ich mit der Trockenfliege gezielt steigende Fische anwerfen, zuletzt regnete es teils heftig und die Temperaturen fielen auf 4 Grad – Kapputze tief ins nasse Gesicht, statt luftiges Shirt und Sonnenbad am Flussufer. Auch die verwendeten Muster und Geräte variierten mit den sich andauernd verändernden Bedingungen. Vorteil dieses ‚Aprilwetters‘ im März war aber immerhin, dass ich meine über den Winter getätigten Neuanschaffungen schon allesamt austesten konnte. Und was soll ich sagen? Unterm Strich bin ich hochzufrieden! Die Guideline ‚LeCie‘ #3 in 10ft. hatte ich ja bereits beim Äschenfischen als sehr feines und sensibles Stöckchen kennengelernt. Jetzt will ich mich kaum mehr von ihr trennen. Denn nicht nur zum Nymphen (selbst mit zwei schweren Mustern) ist sie hervorragend geeignet, nein, auch mit der Trockenfliege weiß sie zu begeistern. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich die 58er vom letzten Wochenende mit einer spitzenbetonten 5er Rute höchstwahrscheinlich zu Beginn des Drills, bei der ersten Flucht oder dem ersten Sprung des Fisches, verloren hätte. Ich bin begeistert, wie sie einerseits die Kraft großer Fische abfedert und gleichzeitig andererseits genug Reserven besitzt, um ihnen ausreichend Paroli zu bieten. Ich bin sehr gespannt, ob sich die Rute auch im Wildwasser bei ähnlich großen Bachforellen behaupten kann.

Auch meine ’neue‘ gebrauchte ‚LeCie‘ 10 Fuß #6 ist in den letzten Tagen eingeweiht worden. Insbesondere dann griff ich zu ihr, wenn das Wasser sehr trüb war und ich auf Streamer umschwenken musste. Ein gewaltiger Unterschied zur Kompromisslösung einer 5er oder gar 4er Rute! Der Transport von Mustern auf Hakengröße 2 mit 5,5mm Tungstenperle und zusätzlicher Bleiwicklung gestaltet sich beinahe so leicht, wie die Präsentation einer kleinen Nymphe. Dennoch liegt sie federleicht in der Hand und das, obwohl ich meine ‚Haze‘ 6/8 draufgepackt habe. Einen Großteil dieses Good-Vibes-Feeling trägt aber mit Sicherheit auch die Guideline ‚4-Cast‚ bei, eine perfekte Wahl, wenn es um Würfe zwischen 8 und 16m Meter geht. Sie ist ein bisschen weniger aggressiv als die von mir so geschätzte ‚Presentation‘, fühlt sich aber Dank ihrer etwas längeren Keule dafür nicht nur im Nahbereich sehr wohl. Leerwürfe brauche ich dennoch so gut wie keine – und das ist doch die Hauptsache, denn nur die Fliege im Wasser kann auch fangen 😉 Ich spiele derzeit mit dem Gedanken, ob ich sie mir auch noch als Sinktip für den Fluss zulegen soll. Erfahrungsberichte hierzu habe ich bisher nicht gefunden, vielleicht kann ja jemand von Euch helfen?!

Ich könnte jetzt an dieser Stelle noch ein bisschen mehr Tackle-Talk betreiben, etwa über meine neuen Watklamotten aus dem Hause Vision. Denn ich habe mich über den Winter komplett neu eingekleidet, so dass ich nun eine zweite Garnitur besitze, auf die ich für Kurse oder aber für Spontanbesuche von Freunden zurückgreifen kann. Für welche Produkte des finnischen Herstellers ich mich genau entschieden habe, bringe ich aber lieber in Kürze mal in einem gesonderten Beitrag unter. Stattdessen gibt es abschließen hier und jetzt noch ein paar Bilder vom heutigen Nachmittag:

Ich war etwa 5 Stündchen hinter der Grenze und habe wieder die komplette Bandbreite erlebt, sowohl hinsichtlich des Wetters, als auch hinsichtlich der Fischerei. Begonnen habe ich bei angenehmen Temperaturen um die Mittagszeit mit der Trockenfliege. Wieder schlüpften hier und da größere Exemplare der ‚Baetis Rhodani‘ und ich konnte schnell einige Rotgetupfte bis 40cm überlisten. Als der Wind jedoch auffrischte, stellten die Fische prompt das Steigen konsequent ein und ich wechselte notgedrungen auf die Nymphe. Nur, um wenig später nach einem kräftigen Hagelschauer, Platzregen, einem Sturz des Thermometers auf nur 4 Grad und einer hastigen Flucht in eine nahegelegene Fritterie (zu deutsch: Pommesbude), nochmal abschließend den Streamer swingen zu lassen.

Dabei hatte ich dann den ersten Kontakt mit einer 70+ Forelle in diesem Jahr! Das ging schneller als erhofft, zumal ich in der braunsten Soße fischte. Der Fisch hatte offenbar gute Augen, denn er schoss aus seiner Uferdeckung auf den Zonker und zeigte mir nahe der Oberfläche seine silbrige Flanke. Massiv! Ich bin mir sicher, dass zwei Hände nicht gereicht hätten, um den gewaltigen Körper zu umgreifen. Leider (!!!) konnte ich es nicht ausprobieren, denn obwohl ich den Haken noch per erschrockenem Strip-Strike halbwegs setzen konnte – ehrlich gesagt hatte ich im Auslauf des Pools nicht mehr mit einem solchen Biss gerechnet und war mit den Gedanken schon beim nächsten Hotspot – stieg die beeindruckende Gestalt nach wenigen Sekunden im Drill aus. Ärgerlich! Aber immerhin weiß ich nun, wo ich beim nächsten Mal suchen muss.

Einen versöhnlichen Abschluss gab es dann aber doch noch, denn nicht nur die Sonne kam noch einmal hervor, sondern nur 20 Meter weiter flussabwärts stieg noch ein zweiter sehr schöner Fisch ein. Nach kurzem Drill fand sich die 55er Bafo sicher in meinem neuen Schonnetz (Modell ‚Trout Bum Holston‚ von Brodin), welches ich mir vor ein paar Wochen extra noch für die Pirsch auf Großforellen zugelegt hatte, wider und nur wenige Sekunden darauf, entließ ich sie behutsam zurück in ihre Freiheit. So soll das sein!

Die meisten von Euch wissen, dass ich ein Verfechter von Catch & Release bin und mich ungern auf Diskussionen hierzu einlasse. Insbesondere, wenn es um die Fischerei in Belgien oder Holland geht, wo diese Praktik gesetzlich legitimiert ist. Ganz unabhängig davon, sollte für uns alle stets der schonende Umgang mit dem Fisch im Vordergrund stehen. Einen sehr empfehlenswerten Artikel hierzu laß ich kürzlich auf Gink and Gasoline. Weitere wichtige Punkte dazu etwa auch hier bei Orvis.

Mal schauen wie das Wochenende morgen weitergeht. Wenn die Pegel der Rur über Nacht steigen sollten, werde ich es in der Eifel versuchen. Falls nicht, wird mir sicher etwas anderes einfallen. Dem Wetter bestimmt auch…

Sollte es Euch auch noch ans Wasser ziehen, wünsche ich Euch viel Vergnügen und Tight Lines! Vergesst die Watjacken nicht!

Alex





Saisoneröffnung 2014

19 03 2014

von Alex

Wir haben heute den 19.03. und die Saisoneröffnung 2014 ist damit bereits seit ein paar Tagen ‚Geschichte‘. Höchste Zeit also, eine kleine Geschichte über sie zu schreiben, eine Geschichte mit einigen ‚Ups‘ and ‚Downs‘ und einer Fischerei, die ich so nicht erwartet hätte. Aber der Reihe nach, solche Geschichten wollen ja von A bis Z erzählt werden:

Bereits am Freitagabend machte ich mich auf den kurzen Weg Richtung Ostbelgien, denn in diesem Jahr öffneten die Flüsse ihre Pforten ausnahmsweise vor der Rur, schon am 15.03. bzw. laut Reglement am „3. Samstag des Monats“. An den Flüssen NRWs hingegen endete die Schonzeit (wie immer) erst am 16.03. Es lag also ein Wochenende mit vielen Möglichkeiten vor mir.

Mein Plan sah vor, am Vorabend der ‚Ouverture‘ noch einmal den Wasserstand vor Ort zu überprüfen, mich mit meinem belgischen Freund Kristof zu treffen und bei einer ersten belgischen Fritte – der noch einige weitere folgen sollten – eine Reihenfolge der von uns befischten Spots für den Samstag festzulegen. Außerdem wollten wir uns über Taktiken und Techniken für das niedrige und klare Wasser des Flusses – der um diese Jahreszeit meist 20cm mehr führte und leicht angetrübt war – austauschen. Für den Sonntag ließ ich mir dann die Option offen, einen zweiten Tag in der Wallonie zu verbringen, oder aber in Richtung Eifel aufzubrechen und den Fluss zu wechseln.

Wir entschieden uns dafür, unsere Route am frühen, sehr frühen Morgen – nach einer eisigen und ungemütlichen Nacht im Auto – im unteren Teil der bewatbaren Strecke zu starten.

‚Bewatbar‚ meint, dass das Waten dort erlaubt ist. Bis zum 1. Samstag im Juni (bis zur sog. ‚Großen Eröffnung‘) darf an den meisten Flüssen größtenteils nämlich nur vom Ufer gefischt werden. Möchte man weiter flussabwärts fischen, so muss man sich am Ufer bewegen und muss auf Beschwerung jeglicher Art verzichten – dies sollte für uns noch relevant werden.

Wir konzentrierten uns ausschließlich auf solche Spots, von denen wir mit Gewissheit wussten, dass hier in der Vergangenheit oftmals große Bachforellen auf Beute gelauert hatten und versuchten zunächst, diese mit Zonker-Streamern aus dem dichten Wurzelwerk und aus dem Schutz der tiefen Gumpen zu locken. Ohne Erfolg! Das Wasser war hier vermutlich doch zu niedrig und zu klar, um mit dieser plumpen Taktik erfolgreich zu sein. Daher sattelte ich schnell um, wechselte von der 6er auf die 3er Rute und begann, mich nymphend stromaufwärts in Richtung der nächsten aussichtsreichen Stellen zu bewegen. Auf dem Weg dorthin fing ich meine ersten Bachforellen um die 30cm, wobei einige durch Attacken des Kormorans gezeichnet waren.

Saisonstart03

Bild 1: Dem Kormoran entkommen

Den nächsten Hotspot vor dem inneren Auge – eine kurze Folge aus zwei Pools und einer langen, tiefen Rinne – bog ich um die letzte Flussbiegung und voilà: der erste Fliegenfischer kam uns entgegen. Zut! Mais, c’est la vie… Ein Befischen der von ihm passierten Stellen schien wenig aussichtsreich, war der Flussgrund doch vornehmlich lehmig und der Abschnitt daher nicht nur bereits beackert, sondern auch durch aufgewühltes Sediment mit Sicherheit eingetrübt. Also Kehrtwende, zurück zum Auto und weiter im Plan.

Dass wir diesen allerdings wohl schnell verwerfen müssten, merkten wir spätestens auf unserer kurzen Fahrt flussaufwärts: An jedem Sektor sahen wir zahlreiche geparkte Autos am Straßenrand und ganze Scharen von Fliegenfischern im/am Wasser. In den letzten Jahren sah dies noch gänzlich anders aus, allerdings hatten wir zumeist auch Temperaturen um den Gefrierpunkt und auf den ersten Blick weitaus schlechtere Wasserbedingungen gehabt. Der plötzliche Wetterumschwung Ende der Woche, hin zu kühlerer Luft und leichtem Sprühregen, konnte nach den beinahe sommerlichen Tagen offenbar kaum jemanden davon abhalten, loszuziehen. Ärgerlich, aber natürlich durchaus verständlich…

Bei unserem zweiten Hotspot angekommen sahen wir zu unserer Ernüchterung dann in unmittelbarer Nähe vier Personen in ihre Wathosen schlüpfen und sich darauf vorbereiten, in ihre Saisoneröffnung zu starten. Ein schneller Blick ins Wasser setzte dann noch einen drauf: fünf Spinnfischer, die ihre Blinker, Wobbler und Co durch die fischreiche Rinne jagten. Spätenstens hier wussten wir, dass der Tag vor uns sehr ‚tough‘ werden würde und wir an den zugänglichen Abschnitten des Flusses wohl kaum mehr Stellen finden würden, die noch nicht befischt worden waren. Keine schönen Aussichten! Schnell schmiedeten wir also Plan B, der längere Märsche zu Fuß durchs teils dichte Unterholz umfasste, aber zumindest auch die motivierende Aussicht, nicht Nr. 3, 4 oder 5 in der Reihe zu sein. Diese Entscheidung sollte sich auszahlen! Denn in der Folge verbrachten wir zwar weniger Zeit im Wasser als ursprünglich geplant, konnten dafür aber auch die ersten Bachforellen bis 40cm landen, darunter eine stattliche Rotgetupfte für Kristof von 49cm.

Am Frühabend erlebten wir dann sogar noch einen Schlupf kleiner, oliv-farbener Eintagsfliegen und ich durfte mich über die ersten Fische auf die Trockene freuen. So etwas hatte es in den letzten Jahren am 1. Tag auch noch nicht gegeben! Erfolgreich war hier insbesondere eine simple Hasenohr, lediglich bestehend aus etwas grobem Dubbing und einer feinen Goldrippung, gebunden auf einen 19er Schonhaken. Keine Hechel, kein Flügel, kein Schwänzchen. Unscheinbar und schlecht schwimmend, für selektive Bachforellen aber eine sehr gute Wahl. Mit dieser Fliege am dünnen Tippet war der Höhepunkt des Schlupfes, dass ich aus erhöhter Position eine Bachforelle von ca. 50cm beim regelmässigen Steigen beobachten durfte. Anschließend bestand die Herausforderung darin, den Fisch zwischen zwei Krautfahnen und in einer langsameren Passage an der anderen Flusseite mit einer dragfreien Drift zu überzeugen. Es kam jedoch nicht nur auf eine saubere Präsentation über etwa 13 Meter an, sondern auch darauf, den richtigen ‚Rythmus‘ des Fisches, das richtige Intervall seines Steigverhaltens zu finden. Nach etwa 10 Versuchen gelang es mir dann endlich seinen Ansprüchen zu genügen und ich durfte erleben, wie die knapp unter der Oberfläche stehende Bachforelle ihren Kopf leicht zur Seite schwenkte, sich ein paar Zentimeter empor bewegte und meine winzige Hasenohr einschlürfte. Der sanfte Anschlag passte, der dünne Haken schien zu sitzen, löste sich dann allerdings schnell nach einem Sprung des Fisches und seiner anschließenden Flucht ins Grün.

Nach diesem Erlebnis brachte bei Einbruch der Dunkelheit und bei Fritte Nr. 2 der erste Tag der Saisoneröffnung mindestens drei Erkenntnisse:

1. Kein ‚großer‘ gelandeter Fisch für mich.

2. Unfassbar viele Angler, ein damit verbundener hoher Befischungsdruck (nach 32 Personen hörten wir auf zu zählen) und die Gewissheit, dass ein Großteil der Strecke vom ‚who is who‘ der belgischen Fliegenfischerszene besucht worden war.

3. Hier und da bereits regelmäßig steigende Forellen und teils große Exemplare der ‚baetis rhodani‘.

Insbesondere die dritte Erkenntnis ließ mich nach einer zweiten unruhigen Nacht und einer sich zwischenzeitlich ankündigenden Migräne (gegen die Kristofs ‚Wunderpille‘ allerdings schnelle Hilfe brachte) in Belgien verweilen. Obwohl es verlockend schien, den Sonntag bei weniger Trubel entspannt an der Rur zu verbringen, gab es die attraktive Aussicht, eine Großforelle auf Sicht mit der Trockenfliege zu fangen. Vorausgesetzt natürlich, wir konnten erneut einen Schlupf abpassen und einen Abschnitt finden, der nicht schon x-fach befischt worden war.

Wir konzentrierten uns daher am Sonntag auf Teile des Flusses, die für die Fischerei mit Nymphe und Streamer unattraktiv erschienen und von denen wir uns deshalb erhofften, dass hier am Vortag weniger los gewesen war. Und tatsächlich, am späten Vormittag war es so weit: Wieder saßen die ersten Rhodanis auf der Wasseroberfläche und die ersten Ringe zeichneten sich deutlich in der gleichmäßigen und ruhigen Strömung ab. Wir warfen allerdings nicht jeden steigenden Fisch an, sondern hielten Ausschau nach kleinen Ringen und somit sanft und vorsichtig steigenden Fischen – oftmals größere Exemplare. Schnell waren die ersten Bachforellen gefangen, diesmal auf Eintagsfliegenmuster in Größe 16, gebunden mit Quill-Körpern (entweder so oder so), einem Schwänzchen aus Coq de Leon und CDC-Flügeln. Etwas weiter stromab das gleiche Spiel, auch hier viele Fische auf engstem Raum und somit die Herausforderung, selektiv die ‚besseren‘ Flossenträger am Stieg zu erkennen. Schnell zogen mich die Ringe einer Forelle am gegenüberliegenden Ufer in den Bann. Dort befand sich ein Busch mit weit aufs Wasser ragenden Zweigen, im Wasser außerdem jede Menge angeschwemmtes Totholz – ein idealer Standplatz. Ich entschied mich für eine kleine Klinkhammer (#20), gebunden ebenfalls mit einem schlanken, oliv-farbenen Körper und einer spärlichen CDC-Hechel. Bereits die erste saubere Drift, stromabwärts serviert, schien die Rotgetupfte zu interessieren und als sie sich mit der Fliege stromabwärts treiben ließ, erkannte ich ihre Ausmaße: ein Prachtfisch! Schon als sie zum Take ansetzte, rief ich Kristof. Es folgte ein langer Drill mit zwei beeindruckenden Sprüngen zu Beginn und einigen Fluchten stromauf und stromab. Meine 3er Rute federte die Fluchten, trotz des feinen Tippets, jedoch souverän ab und nach wenigen Minuten, konnte Kristof den Fisch sicher landen.

Saisonstart05

Bild 2: 58cm auf die Trockenfliege

Er maß 58 cm, war schlank gebaut, hatte einen kleinen Kopf, eine leich-rötliche Grundfärbung und die für den Fluss typische, blaue Wangenzeichnung. Ein Traumfisch und mein persönlicher Rekord auf die Trockenfliege in Ostbelgien. Und das am 2. Tag der neuen Saison! Ich setzte ihn schonend zurück und schnell verschwand er im klaren Wasser in Richtung seines Totholzes.

Nach diesem Erlebnis saßen wir eine Weile still am Ufer und konnten es nicht fassen. Nur ab und an gaben wir mit einem breiten Grinsen ein leises „58 on a dry…“ von uns. Da der Schlupf aber noch immer im Gange war, rafften wir uns motiviert wieder auf und pirschten uns am Ufer weiter flussabwärts entlang. Ein paar hundert Meter unterhalb erreichten wir die nächste ruhige Passage und auch hier konnten wir aus sicherer Entfernung unterschiedliche Ringe ausmachen. Wieder waren zwei dabei, die von größeren Fischen zu stammen schienen. Der erste Fisch verwehrte sich unserer Fliege mehrfach, der andere hingegen konnte nicht widerstehen und nahm direkt. Was dann folgte war eine Wiederholung des ersten Tanzes, mit dem Unterschied, dass dieser Bachforelle im direkten Vergleich ein paar Zentimeter fehlten: 54 cm!

Nicht nur wir lachten jetzt, sondern auch die Sonne kam zuvor, nachdem sie sich den ganzen (Vor-)Mittag hinter dichten Wolken versteckt gehalten hatte. Jetzt gab es nicht nur eine Trockenfischerei, sondern auch noch eine Trockenfischerei im T-Shirt. Was für ein Tag! Mit dem Wetterumschwung ebbte jedoch gleichzeitig der Schlupf stark ab und wenig später schien das Wasser wie ‚tot‘. Kaum zu glauben, dass wenige Minuten zuvor hier große Bachforellen regelmässig gestiegen waren. Bis zum Abend fischten wir daher anschließend wieder vorwiegend schnellere Passagen und fingen mit der Nymphe noch einige Rotgetupfte bis 35cm, größere Exemplare konnte wir nicht mehr ausfindig machen. Aber das wäre des Guten dann auch zuviel gewesen 😉

Den Abend ließen wir bei belgischer Fritte Nr. 3 und einem kühlen Jupiler in der Sonne ausklingen und trafen noch einige weitere Bekannte, die sich ebenfalls dazu entschieden hatten, den Tag mit einer lokalen Spezialität zu beenden. Jeder erzählte von seinen Erlebnissen der beiden Tage und alle waren sich einig, dass dies eine ganz besondere Saisoneröffnung gewesen war. Mit vielen ‚Downs‘ (viele Angler), aber auch vielen ‚Ups‘ – allen voran der Möglichkeit, bereits Mitte März steigende Fische mit der Trockenfliege zu verführen. Fliegenfischerherz, was willst Du mehr?!

Ich hoffe, dass Ihr auch ein paar schöne Stunden am Wasser verbracht habt und bin gespannt darauf, Eure Geschichten zu hören!

Tight Lines.

Alex

Saisonstart01

Saisonstart02

Saisonstart04





Vision: Fly vs. Jerk

30 01 2014

von Alex

Der Markt für Produkte und Dienstleistungen rund um das Thema ‚Fliegenfischen‘ ist in den letzten Jahren rasant gewachsen und wird von Produzenten, Herstellern, Händlern und vielen weiteren Akteuren gleichermaßen umkämpft. Ergebnis dieses ‚Kampfes‘ sind für den Endverbraucher – also uns Fliegenfischer – eine Fülle von Angeboten, aus denen es nicht immer ganz einfach ist auszuwählen. Um aus dieser Flut von Möglichkeiten herauszustechen und sich im Werbe-Dschugel Gehör und Aufmerksamkeit zu verschaffen, sind moderne Formen des Marketings mittlerweile in vielen Köpfen der Macher hinter der Bühne angekommen und werden vor dem Vorhang, für uns Konsumenten, aufgeführt. Während es in den letzten Jahren vornehmlich noch amerikanische Firmen waren, die hierbei kreative und innovative Strategien entwickelt haben, gibt es in der jüngeren Vergangenheit insbesondere aus Skandinavien ebenfalls sehr interessante Ansätze.

Vision Fly Fishing (bzw. die aktuelle Kampagne des in Finnland sitzenden Herstellers) ist in diesem Zusammenhang ein sehr gutes Beispiel: Um die hauseigene Linie an Produkten für das Fliegenfischen auf Hecht zu promoten, haben sie bereits in den letzten Jahren in Kooperation mit Kanalgratis.se einen unterhaltsamen Wettkampf zwischen Fliegenfischern auf der einen und Spinnfischern auf der anderen Seite organisiert und im Internet in Form bewegter Bilder dokumentiert. Während die ersten Ausgaben jedoch noch in kürzeren und wenig aufwendigen Videos mündeten, ist 2014 eine weitaus komplexere 6-teilige Serie bei YouTube entstanden, die in Ablauf und Skript sogar eine gewisse Spannung erzeugen kann. Die einzelnen Episoden wurden Woche für Woche publiziert und von anderen medialen Formaten in den sozialen Medien (etwa auf Instagram oder Facebook) begleitet. Schnell waren zwischen 15.000 und 20.000 Klicks bei YouTube pro Folge verbucht. Beachtliche Zahlen! Ich bin mir sicher, dass auch die Verkaufszahlen der Big Daddys, der Venus Salzwasserruten, der neuen Watjacken und von vielen weiteren Produkten der aktuellen Kollektion davon beeinflusst werden.

Für alle, die das unterhaltsame Format ‚Fly vs. Jerk‚ (gedreht wurde hauptsächlich in Südschweden) bisher nicht gesehen haben, hier ein kurzes ‚About‘ und die Episoden 1 bis 6.

„In this Fly vs Jerk, Team Fly with Niklaus Bauer and Thomas Søbirk fishes against Team Jerk with Stefan „Trumman“ Trumstedt and Claes „Svartzonker“ Claesson in an epic battle between the two fishing styles. The teams have three days and are free to go wherever they want within Sweden and their mission is to catch as many and as big pikes as possible…“

Ganz nebenbei: Die Fischerei in den gezeigten Gewässern ist natürlich ebenfalls total beeindruckend! Nicht nur aufgrund der hohen Anzahl gefangener Fische, sondern insbesondere aufgrund der Fischdichte, der Kondition und Agression der Hechte gerät man ins Schwärmen – wie man vielleicht an meinen Postings auf Facebook gemerkt hat – und bekommt Fernweh. Habe ich eigentlich schon erwähnt, dass wir im Sommer auch wieder nach Skandinavien fahren werden? 😉 Dazu aber in einem anderen Beitrag mehr! Jetzt erstmal Zurücklehnen:

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