Kurswoche: Fliegenfischen im Gebirgsfluss

17 02 2014

von Alex

In diesem Sommer – genauer gesagt vom vom 24. bis 31. August – geht es endlich wieder zum Fliegenfischen nach Österreich. Wie in den letzten Jahren auch, werde ich Familie Kohlmayr in ihrem gastfreundlichen Hotel südlich von Salzburg besuchen. Diesmal werde ich die Taurach in und um Unterrauern allerdings nicht alleine befischen, sondern vielleicht mit einigen von Euch!

In Zusammenarbeit mit dem Gasthof zur Post habe ich eine Fliegenfischerwoche unter dem Motto ‚Fliegenfischen am Gebirgsfluss‚ konzipiert. Den Auftakt macht ein informativer Bindeabend am Sonntag, den 24. August. In gemütlicher Runde wird es um Grundlegendes zur Trocken- und Nymphenfischerei im Wildwasser gehen. Außerdem werden wir gemeinsam einige erfolgreiche Muster für die kommenden Tage am Fluss binden.

Am Montag und Dienstag (25. + 26. August) findet dann ein Intensivkurs statt, in dem es nicht nur um die geeigneten Würfe und Präsentationen der Trockenfliege am Gebirgsfluss gehen wird, sondern auch Techniken und Taktiken der Nymphenfischerei in der Praxis erprobt werden. Wir werden an beiden Tagen jeweils 9 Stunden am Wasser sein und unterschiedliche Flussabschnitte und Gewässerstrukturen der abwechslungsreichen  Taurach kennenlernen. Dieser Intensivkurs ist lediglich für 4 Personen (sowohl Anfänger als auch Fortgeschrittene) gedacht, so dass jeder von Euch am Wasser individuell und intensiv begleitet werden kann.

In den darauffolgenden Tagen gibt es zudem die Möglichkeit, die Taurach im Rahmen eines exklusiven Guidings (ganzer od. halber Tag) zu erkunden und dabei bestimmte Schwerpunkte, die wir im Vorhinein gemeinsam besprechen und festlegen, zu behandeln.

Ich würde mich sehr freuen, Euch im Rahmen dieses Intensivkurses, oder aber beim Guiding unter vier Augen, meine Erfahrungen mit der Fliege am schnellen Gewässer weiterzugeben. Falls Ihr Euch ein Bild von der Taurach machen möchtet, empfehle ich Euch einen Blick in meine ‚Berichte‚ der letzten Jahre.

Nähere Informationen und die Konditionen der Fliegenfischerwoche ‚Fliegenfischen am Gebirgsfluss‚ erhaltet ihr auf der Webseite des Ferienhotels Gasthof zur Post. Dort findet Ihr grundsätzlich natürlich auch alle speziellen Angebote für Fliegenfischer, die Euren Urlaub in Untertauern betreffen. Da die Plätze stark begrenzt sind, könnt ihr Euch zum Kleingruppenkurs nur bis zum 1. August direkt bei Familie Kohlmayr anmelden. Die Guidings können entweder jetzt schon über die Webseite vom Gasthof zur Post, oder – solange noch Termine frei sind – kurzfristig vor Ort im Hotel gebucht werden.

Bei Fragen könnt Ihr Euch natürlich jederzeit an mich wenden: kontakt@flybei.de

Wir sehen uns in Österreich, wir sehen uns am Wasser! Tight Lines!

Euer Alex

Fliegenfischerwoche

Fliegenfischen im Gebirgsfluss

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Info-Text zur Fliegenfischerwoche ‚Fliegenfischen am Gebirgsfluss‚:

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Die junge Taurach lässt das Herz eines jeden Fliegenfischers höher schlagen: der wilde Charakter des Gebirgsflusses mit seinen vielen tiefen Pools, Störsteinen und Kehrströmungen bietet auf einer Länge von über 18 km farbenfrohen Bach‐ und Regenbogenforellen sowie kampfstarken Saiblingen unzählige Standplätze.

Das schnelle und unruhige Wasser ermöglicht sowohl mit der Trockenfliege als auch mit der Nymphe eine aktive, abwechslungsreiche und kurzweilige Fischerei und aufgrund des klaren Wassers sind mit einem geübten Auge viele der hellen Fische auf dem weißen Kieselgrund auszumachen.

Dennoch ist die saubere Präsentation der Fliege im Gebirgsfluss nicht immer einfach, denn die strömungsarmen Taschen – in denen die Salmoniden oftmals geduldig auf Nahrung warten – sind klein, die aussichtsreichen Pools tief und die vielversprechenden Rinnen möglicherweise von langen Ästen überragt. Schnell können sich am Wasser dann die ersten wichtigen Fragen stellen:

  • Wie kann ich meine Trockenfliege in der Kehrströmung halten?
  • Wie komme ich mit meiner Nymphe auf Tiefe und wie erkenne ich den Biss?
  • Mit welchem Wurf meistere ich den dichten Uferbewuchs?

Auf diese und viele weitere Fragen geben der Intensivkurs ‚Fliegenfischen am Gebirgsfluss‚ von Alexander Keus und seine exklusiven Guidings an unserem Gewässer konkrete, praxisnahe Antworten.

Alexander Keus kennt beinahe jeden Stein der Taurach und begleitet Sie durch den abwechslungsreichen Gebirgsfluss. Er führt Sie zu den fischreichen Stellen im Gewässer und zeigt Ihnen, wie Sie die unterschiedlichen Anforderungen des Flusses sicher und souverän meistern und Ihre Fliege gezielt zum Fisch bringen.

Seinen Service passt er dabei flexibel an Ihre Kenntnisse (egal ob Anfänger oder Fortgeschrittener) und Ihre Wünsche an: Möchten Sie ein exklusives Einzelguiding an einem ganz bestimmten Tag Ihres Urlaubs oder lieber am Intensivkurs (2 Tage, jeweils 9 Stunden, max. 4 Personen) teilnehmen? Geht es Ihnen um das effektive Befischen tiefer Pools im unteren Flussabschnitt oder sind Sie interessiert an einer Flusswanderung durch die tiefe Taurachschlucht? Wie wäre es, im Rahmen eines abendlichen Bindekurses die effektiven Muster für die Taurach kennen zu lernen und für den gemeinsamen Ausflug selber zu binden? Sprechen Sie uns einfach an und buchen Sie vor Ihrem Urlaub Ihr ganz individuelles Fliegenfischer‐Paket!

 

Im Detail…

  • Der Termin: Der Auftakt zum 2-tägigen Intensivkurs „Fliegenfischen im Gebirgsfluss“ ist am bereits am Abend des 24. August. Beim Fischerstammtisch gibt es eine Einführung in das Binden erfolgreicher Fliegenmuster für die Taurach und grundlegende Informationen zum Fliegenfischen im Wildwasser.
  • Der Intensivkurs: Während des 2-tägigen Intensivkurses (Montag & Dienstag, jeweils 9 Stunden) liegt das Hauptaugenmerk auf den Wurf- und Präsentationstechniken am schnellen Gebirgsfluss. Lernen Sie in einer Kleingruppe die erfolgreichsten Techniken der Nymphen- und Trockenfliegenfischerei kennen.
  • Das Guiding: Für die restliche Woche steht Alexander Keus unseren Hotelgästen mit einem exklusiven, auf Ihre individuellen Wünsche angepasstem Guiding-Angebot zur Verfügung. Lassen Sie sich zu den fischreichen Stellen unserer Strecke begleiten und lernen Sie die effektivsten Präsentations-Techniken unter vier Augen kennen.
  • Die Kosten:

Intensivkurs: € 140,00 pro Teilnehmer (2 Tage, je 9 Stunden – max. 4 Personen)

Guiding: € 95,00 pro Tag oder alternativ €   50,00 pro 1/2-Tag


Anmeldefrist für dieses spezielle Angebot ist der 1. August 2014
Die Guidings können – solange Termine frei sind – auch noch kurzfristig vor Ort gebucht werden. Eine Besprechung der Inhalte und Schwerpunkte für den gemeinsamen Tag am Wasser findet jeweils am Vorabend statt oder bereits vor Urlaubsantritt per Mail (kontakt@flybei.de).

Für alle Fragen zu diesen Angeboten steht Ihnen Alexander Keus per Mail gerne zur Verfügung: kontakt@flybei.de

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Nachtrag:

Falls Ihr auch ein paar bewegte Bilder vom Wasser sehen wollt, kann ich Euch die Videos von Max (Troutstalking) nur wärmstens empfehlen. Er war im letzten Jahr an der Taurach und hat von seinem Urlaub drei schöne Kurzvideos erstellt.

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Taurach August 2012

7 08 2012

Wie ich in meinem letzten Beitrag über die Pongauer Taurach abschließend vermutet habe, sollte mein dritter Besuch in Untertauern nicht für lange Zeit der letzte gewesen sein: Auch in diesem Sommer zog es mich – diesmal allerdings recht spontan, ungeplant und eigentlich ohne passende Fliegen in der Box – wieder in den kleinen Ort etwa 70 km südlich von Salzburg. Im Gegensatz zu den Urlauben zuvor jedoch ohne fischende Begleitung in Form von Marc oder Daniel. Dafür aber mit junger Verstärkung im geländetauglichen Kinderwagen. Diese Neuerung brachte auch einen Umzug vom Hotel ins gegenüberliegende Appartment-Haus mit sich, welches aber ebenfalls ohne Einschränkungen zu empfehlen ist. Vorzüglich gespeist oder besser „geschmaust“ wurde weiterhin selbstverständlich im Restaurant. Die vorhanden Kochlöffel blieben zwar nicht unangesabbert, doch letztlich unbenutzt…

Auch meine Ausflüge ans Wasser passten sich den neuen Verhältnissen an: statt sowohl vorm Frühstück sowie nach Semmeln mit Rührei durch die Schluchten im oberen Flusslauf zu klettern und noch nach dem Menu am Abend die Großforellen beim Hammerwirt zu ärgern, konzentrierte ich mich bei meinen Kurztrips auf die fischreichen Abschnitte in der Nähe des Kinderparadises bzw. Wilparks. Denn wenn man(n) mal wieder die Zeit vergisst oder sich die Haare raufend einer ü50 Regenbognerin 30 Minuten lang den überschaubaren Inhalt der eigenen Fliegendose serviert (um sie dann nach einer viel zu kurzen Rutenkrümmung in die Fluten abtauchend zu verabschieden), dann ist man(n) mit einem kurzen Dauerlauf meist noch innerhalb der akademischen Viertelstunde am vereinbarten Treffpunkt. Ein zweiter Vorteil: beim Aprés-Radler-Spaziergang mit Kinderwagen am Ufer entlang, können die nächsten aussichtsreichen Stellen entdeckt oder von erhöhter Position einzelne Flossenträger ausgemacht (und später selbstverständlich angefischt) werden. Bei dieser Praxis ist es nicht verwunderlich, dass ich nach einer Woche beinahe jeden wichtigen Stein, jede interessante Kehrströmung, jeden Pool, jede Rinne und viele der zahlreichen Unterstände auf einer Strecke von etwa 2km genau kannte – leider nicht jeden Unterstand: meine größte Regenbogenforelle, beinahe vollkommen weiß und mit beeindruckenden 60cm, suchte nach einem beinahe anstrengenden und ermüdenden Drill in der harten Strömung letzlich entschlossen Zuflucht im Totholz unter einem Felsvorsprung… ETWAS mehr Glück, aber tatsächlich auch nur ETWAS mehr Glück, hatte ich mit einem ähnlich großen Kaliber ein paar Kurven weiter stromauf: hatte ich den sanften Stieg der Regenbogenforelle am Vortag auf meinen Käfer noch verpasst, konnte ich sehen, wie sie leicht nach links zur Strömungskante ausscherte und meine Nymphe (am erfolgreichsten war unterm Strich wieder einmal die „Moutarde„) ohne zu zögern nahm. Diesmal passte der Anhieb und nach etwa 5 Minuten hatte ich die helle Schönheit am Rand meines Holzkechers. Problem: sie passte nicht rein! Dieses „Problem“ hatte ich im Frühjahr bereits mit ein paar großen Bachforellen an der Rur. Im Unterschied zu den Rotgetupften aus der Eifel wollte sich dieses österreichische Exemplar  jedoch nicht für mich verbiegen und plumpste mit einem „pfiati“ aus dem Schonnetz ins seichte Wasser vor meine Watschuhe…

Insgesamt war die Fischerei auch bei meinem vierten Besuch bei Familie Kohlmayr wieder ausgezeichnet. Mit einer entsprechenden Taktik sind über 50 Salmoniden am Tag keine Schwierigkeit. Den teils nörgelnden (oder frustrierten?) Reden anderer Fliegenfischer die ich am Wasser traf kann ich mich nicht anschließen! Stattdessen kann ich mich – wie bei meinen anderen Berichten – nur wiederholen: Mit einer schlecht schwimmenden Trockenfliege ohne Sichthilfe oder einer zu leichten Nymphe ohne Bissanzeiger stromabwärts präsentiert, fängt man an der Taurach nunmal wenige Fische. Natürlich ist auch ein Service in Richtung Tal möglich, dann aber vorsichtig pirschend insbesondere an den Randbereichen oder mit längerer Leine eine Sedge von einem Ufer zum anderen schliddernd – worauf ich spektakuläre Attacken und zahlreiche schöne Bach- und Regenbogenforellen verbuchen konnte. Bei der Wahl der Fliegen war ich, auch aufgrund der fehlenden geselligen Abende am Bindetisch im Hotel, eher wenig experimentierfreudig. Warum auch? Die von mir an der Rur verwendeten Muster funktionierten auch hier wunderbar: grüne und braune Sedges mit Elchhaar auf widerhakenlose „TMC 103 BL“ der Größen 11 und 13, die etwas kleinere Admas (Parachute) und für die vorsichtigen Fische winzige, schwarze Klinkhammer (Größe 20). Dazu noch ein paar große Käfer aus schwarzem Schaumstoff und schlichte, in gedeckten Farben gehaltene Nymphen mit Tungstenköpfen in den Größen 10, 12 und 14. Hier sei noch darauf hingewiesen, dass schwarze Köpfe wesentlich besser angenommen wurden, als Goldköpfe!

Der letzte Umstand kann mit dem auf diesem Flussabschnitt (und auch nur auf diesem Teilstück!) recht hohen Befischungsdruck zusammenhängen: Während ich mir die insgesamt 18km in den ersten zwei Tagen nur mit einer vierköpfigen Gruppe ambitionierter, junger Fliegenfischer vom Bodensee teilte und mir eine Begegnung mit Gleichgesinnten hier und da beinahe gewünscht hätte, waren später Franzosen, Italiener, Engländer, Schweizer, Österreicher und Deutsche am Wasser unterwegs. Interessante Gespräche ergaben sich jedoch kaum, stattdessen scheint es für viele beinahe selbstverständlich, 50m oberhalb des eigenen Standplatzes ins Wasser zu steigen und flussab zu fischen oder mit der Sonne im Rücken sogar den selben Pool (nur eben von oben) in Angriff zu nehmen – und das alles ohne ein Wort… Wenn man dann am abendlichen Buffet mit einem Ohr noch Klagen über fehlenden Fangerfolg vernehmen muss, dann klatscht man sich (natürlich nur innerlich) an den Kopf. Zum Glück aber, ist dieser Typ Fliegenfischer eher die Ausnahme als die Regel! Denn sonst wäre ich die kommenden Spätsommer-Wochenenden alleine am Fluss und nicht mit Freunden, die ich ohne das Fliegenfischen vielleicht nie kennengelernt hätte.





Fotorückblick III: Spätsommer in Österreich

28 02 2012

Wie schon in 2009 und 2010 war ich auch im letzten Spätsommer für eine Woche zu Gast bei Familie Kohlmayr in Untertauern, um im glasklaren Wasser der Taurach Bach- und Regenbogenforellen auf die Schuppen zu rücken. Diesmal begleitete mich mein Freund Marc, der zuvor noch nie in der Alpenregion gefischt hatte und für den auf 1800 Meter Höhe ein langersehnter Traum in Erfüllung gehen sollte: Äschen mit der Trockenfliege auf Sicht im Stillwasser überlisten.

Leider blieb mir diesmal eine Forelle ü60 cm vergönnt, auch wenn ich an drei Abenden kurz nach Einbruch der Dunkelheit im unteren Flusslauf eine dickbauchige Regenbognerin im Drill hatte, zweimal nach Bissen auf übergroße Streamer, einmal nach der spektakulären Attacke auf eine Maus aus Rehhaar, die über die Wellen der starken Strömung schlidderte.

Wie schon in den letzten Jahren konzentrierte ich mich aber vornehmlich auf den Flussabschnitt oberhalb des Hotels, auch wenn hier kleinere Examplare – hauptsächlich Rotgetupfte und Saiblinge – anzutreffen sind. Denn im Gegensatz zum unteren Teil der Taurach ist der kletteraffine Fliegenfischer hier oben meist vollkommen allein unterwegs (bzw. in unserem Fall: zu zweit). Mit einer verlässlich schwimmenden und im rauschenden Wasser gut sichtbaren Trockenfliege, zu unserer Überraschung war diesmal ein schwarzer Käfer eine der erfolgreichsten „Fliegen“ – kann man hier beinahe VOR und hinter jedem Stein einen dankbaren Abnehmer finden. Viel wichtiger als das passende Muster ist jedoch, auch darauf hatte ich in meinen vorherigen Beiträgen schon hingewiesen, die richtige Präsentation. Das bedeutet in den meisten Fällen eine vorzugsweise dragfrei Drift in den ruhigeren Randpassagen, in attraktiven Kehrwassern und an Strömungskanten.

Und wie schon bei meinen anderen Aufenthalten im Hause Kohlmayr konnte ich auch diesmal wieder – ob am Bindetisch oder am Wasser – neue Bekanntschaften knüpfen, die seitdem mit Besuchen an anderen Gewässern intensiviert werden. Vielen Dank an dieser Stelle noch einmal an Ulf für seine Einladung an sein abwechslungsreiches Hausgewässer in der Eifel!

Bevor ich Euch eine Auswahl der schönsten Schnappschüsse der wie immer viel zu schnell verfliegenden Woche präsentiere, ist es in meinen Augen fast überflüssig zu erwähnen, dass auch diesmal der Service im Hotel – insbesondere was die reichhaltige Verpflegung am Abend, ob im Hotel oder auf der Almhütte, angeht – ausgezeichnet war! Ebenso überflüssig ist wohl meine Vermutung, dass ich nicht das letzte Mal im Hause Kohlmayr gastiert habe. Der nächste Spätsommer kommt bestimmt 😉

Impressionen: Spätsommer in Österreich

 

Nachtrag:

Auf Vimeo findet sich übrigens ein schönes Video von Max, der nun bereits auch schon zwei Mal an der Taurach gefischt hat. Mittlerweile kenne ich beinahe alle Stellen der über 14km langen Strecke. Erschreckend 😉





Rückblick Österreich Teil VII: Untertauern Tag 7 (aus Annas Perspektive)

15 10 2010

Obwohl es in diesem Bericht eigentlich um unseren letzten Urlaubstag in Untertauern gehen sollte, will ich noch kurz auf den Abend davor eingehen. Alex eher ins Wasser gefallenes Erlebnis mit den italienischen Jungs wurde recht schnell durch das wieder einmal sehr gute Abendessen aus unseren Gedanken verscheucht. Da ich noch mein Buch fertiglesen und Alex seine Fliegendose wieder auffüllen wollte, machten wir es uns direkt nach dem Essen am Bindetisch bequem.

Es war – wie immer – wieder erstaunlich für mich, zu beobachten wie schnell man durch diese künstlerische Betätigung mit den anderen Gästen im Gasthof zur Post ins Gespräch kommt. Schon als Alex noch die zahlreichen Utensilien aus seinem Körbchen zauberte und ich gerade mein Buch aufschlug, gesellten sich plötzlich zwei Fliegenfischer zu uns  (Chris und Zoran) und stellten neugierige Fragen zum Fliegenbinden. Alex schob kurzerhand seinen zweiten Bindestock quer über den Tisch und empfahl, es doch einfach mal auszuprobieren. Hochkonzentrierte zwei Stunden und einige ausgetauschte, lokalspezifische Flyfishingtipps später hielten sowohl ein sehr stolzer Chris als auch ein begeisterter Zoran, je ihre erste selbstgebundene Fliege hoch. Sie waren sich jedoch einig „…zu schön, um tatsächlich an den Fisch gebracht zu werden“ und waren wohl in Gedanken schon dabei, einen geeigneten prominenten Ausstellungsort für ihre Kunstwerke – eine Elk Hair Caddis und eine Adams Parachute – zu suchen.

Am nächsten Morgen – der Gasthof zur Post war noch in eine Nebelwolke gehüllt – standen Alex und ich vorm Auto und überlegten, welche Stelle des Bachs wir zur Feier des letzten Tages vor unserer Weiterreise besuchen wollten, als Klaus und seine Frau fröhlich daherspazierten… Klaus überzeugtes „Wir fahren oben an den See. Das Wetter wird dort heute super!“ sorgte dann dafür, dass wir eine halbe Stunde später ebenfalls ein Boot aussuchten. Den Rest der Fischgeschichte können wieder einmal unsere Fotos erzählen…

Bilder 1-2: Nach kurzem Drill zurück ins Wasser

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Mittags wurden wir übrigens noch von guten Freunden und ihrem kleinen Sohn aus Salzburg überrascht, mit denen wir eine entspannte, gesellige Käse-Buttermilch-Jause auf der Tauernkar-Alm einlegten.

Bilder 3-4: Der letzte Tag am Tauernkarsee
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Der Tag war damit aber noch nicht beendet. Am Abend sollte ich noch meinen ersten Fisch dieses Urlaubs in der Taurach fangen (im See hatte ich ja gloreicherweise <danke für den Applaus> schon einige erwischt, bei meinem ersten Versuch im Fluss aber keinen in den Händen halten dürfen). Da wir mit Chris und Zoran am Parkplatz des Wildparks verabredet waren, hüpften wir nach dem gemütlichen Nachmittag auf der Alm in unser Auto, das uns auf dem geschlungenen Waldweg trotz schwindelig, steiler Abhänge wieder heil zurück ins Tal bugsierte… und da warteten dann auch schon unsere neuen Fliegenfischerfreunde.

Da nicht mehr allzuviel Zeit bis zum Abendessen war, befischten wir nur das Bachstück entlang Forellenzucht & Wildpark (vom tiefen Pool bis zur Brücke am Parkplatz). Zoran wollte unbedingt einem richtig großen Exemplar der Gattung Salmo trutta nachstellen und beschränkte seine Jagdzone daher auf den Pool. Chris, Alex und ich bewegten uns Bachaufwärts, wobei Chris die rechte Seite übernahm und ich und Alex uns auf der gegenüberliegenden linken Seite abwechselten.

Bild 5: Zoran, Chris und Alex

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Nach einigen Würfen (und einigen korrigierenden Hinweisen von meinem Personal-Trainer) war es dann auch soweit! Zack! Sie war anscheinend gar nicht mal so klein und schwups schon in Richtung Zoran unterwegs… Vor Schreck kurbelte ich ohne es zu merken in die falsche Richtung (siehe Beweismaterial), weshalb ich mich dann auch gewaltig zurücklehnen musste, damit meine agile Freundin von Alex gekäschert werden konnte. Naja,… also nicht so elegant, aber immerhin 🙂

Bild 6: Vor Schreck in die falsche Richtung gekurbelt…

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Alex und Chris hatten natürlich auch wieder mehrere, bewundernswerte Exemplare und Chris war begeistert, dass Alex Tipps zum Fischen im schnellen Wasser so gute Resultate lieferten. Während die drei noch fischten, machte ich schnell noch ein paar Fotos, bevor die Sonne schließlich für uns zum letzten Mal hinter den nahegelegenen Berggipfeln verschwand. Der letzte Abend in Untertauern brach an. Wir waren aber nicht zuuuu traurig, denn es sollte am nächsten Tag ja nicht nach Hause, sondern zur nächsten Urlaubsstation nach Mittersill gehen…Obwohl: Wir wären natürlich gerne noch länger im Hause Kohlmayrs geblieben!

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Die anderen Tage

Teil 1: Untertauern Tag 1

Teil 2: Untertauern Tag 2

Teil 3: Untertauern Tag 3

Teil 4: Untertauern Tag 4

Teil 5: Untertauern Tag 5

Teil 6: Untertauern Tag 6


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Impressionen Untertauern Tag 7





Rückblick Österreich Teil VI: Untertauern Tag 6

30 09 2010

Schnell und unaufhaltsam rückte der Tag unserer Abreise aus dem erneut lieb gewonnenen Untertauern entgegen. Nur noch zwei Tage blieben Anna und mir, die frische Bergluft, das idyllische Panorama und natürlich das wilde Rauschen der Taurach zu genießen.

Bild 1: Auch bei schlechtem Wetter ein Traum

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Um diese kostbare Zeit nicht untätig zu verschwenden, hatte ich mir meinen Tagesablauf sorgfältig geplant: Am Vormittag wollte mir Klaus den unteren Teil der Strecke und ein paar seiner Lieblingsspots zeigen, anschließend wollte Anna ihr neues Objektiv – welches sie von ihrem aufmerksamen Freund zum Geburtstag geschenkt bekommen hatte 😉 – testen und für den frühen Abend schließlich hatte ich zwei jungen Italienern, für die ich Tags zuvor zierliche Trockenfliegen für den Bergsee gebunden hatte – versprochen, ein paar nützliche Tipps für das Fliegenfischen im Gebirgsbach zu zeigen. Es gab also genug zu tun…

Nach dem reichhaltigen Frühstück – welches ich schon in Kürze schmerzlich vermissen sollte – „flitze“ ich auf dem Beifahrersitz von Klaus Sportwagen talwärts in Richtung Radstadt. Nach wenigen Kilometern bogen wir von der Landstraße scharf links ab und erreichten nach ein paar engen Kehren eine massive Holzbrücke, unter der sich in der Tiefe die Taurach von Becken zu Becken stürzte. Wir kletterten in unsere noch vom Vortag feuchten Wathosen (natürlich nur von Außen) und bereiteten unsere Ruten auf eine Pirsch mit der Trockenfliege vor. Auf Klaus „Warnung“ hin, wir könnten es an diesem Abschnitt mit größeren Kalibern zu tun bekommen, montierte ich eine 0,18er Vorfachspitze, bevor ich meine bisher sehr verlässliche Rehhaarsedge anknotete. Voller Vorfreude stiefelten wir durch den einsetzenden Regen los, zielstrebig stromaufwärts.

Bild 2: Die Verlängerung meines rechten und linken Armes

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Mein ortskundiger Begleiter wies mich auf unserem Weg am Ufer entlang immer wieder auf die heimische Fauna am Wegesrand hin und erzählte mir von seinen zahlreichen Besuchen an dem schönen Fluss zu unserer Seite. Dabei machte er immer wieder Halt und zeigte mir aussichtsreiche Standplätze, aus denen er in den Vorjahren farbenfrohe Bachforellen gezaubert hatte. Ein paar Minuten später und einiges Wissen über wilde Orchideen reicher, hatten wir unser Ziel erreicht: Nach einer Linkskurve führte der steinige Uferweg etwa 200m schnurgerade auf eine Holzbrücke zu. Auch der Fluss wirkte hier wie eine Zielgerade beim Formel 1, soweit ich dies durch den dichten Bewuchs aus Bäumen und Sträuchern beurteilen konnte. Jedenfalls „wenig spektakulär“ in meinen Augen: keine Störsteine, kein Totholz, kein unterspültes Ufer, keine tiefen Becken, keine auffälligen Rinnen. Auf meine Frage, warum gerade hier große Forellen stehen würden, lenkte er schmunzelnd meinen Blick auf ein Häuschen am Hang auf der Gegenseite: eine Forellenzucht. Jetzt machte es bei mir „Klick“ und als ich den kleinen Zufluss in die Taurach, über den offenbar Innereien ins Wasser entsorgt und dort gierig von hunrigen Großforellen erwartet wurden, sah, schmunzelte auch ich.

Bei unserer Verabschiedung und einem kräftigen „Petri Heil“ hatte mir Klaus noch hinterhergerufen, dass einige der 70cm+ Regenbogner aus den Bilderrahmen im Foyer des Hotels hier gefangen wurden. Umso aufgeregter bahnte ich mir meinen Weg durch das widerspenstige Gestrüp am Ufer und tastete mich vorsichtig ins Wasser vor. Hier stehend ähnelte der Fluss noch stärker einer Zieldurchfahrt beim Autorennen, nur das hier Wasser und nicht Silberpfeile und Co. in einer ohrenbetörenden Geräuschkulisse rasant am Besucher vorbeischießt. Das Waten gegen den enormen Strömungsdruck erwies sich als mühseelig und auch das Werfen aufgrund der weit in die Flussmitte hineinragenden Äste als nicht ganz einfach. An Überkopfwürfe war nicht zu denken, dann schon eher die Rute flach und parallel zur Wasseroberfläche, noch besser aber Rollwürfe oder Switchcasts. So arbeitete ich mich langsam und vorsicht stromaufwärts vor, ohne dabei meine immer wieder auf mich zutreibende Sedge auch nur für eine Sekunde aus den Augen zu lassen.

Als ich mein wie ein Korken schwimmendes Muster gerade am linken Ufer unter einen tief hängenden Ast servierte hatte, kam aus dem scheinbaren Nichts heraus der erste Biss. Schon beim Anhieb war mir aber bewusst, dass ich am anderen Ende der Leine keinen der durch die Innereien seiner Artgenossen mopsig gewordenen Fische hatte. Stattdessen hatte sich ein hell gezeichneter Saibling meine Trockenfliege von der Oberfläche geschnappt. Auch nicht schlecht!

Bild 3: Konnte der Sedge nicht widerstehen

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Auch die nachfolgenden Bach- und Regenbogenforellen, die ich aus der knietiefen Wasserautobahn empor locken konnte, kamen an die beinahe wie gemästet wirkenden Riesen aus der Hotellobby nicht heran. Klaus, der stromab gefischt hatte, stieß wenig später zu mir. Er hatte auch kein Glück, nicht einen Biss, gehabt. Ohne jedoch die Köpfe hängen zu lassen, fischten wir gemeinsam weiter. Diesmal erneut – wie am Vortag – gezielt auf Forellen, die wir vom erhöhten Ufer zuvor erspäht hatten. Auf diese Weise verging die Zeit wie im Flug und gegen Mittag brausten wir zurück in Richtung Hotel, wo seine Frau und meine Freundin bereits ungeduldig auf uns warteten.

Nach einer kleinen Stärkung für mich, schwang auch Anna sich in ihre Wathose und montierte ihr neues Tele- Makroobjektiv auf ihre Spiegelreflexkamera. Zeit für ein paar Fotos von Flora, Fauna, Wasser und Fischer!

Bild 4: Der Nachmittag kann kommen

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Wir machten uns auf jenen Weg, den ich bereits am Vormittag in Richtung Tal zurückgelegt hatte, denn ich hatte noch ein paar vielversprechden Stellen vor Augen, die Klaus und ich nicht befischt hatten. Besonders angezogen wurde ich von einem großen Felsen, unmittelbar unterhalb der massiven Holzbrücke am Eingang eines tief wirkenden Pools. Hier musste eine stattliche Forelle ihr Zuhause haben! Am Parkplatz angekommen zog sich Anna aufgrund des erneut einsetzenden Regens ihre Watjacke an, ich ging schon einmal vor und kletterte hinab zum Wasser. Da war der Felsen. Ich schlich mich vorsichtig und geduckt von oberhalb an. Wo blieb Anna nur…egal: ein Wurf kann nicht schaden. Ich hätte warten sollen! Meine Trockenfliege hatte es sich gerade erst auf dem Kehrwasser hinter dem massiven Stein gemütlich gemacht, als eine riesige Bachforelle empor schoss und agressiv nach meiner Elk Hair Caddis schnappte. Als sie merkte, dass etwas mit ihrem vermeintlichen Opfer nicht stimmte, war es für sie bereits zu spät und daraufhin stürmte sie in die Mitte des Flusses, ins Herzen der Strömung. Dort machte sie einen ersten Sprung. Ich konnte parieren. Ein zweiter Sprung, auch auf diesen konnte ich reagieren. Beim dritten Sprung verabschiedete sie sich jedoch – wahrscheinlich mit einem Lächeln auf den Lippen – zurück in die Tiefe… Ich starrte ihr hinterher… Erst als Anna auf der Brücke über mir stehend fragte, was denn los sei, wichen meine Augen von der Stelle, an der ich die beinahe schwarze Bachforelle verloren hatte. Die spektakulären Sprünge hätten sicherlich ein paar sehenswerte Schnappschüsse hergegeben. Nächstes Mal würde ich mit meinem ersten Wurf warten…

Einige schöne Schnappschüsse sind an diesem verregneten Nachmittag bei der Einweihung des Geburtstagsgeschenks aber dann doch noch entstanden!


Bilder 5-7: Die ersten Schnappschüsse

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Achja, anzumerken wäre noch, dass der Abend mit den beiden sympathischen Italienern leider nicht ganz so verlief, wie ich es mir erhofft hatte: Die Fliegenfischerneulinge taten sich bei der Umsetzung meiner Tipps ein wenig schwer und wirkten schon nach kurzer Zeit, vielleicht auch aufgrund des heftigen Regens, ein wenig demotiviert. Dass dem einen der beiden dann noch das Spitzenteil seiner neuen Loop Multi brach – er zog etwas barsch an der Flugleine, nachdem sich diese mehrfach um die Spitze der Rute gewickelt hatte – setzte dem ganzen die Krone auf…

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Die anderen Tage

Teil 1: Untertauern Tag 1

Teil 2: Untertauern Tag 2

Teil 3: Untertauern Tag 3

Teil 4: Untertauern Tag 4

Teil 5: Untertauern Tag 5

Teil 7: Untertauern Tag 7 (von Anna)

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Impressionen Untertauern Tag 6





Rückblick Österreich Teil V: Untertauern Tag 5

16 09 2010

Nachdem Anna uns am Vortag sicher über den Tauernkarsee navigiert, in ihren eigenen Rhythmus des Fliegenfischen wiedergefunden und erfolgreich einige Saiblinge gelandet hatte, wollte sie am fünften Tag ihre ersten Gehversuche in der Taurach unternehmen. Richtig wäre eigentlich empört einzuwänden „ihre zweiten Gehversuche!, denn im Vorjahr hatte Anna mich einen Tag begleitet und dabei eine stattliche Bachforelle von 45 cm gefangen (ihren ersten Fisch überhaupt). Da sie das untere Stück des Flusses deshalb noch in guter Erinnerung hatte, fuhren wir nach dem reichhaltigen Frühstück in Richtung Radstadt und parkten an einer großen Holzbrücke, die den Radweg vom linken ans rechte Ufer lenkte.

Bild 1: Start in den Tag

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Wir spazierten gemütlich aber zielstrebig stromauf zu einer Stelle, an der die Taurach an den Rändern flach in eine Kiesbank ausläuft und sich von dort die Böschung steil erhebt, ohne jedoch – im Vergleich zu den meisten anderen Abschnitten des Fluss – stark bewachsen zu sein. Anna hatte sich die langgestreckte Kurve mit der tiefen Rinne am linken Ufer beim Joggen ausgeguckt und wollte hier in den Tag starten. Eine gute Wahl! Gemächlich fließendes Wasser, Platz zum Werfen und viele potentielle Fischstandplätze. Leider musste wir jedoch feststellen, dass IHR Platz bereits von einem Fischer besetzt war, der sich wohl ähnliches gedacht hatte. So eine Frechheit! Nächstes Mal früher kommen und ein Handtuch hinlegen 😉

Wir überließen dem fließig fischenden Kollegen selbstverständlich weiträumig das Feld und gingen stromabwärts zu der Brücke an der wir unseren Kombi abgestellt hatten. Hier war das Wasser zwar wesentlich flotter in Richtung Tal unterwegs und Büsche sowie tiefhängende Äste machten das Präsentieren wesentlich anspruchsvoller, aber man kann sich ja nicht immer die „Sonnenseiten“ aussuchen: Fliegenfischen ist eben keine Pralinenschachtel. Außerdem dachte ich, dass es nicht schaden kann, wenn man von Anfang an weiß mit schwierigeren Stellen umzugehen. Meistens werden ja gerade diese Spots übergangen und beherbergen (wahrscheinlich gerade deswegen) oftmals schöne Salmoniden.

Bevor wir loslegten, versuchte ich Anna noch einmal – ganz und gar nicht „oberlehrerhaft“ – zu erklären, worauf es bei der Fischerei und beim Waten in einem Gebirgsbach mit viel Wasser ankommt: kurze Leine, kurze Würfe und Rute immer hoch, um möglichst wenig Kontakt mit der Wasseroberfläche zu haben. Beim Waten die Füße nicht zu weit vom Boden heben, kleine schlürfende Schritte und beim Queeren lieber ein wenig stromauf gegen die Strömung bewegen. Einen Blick für die richtigen Plätze zum Servieren der Trockenfliege hatte Anna noch: Unmittelbar an den Rändern (vornehmlich in kleinen „Buchten“), hinter Störsteinen und in Kehrströmungen. Während wir darüber sprachen und ich ihr entsprechende Stellen vor unserer Nase zeigte, fing ich bereits die ersten zwei Bachforellen des Tages. Das fing ja gut an!

Bild 2: Theorie ist das eine, Praxis das andere. Ab ins Wasser!

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Dass Theorie und Praxis jedoch zwei paar Schuhe sind, merkte Anna auf ihren ersten Metern im kühlen Nass noch deutlich. Ihr fiel es verständlicherweise anfänglich recht schwer, sich auf mehrere Dinge gleichzeitig zu konzentrieren: Die ungewohnten Bewegungen gegen den starken Wasserdruck, das Ausschauhalten nach geeigneten Plätzen für die buschige Sedge, die minimalistischen Wurfbewegungen mit den hohen Stoppunkten, das direkte Heben der Rutepitze, das Führen des Köcherfliegenimitats auf der Wasseroberfläche und der nächste kurze Überkopf- oder Rollwurf (je nach Uferbewuchs) zum richtigen Zeitpunkt. Komplexe Abläufe, die man sich als erfahrener Fliegenfischer erst einmal wieder bewusst vor Augen führen muss.

Ich ging einige Schritte hinter meiner Freundin her, versuchte ihr aus dem Rücken einige hilfreiche Tipps zu geben (ab und zu Mut zu machen) und befischte dabei mit einem Auge das andere Ufer – an dem sich ein paar Bach- und Regenbogenforellen vor ihr versteckt hatten. Ich merkte, dass Anna mit ihrer 7,6ft. Rute in der Klasse 4 beim Werfen einige Probleme hatte, die sie selber auch wahrgenommen, aber nicht eindeutig benennen konnte. Für die recht gemütliche Aktion der Gerte waren ihre Bewegungen für mein Empfinden deutlich zu schnell (das Vorfach wollte sich nicht strecken und die Fliege landete dementsprechend nicht immer dort, wo sie einen Fisch vermutete). Also reichte ich ihr meine Z-Axis, der eine schnelle Führung sehr entgegenkommt. Prompt war ihr Schlaufenbild deutlich schöner anzusehen und auch die Fliege fand nun ihren Platz in die kleinen Taschen am Ufer. Die über 30 cm länger empfand sie, trotz des dichten Bewuchs, ebenfalls als angenehm, ließ sich das Muster bei dieser Form der Fischerei doch besser kontrollieren. So verabschiedete ich mich bis zum Mittag von meiner geliebten Rute…

Bild 3: Ich, der Fisch und Annas Rute

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Von Minute zu Minute fühlte sich Anna sicherer und verbrachte nun auch mehr Zeit mit dem eigentlichen Fischen – nur eine Fliege im Wasser kann einen Fisch fangen! Überrascht war sie jedoch, als ich sie auf mehrere Bisse hinwies, die sie im schnellen, weiß rauschenden Wasser verpasst und anscheinend nicht wahrgenommen hatte. Ich gab ihr auch noch meine etwas dunklere Poolbrille und prompt konnte sie den ersten Take mit einem leichten Anhieb parieren. Obwohl sich die Bachforelle schnell aus dem Drill verabschiedete, war der Anfang gemacht: der erste kurze Kontakt mit einer Taurachforelle.

Bild 4: Hier wartete die Bachforelle auf Anna

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Zufrieden gönnte ich mir eine kleine „Auszeit“ und stahl mich aus Annas Rücken für einen Moment in die Büsche. Die Träger meiner Wathose gerade wider richtend aus meinem Versteck zurückkommend, sah ich Anna sich umschauend auf einem großen Stein sitzen: In meiner Abwesenheit war sie ausgerutscht und hatte eine erfrischende Bekanntschaft mit dem seichten Uferwasser gemacht. Bei den nicht gerade sommerlichen Temperaturen eine unfreiwillige Erfahrung auf die jeder Fliegenfischer getrost verzichten kann…

Anna ruhte sich ein wenig aus, setzte sich mit dem Versuch zu trocknen ins Gras und ich fing schnell noch ein paar Bach- und Regenforellen. Weil sich der Himmel aber immer weiter zuzog und es merklich kälter wurde, traten wir lieber den Rückzug ins warme Hotel an, anstatt nass (zumindest einer von uns) unsere Pirsch flussaufwärts fortzusetzen.

Bild 5: Die letzte Bafo vor dem Mittag

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Nach einer aufwärmenden Stärkung im Hotel zog es mich noch einmal ans Wasser. Anna hingegen hatte keine Lust mehr und zog ein gutes Buch einem guten Fisch vor.

Ich ging über den Radweg am Ufer an der Taurach entlang stromabwärts und versuchte aus meiner erhöhten Position im glasklaren Wasser gezielt Fische zu erspähen. Hatte ich einen Fisch gesichtet, kletterte ich vorsichtig die steile Böschung hinab, hockte  mich einige Meter hinter den Flossenträger und versuchte mit so wenig Würfen wie möglich den Salmoniden unmittelbar vor mir zum Steigen zu überreden. Eine interessante und spannende Abwechslung zum durchgehenden Fischen im Wasser stromauf.

Nachdem ich auf diese Weise die ersten Bachforellen gefangen hatte, kam ich zu jener Brücke, an der ich einige Tage zuvor die riesige Forelle auf meinen Streamer einmal verpasst und einmal verloren hatte. Auf der Holzbrücke stand jedoch bereits ein Fliegenfischer und schaute in die Tiefe, er wusste anscheinend welche rotgetupften Überraschungen sich unter ihm in der harten Strömung versteckten. Ich ging zu ihm, er grüßte freundlich und wir kamen unmittelbar ins Gespräch. Er ließ eine große Fliege aus Schaumstoff von der linken zur rechten Flussseite über die Wasseroberflächte tanzen. Eine interessante Präsentation, die ich bisher so noch nicht gesehen hatte. Er erzählte, dass er bereits seit über 10 Jahren an die Taurach kommt und er mittlerweile viele Fische beim Namen kannte, darunter auch mein Kolloss unter unseren Füßen (der diesmal jedoch keine Lust hatte an die Oberfläche zu kommen). Er hieß Klaus, stammte aus Rheinland-Pfalz, war ein symphatischer Kerl und seinen Erzählungen nach zu urteilen offenbar ein erfahrener  Fliegenfischer – nicht nur auf Forellen, sondern auch auf Raubfische und Meerforellen. Ohne uns bewusst abzustimmen, gingen wir anschließend gemeinsam weiter am Ufer entlang, suchten zusammen nach aussichtsreichen Stellen und setzten unsere Pirsch zu zweit fort. An steilen Böschungen ließ mir Klaus den Vortritt und freute sich – fast wie ich mich selber – für meine Fänge. Keine Spur von so etwas wie „Fischneid“ oder „Geheimnistuerei“, nein: wir verstanden uns gut und hatten Spaß, dem anderen beim Fischen zuzusehen und konnten auch scherzen, wenn der andere einen steigenden Salmoniden verpasste.

Bild 6: Eine Forelle mit Klaus

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Bis zum Abendessen verbrachten wir noch ein paar Stunden am Wasser und verabredeten uns für den kommenden Vormittag. Klaus wollte mir weiter stromabwärts einen wenig auffälligen Abschnitt zeigen, den ich bisher nicht beachtet hatte, an dem er jedoch schon sehr oft große Fische gefangen hatte. Ein weiterer Grund, dem nächsten Tag entgegen zu fiebern!

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Die anderen Tage

Teil 1: Untertauern Tag 1

Teil 2: Untertauern Tag 2

Teil 3: Untertauern Tag 3

Teil 4: Untertauern Tag 4

Teil 6: Untertauern Tag 6

Teil 7: Untertauern Tag 7 (von Anna)

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Impressionen Untertauern Tag 5





Rückblick Österreich – Teil IV: Untertauern Tag 4

15 09 2010

Am vierten Tag unseres Urlaubs in Untertauern entschieden Anna und ich uns aufgrund des wechselhaften Wetters dafür, mit einem der vier Holzboote von Familie Kohlmayr über den malerisch gelegenen Tauernkarsee zu rudern und ein paar Saiblinge zu ärgern. Die von mir am Abend zuvor getüddelten Klinkhammer, eigentlich für die eher vorsichten Bachforellen der Taurach gedacht, sollten doch auch auf fast 1700m Höhe im stehenden Gewässer ihren Dienst erweisen, oder etwa nicht?

Anna, die nach der Abreise von Daniel nun ab und an mit mir gemeinsam die Rute schwingen und mich öfter ans Wasser (mit und ohne ihre Kamera) begleiten wollte, suchte uns den in ihren Augen stabilsten Kahn aus und setzte sich zielstrebig ans hölzerne Ruder: „Frau am Steuer? Ok, warum nicht. Einparken muss man hier ja eher selten 😉“ Meine stichelnden Bemerkungen ignorierte Anna in stoischer Gelassenheit; zu Recht wie sich schnell rausstellen sollte…

 

Bild 1: Souverän – Frau am Steuer

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Außer uns hatte sich nur zwei weiterere Gäste des Hotels – Vater und Tochter – in der malerischen Bergidylle eingefunden: Während Daddy mit einem Streamer (offenbar erfolgreich) den Bacheinlauf abfischte, kümmerte sich sein Sprössling um Anker, Ruder und Kescher. Was für ein Service!? Nagut, ich durfte mich eigentlich nicht beschweren, denn mein weiblicher Kapitän legte sich entschlossen in die Riemen und navigierte uns zielstrebig und souverän mit gleichmäßigen Zügen über die fast spiegelglatte Oberfläche des Sees ans gegenüberliegende Ufer. Hier lag ein großer Baumstamm im Wasser und wir hatten aus der Ferne in regelmäßigen Abständen Ringe von steigenden Fischen erspäht.

An Annas Wunschplatz angekommen, stellte ich mich in den Bug und wollte – bevor ich meine Trockenfliegen aus ihrer engen Plastikbehausung befreite – ein paar Würfe mit einem Muddler machen und den Rehhaarkopf des schwimmenden Streamers ruckartig durch den Oberflächenfilm strippen. In dem glasklaren Wasser mussten die Attacken wunderbar zu beobachten sein. Anna ließ es mit der Fischerei hingegen ruhig angehen und machte es sich im Heck gemütlich; erst einmal an das monotone, leichte Schwanken unseres nicht ganz ruhig ankernden Untersatzes gewöhnen… diese Landratten 😉

 

Bild 2: Die ersten Würfe

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Vor dem ersten Wurf freute ich mich auf das – im Vergleich zu den Tagen zuvor – gänzlich neue Fischereierlebnis. Nicht mehr nur kurze und teilweise auf den Zentimeter genaue Würfe, nein: Doppelzug und lange, ruhige Bewegungen. Eine entspannende Abwechslung von der schnellen und manchmal anstrengenden (aber von mir geliebten) Flussfischerei!

Ich hatte meinen Streamer gerade das vierte Mal gegen den leicht aufkommenden Wind auf Weite gebracht, als ich beobachten durfte, wie sich ein Saibling zielstrebig an die Verfolgung meines auffällig geführten Muddlers machte: Der aus der dunklen Tiefe auftauchende Seebewohner hielt zunächst einen gleichmäßigen Abstand bei. Als ich die Geschwindigkeit des Streamers jedoch erhöhte und das Durchbrechen der Oberfläche mit dem dicken, leicht konischen Kopf aus Rehhaar energischer gestaltete, nahm der entschlossen wirkende Bursche Fahrt auf. Endlich, kurz vorm Boot, packte er agressiv zu: der erste Saibling des Tages war gehakt. Ein tolles Schauspiel aus erhöhter Position! Schnell griff Anna zum Holzkescher mit gummiertem Schonnetz und nach zwei kurzen aber wütenden Fluchten und einem geschickten Versuch unter uns hindurch zu schwimmen, konnte sie den braunlich olivfarbenen Fisch mit den satten gelben Punkten sicher an Bord buxxieren.

Bild 3: Der erste Saibling

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Entweder hatte sich Anna nach dem Landen des Saiblings an das unruhige Schwanken gewöhnt oder sie war „auf den Geschmack gekommen“; jedenfalls griff meine Kapitänin nun auch zur Rute und machte ihre ersten Würfe in diesem Urlaub. Sie hatte lange nicht mehr gefischt, aber das sah man ihrer Schnurführung kaum an. Nach ein paar kleinen Hinweisen (Stoppunkte & Handgelenk) transportierte sie eine zierliche Mosquito entspannt durch die Luft. Als hätte sie die ersten Tage heimlich in meiner Abwesenheit geübt… Nur gegen den Wind fiel ihr das Strecken des langen 12ft. Vorfachs noch schwer. Aber zum Glück kann man sich auf einem Boot die Richtung aussuchen 😉

Bild 4: Fast nichts verlernt

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Nach ein paar blitzartigen – und scheinbar überraschenden – Bissen auf ihre Trockenfliege (der Anschlag wurde von mal zu mal aber schneller) durfte auch Anna kurze Zeit später ihren ersten Saibling, ihren ersten Saibling überhaupt, aufgeregt für ein kurzes Fotoshooting in den feuchten Händen halten und anschließend stolz in die nasse Freiheit entlassen. Gut gemacht!

Bild 5: Annas erster Saibling

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Nachdem Anna an diesem Ende des Sees noch ein paar weitere Fische zum Steigen und ich noch einige agressive Attacken auf meinen Muddler provozieren konnten, schipperte uns meine Begleiterin in Richtung Bootshaus. Dort war ein großer Fels am Ufer, der Anna magisch anzuziehen schien. Angekommen beobachteten wir, wie in der Nähe des mit Schilf bewachsenen Ufers einige Saiblinge sowie vereinzelt Äschen ihre Bahnen durch das glasklare Wasser zogen, diese aber ab und an verließen, um vorsichtig nach dahin treibenden kleinen Eintagsfliegen zu steigen. Zeit für meine Klinkhammer! Während Anna weiterhin ihre Mosquito anbot, montierte ich ein langes 12 ft. Vorfach, ein Tippet von 0,10mm und entschied mich für eine auf einen 20er Haken gebundene graue Klinkhammer. Bereits der erste Wurf in Richtung Fels brachte den Biss: eine kleine Äsche hatte sich den tief im Wasser sitzenden Körper meiner Trockenfliege nur kurz angeschaut und dann sanft in die Tiefe geschlürft. Die erste Fahnenträgerin des Urlaubs!

Bild 6: Die erste Äsche des Urlaubs

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Obwohl mittlerweile ein leichter Nieselregen eingesetzt und der Wind merklich aufgefrischt hatte, blieben wir unserem Ankerplatz treu. Nachdem ich weitere farbenfrohe Saiblinge von meiner Klinkhammer überzeugen, Anna jedoch keinen Biss mehr verbuchen konnte, wechselte auch sie auf das zierliche Muster mit dem sinkenden Hinterteil. Und siehe da: hier oben schienen die Salmoniden anscheinend etwas wählerischer zu sein als ihre Artgenossen in der Taurach, denn anschließend fing auch sie wieder! So verbrachten wir noch eine entspannte und fischreiche Zeit, bis uns ein heftiger Schauer zunächst ins nahe Bootshaus und schließlich zurück ins Tal flüchten ließ. Meine Freundin zog es ins warme Hotel, mich hingegen in meine Regenjacke und noch einmal an den Fluss, um dort den Tag mit ein paar Forellen ausklingen zu lassen… und was das für ein Tag gewesen war: Saiblinge, Äschen, Bach- und Regenbogenforellen. Was kann es schöneres geben?

Bild 7: Die letzte Forelle des Tages

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Die anderen Tage

Teil 1: Untertauern Tag 1

Teil 2: Untertauern Tag 2

Teil 3: Untertauern Tag 3

Teil 5: Untertauern Tag 5

Teil 6: Untertauern Tag 6

Teil 7: Untertauern Tag 7 (von Anna)

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Impressionen Untertauern Tag 4








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